Leichtathletik EM
Ertl-Ausfall reduziert EM-Aufgebot auf 76 Athleten

Nur noch 76 deutsche Athleten werden an der Leichtathletik-EM in Göteborg teilnehmen. Siebenkämpferin Karin Ertl und 400-m-Läuferin Jana Neubert mussten kurzristig auf einen Einsatz verzichten.

Hiobsbotschaft für den DLV kurz vor Beginn der EM: Die unter der Woche erst ins Team nachgerückte Siebenkämpferin Karin Ertl (Regensburg) musste 24 Stunden vor Beginn der Leichtathletik-Europameisterschaften in Göteborg ihren Start wieder absagen. Die ehemalige Hallen-Europameisterin ist erkältet und reiste schon am Sonntag wieder heim.

Auch Jana Neubert fällt aus

Zuvor war bereits 400-m-Läuferin Jana Neubert (Chemnitz) gesundheitsbedingt wieder nach Hause gefahren. Damit stehen noch 76 Athleten im Aufgebot. Um sich voll auf die Staffel konzentrieren zu können, wird 400-m-Läufer Ruwen Faller (Magdeburg) zudem auf seinen Einzelstart am Montag verzichten.

Ertl, die für die noch angeschlagene Paderbornerin Claudia Tonn ins Siebenkampf-Aufgebot rückte, war schon angeschlagen nach Schweden gekommen. "Unsere Ärzte hier vor Ort haben gesagt, es wäre unverantwortlich, sie starten zu lassen", erklärte der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow. Die für die 4x400-m-Staffel vorgesehene Neubert war mit einer fiebrigen Erkältung angereist und wurde nach einer Verschlimmerung wieder nach Hause geschickt.

Aus dem Kreis der 80 Nominierten hatte es zuvor schon einige Ausfälle gegeben. Kugelstoßer Peter Sack (Leipzig) fehlt wegen einer Ellenbogenverletzung, ebenfalls absagen mussten die Dortmunder Sprinterin Birgit Rockmeier (Achillessehne) und der Wattenscheider 10 000-m-Läufer Alexander Lubina (drohender Ermüdungsbruch im Fuß).

Wegen Formschwäche hatte der DLV den Erfurter Dreispringer Andreas Pohle (nur 16,11m in Leverkusen) aus dem Team gestrichen. Hinzu gekommen war der Kornwestheimer Speerwerfer Peter Esenwein.

Dietzsch und Lobinger Mannschaftsführer

Unterdessen sind Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg) und Sechs-Meter-Stabhochspringer Tim Lobinger (Köln) vom Deutschen Leichtathletik-Verband zu den Kapitänen des Teams ernannt worden. Sprinterin Jala Gangnus (LG Weserbergland), die mit 19 Jahren jüngste deutsche Teilnehmerin, trägt bei der Eröffnungsfeier am Sonntagabend die deutsche Fahne. "Wir haben uns für Franka und Tim entschieden, weil wir Kapitäne brauchen, die das Schiff auch durch stürmische See steuern können", erklärte Mallow die Entscheidung für Lobinger und Dietzsch.

Die zweimalige Weltmeisterin Dietzsch war unter der Woche mit massiver Kritik am DLV aufgefallen. Sie hatte die Größe des EM-Aufgebots moniert und dem Führungspersonal vorgeworfen, die Athleten nicht genügend motivieren zu können. "Es ist ihr gutes Recht zu kritisieren, wir wollen mündige Athleten. Aber es wäre schon schön, wenn sie ihre Meinung erst uns gegenüber geäußert hätte", meinte DLV-Präsident Clemens Prokop nun. "Wir vertrauen voll auf sie als Mannschaftsführerin." Dietzsch hatte ihre Kritik im Nachhinein allerdings auch relativiert.

Fahnenträgerin Gangnus, deutsche 200-m-Meisterin, ist eine der deutschen Hoffnungen für Olympia 2008 in Peking. "In der Entscheidung zeigt sich die Vielseitigkeit unseres Team, dass aus Routiniers und Medaillenkandidaten sowie jüngeren Nachwuchshoffnungen besteht", erklärte Mallow.

© SID

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