Leichtathletik EM
Lobinger springt zur Silbermedaille

Tim Lobinger hat als einziger des deutschen Stabhochsprung-Trios überzeugen können und sich mit 5,65m die Silbermedaille gesichert. Gold ging an Aleksander Averbukh (Israel), der Franzose Romain Mesnil holte auch Silber.

Als der von ihm ungeliebte Aleksander Averbukh sich noch vergeblich an 5,80m mühte, schaute Tim Lobinger provokativ nur noch aus dem Augenwinkel zu. Mit 5,65 hatte der Kölner bei der Leichtathletik-EM in Göteborg nur Silber gewonnen, das erste deutsche Freiluft-Gold in dieser Disziplin seit dem Olympiasieg von Wolfgang Nordwig im Jahr 1972 verpasst: "Im Moment fällt es mir schwer, mich zu freuen. Das kommt wohl erst heute Abend nach dem Duschen", sagte er.

Zum zweiten Mal nach München 2002 war Averbukh (5,70) erfolgreich. Lobinger teilte sich nach Bronze vor vier Jahren Rang zwei mit dem höhengleichen Franzosen Romain Mesnil.

Börgeling scheitert an Anfangshöhe

Ohne Medaillen blieben die beiden Leverkusener Lars Börgeling, EM-Zweiter von München und Richard Spiegelburg. Der Olympia-Sechste Börgeling scheiterte an seiner Anfangshöhe von 5,50, Spiegelburg schaffte nur 5,40 und belegte Rang 13.

"Ich habe wohlwollend registriert, als Averbukh die Latte bei 5,80 dreimal gerissen hat", sagte der 33-jährige Lobinger. "Aber gratuliert habe ich ihm natürlich trotzdem. Wenn jemand höher springt, ist Respekt angebracht." Der Israeli, der in der Szene als Außenseiter gilt, sei jedoch der Gegner gewesen, gegen den er am allerwenigsten verlieren wollte, klärte der Hallen-WM-Dritte auf: "Noch weniger als gegen Giuseppe Gibilisco."

Börgeling schwankt zwischen Enttäuschung und Wut

Der italienische Ex-Weltmeister schaffte als Siebter nur 5,50, der schwedische Hoffnungsträger Alhaji Jeng, Hallen-WM-Zweiter von Moskau, gab nach einem Versuch verletzt auf.

Börgeling, im Vorfeld als Medaillenkandidat gehandelt war frustriert: "Ich schwanke zwischen maßloser Enttäuschung und absoluter Wut. Ich weiß nicht, ob ich mich jetzt ins Bett legen und heulen soll oder vor Wut etwas zertrümmere", sagte der 27-Jährige.

Auch Richard Spiegelburg war höchst unzufrieden: "Klar war ein bisschen Pech dabei. Aber es ist mehr drin gewesen. Unter den Umständen hat mir einfach die Souveränität gefehlt."

© SID

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