Leichtathletik EM
Franka Dietzsch kann sich nicht über Silber freuen

Keine Freude kam bei Franka Dietzsch nach dem Gewinn der Silbermedaille im Diskuswurf auf. Die klare Favoritin musste mit 64,35m überraschend der Russin Darya Pischtschalnikowa (65,55m) den Vortritt lassen.

Sie war die große Favoritin auf die Goldmedaille im Diskuswurf, doch am Ende scheiterte Franka Dietzsch am vierten EM-Tag vor 20 000 Zuschauern an sich selbst.

"Beim Einwerfen habe ich fast persönliche Bestleistung erzielt, der Diskus flog nahe an die 70 Meter heran. Doch als ich ins Stadion kam, waren meine Beine schwer. Und ich brauche schnelle Beine, um flott zu drehen und weit zu werfen", meinte die zweifache Weltmeisterin, die vergeblich versuchte, auch zum zweiten Mal Europameisterin zu werden.

"Mit dieser Weite kann ich nicht leben"

Mit 64,55m blieb der 38 Jahre alten Neubrandenburgerin nur Silber hinter der russischen Überraschungssiegerin Darya Pischtschalnikowa (21), die im vierten Versuch ihre Bestleistung auf 65,55m schraubte. "Mit dieser Weite kann ich nicht leben, da fehlen zwei bis drei Meter. Ich bin mit Silber zufrieden, auch wenn ich sehr auf Gold gehofft hatte. Mit 38 darf man auch mal verlieren. Aber nächstes Jahr bei der WM in Osaka schlage ich sie", sagte die Mecklenburgerin, die trotz der Niederlage mit einer Deutschland-Fahne zur Ehrenrunde startete, an die Adresse der Russin.

"Sie wirft viel zu hoch. Ich kriege die Krise", hatte Dieter Kollark, der sich als erfolgreichster deutscher Leichtathletik-Trainer nach der Vereinigung das 11. Gold erhofft hatte, schon nach zwei Runden besorgt gesagt. Nachdem die Russin die Führung erobert hatte, und nichts lief, verdüsterte sich die Miene der Weltmeisterin zusehends. Vergeblich versuchte sie dann, wie ihr Neubrandenburger Klubkamerad Bartels am Montag, noch im finalen Versuch die Wende herbeizuführen.

Peking bleibt das große Ziel

Kollark fand schnell zur Realität zurück. "Franka ist auch keine Maschine. Aber sie ist trotz ihrer 25 Wettkampf-Jahre mental noch frisch genug, um Großes zu vollbringen. 2008 in Peking möchte ich sie mit 40 Jahren zur ältesten Olympiasiegerin machen. Und 2009 hoffen wir bei der WM in Berlin noch einmal auf eine Medaille."

Franka Dietzsch war als souveräne Weltranglisten-Erste mit 68,51m nach Göteborg gereist, lag in der Teilnehmerliste 2,50m vor der stärksten Rivalin. Auch in der Qualifikation hatte die Bankangestellte mit 65,93m souverän gesiegt, aber durchblicken lassen: "Zur Not wäre ich auch mit Bronze zufrieden."

© SID

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