Leichtathletik EM
Dietzsch darf von Gold träumen, Klüft souverän

Mit einer starken Vorstellung in der Qualifikation nährt Franka Dietzsch in Göteborg die Hoffnung auf das zweite deutsche Gold bei der Leichtathletik-EM. Im Siebenkampf steuert Carolina Klüft (Schweden) auf Goldkurs.

Franka Dietzsch darf von Diskus-Gold träumen: Mit spielerischer Leichtigkeit zog die zweimalige Weltmeisterin in der Qualifikation der Leichtathletik-Europameisterschaften von Göteborg mit im ersten Versuch erzielten 65,93m ins Diskus-Finale am Donnerstag (19.30 Uhr) ein. "Es war mein zweitbestes Quali-Ergebnis seit Sevilla 1999. Damals folgte WM-Gold. Im Finale gibt es bei gutem Wetter und günstigem Wind eine Superweite. Denn ich habe mächtig was drauf."

Während Sprinterin Katja Wakan (Halle/Saale) am zweiten EM-Tag der achte Ausfall im insgesamt 76-köpfigen Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) war, nährten die Siebenkämpferinnen die vage Hoffnung auf Bronze. Hinter Schwedens umjubeltem Star Carolina Klüft, der nach fünf Siebenkampf-Disziplinen mit 170 Punkten Vorsprung dem fünften Gold seit der EM 2002 entgegen strebte, schlugen sich Jennifer Oeser (Leverkusen) und Lilli Schwarzkopf (Paderborn) weiter hervorragend. Oeser erzielte mit 6,28m im Weitsprung ihre dritte persönliche Bestmarke und lag als Sechste (4 662) 167 Punkte hinter Bronze, Schwarzkopf vor ihrer überragenden Disziplin Speerwurf 233.

Altstar Merlene Ottey immer noch schnell

Die erste Runde überstanden haben die Potsdamerin Claudia Hoffmann in 52,55 Sekunden als Vierte über 400m sowie Verena Sailer (Fürth) als Fünfte ihres 100-m-Vorlaufs in 11,45. Schneller als sie war Altstar Merlene Ottey (46). Die für Slowenien startende Ex-Weltmeisterin aus Jamaika egalisierte als Vorlauf-Dritte in 11,41 ihren Altersklassen-Weltrekord (U 45). Schnellste war Belgiens Favoritin Kim Gevaert in 11,19 Sekunden. Nich souverän wirkte die weißrussische Olympiasiegerin Julia Nesterenko, Vierte in 11,33.

Franka Dietzsch wirkte dagegen souverän wie nie. "Seit meinem WM-Sieg letztes Jahr in Helsinki verspüre ich an allem Spaß. Am Training, am Wettkampf. Alles läuft so unglaublich leicht." Nur als sie bei der Qualifikation ins Stadion kam, war es plötzlich ganz anders. "Ich dachte, meine Beine schlafen ein. Dann bin ich viel gelaufen und habe damit wohl alles richtig gemacht. Denn wenn meine Beine fit sind, kann ich schnell drehen, und wenn ich schnell drehen kann, bin ich gut."

Trainer reist zum Finale an

Die Weltranglisten-Erste (68,51) schleuderte die Scheibe 2,30m weiter als die stärkste Konkurrentin. Überhaupt warf 2006 nur eine EM-Rivalin weiter als die Neubrandenburgerin. Trainer Dieter Kollark war aus altem Aberglauben bei der Qualifikation nocht nicht vor Ort. "Ich wollte ihr keine Angst machen, ich wirke nicht beruhigend auf Franka. Immer wenn ich dabei war, gab es wie bei Olympia 2000 oder der WM 2001 Zitterpartien oder sie schied wie bei den Spielen 2000 in Sydney in der Qualifikation aus", sagt der mit neun Goldmedaillen seit der Vereinigung erfolgreichste deutsche Trainer in der Leichtathletik. Beim Finale wird er wie beim WM-Gold 2005 dabei sein. Er reist am Mittwoch an.

© SID

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