Leichtathletik EM
Mallow: "Es werden mehr als zehn Medaillen"

Ab Montag stehen die deutschen Leichtathleten bei der EM in Göteborg auf dem Prüfstand. Der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow versuchte sich in einer Prognose und sprach von "mehr als zehn Medaillen".

Leichtathletik versus Schwimmen: Clemens Prokop sieht im kontinentalen Kräftemessen der beiden größten olympischen Sportarten kein Land für seine Leichtathleten. "Die Erfolge unserer Schwimmer derzeit bei der EM in Budapest sind mehr als beachtlich. Wir wollen einen Spitzenplatz in Europa behaupten. Aber so viele Siege und auch noch Weltrekorde, das können wir bei unseren Europameisterschaften nicht bieten", sagt der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) vor dem Auftakt der Titelkämpfe (7. bis 13. August) am Montag in Göteborg.

Vor vier Jahren in München reichten zweimal Gold, neunmal Silber und achtmal Bronze zu Rang acht im Medaillenspiegel und hinter Russland zu Platz zwei in der Nationenwertung (Endkampfplätze 1 bis 8). Nach der Pleite beim Europacup von Malaga mit Rang acht der Männer und Platz fünf der Frauen verspricht der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow angesichts der laut "Papierform" rund 20 zum Teil vagen deutschen Edelmetall-Chancen: "Es werden mehr als zehn Medaillen." Ungeachtet dessen, dass mit Zehnkämpfer Andre Niklaus (Berlin) und 200-m-Halleneuropameister Tobias Unger (Kornwestheim) zwei Sieganwärter verletzt fehlen.

Sicherster Goldtipp ist Franka Dietzsch

Sicherster Goldtipp ist die zweimalige Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg), die als Weltranglisten-Erste mit 68,51m exakt zwei Meter vor ihrer größten Kokurrentin liegt. Nummer eins der Weltrangliste ist im Speerwerfen auch die WM-Zweite Christina Obergföll (66,9m), doch die Offenburgerin war zuletzt technisch anfällig, wurde mehrfach von der Leverkusener Olympiazweiten Steffi Nerius (65,71) geschlagen. Auf Rang eins in Europa steht auch Tim Lobinger (Köln/5,90m), doch er und seine Kollegen haben bei Freiluft-Titelkämpfen bisher selten Erwartungen erfüllt.

Ein Medaillentipp ist neben Lobinger auch Lars Börgeling (Leverkusen/5,80), schon 2002 Zweiter mit dem Stab. Das Zeug zu Bronze haben bei den Männern im Kugelstoßen der WM-Dritte Ralf Bartels (Neubrandenburg/21,01), gegen starke Diskus-Konkurrenz der fünfmalige Weltmeister Lars Riedel (Chemnitz/69,38), im Idealfall auch der zweimalige WM-Dritte Michael Möllenbeck (Wattenscheid/65,52), im Hammerwurf der WM-Vierte Markus Esser (Leverkusen/81,10), über die Hürden Europas Ranglistenzweiter Thomas Blaschek (Leipzig/13,31) - und vielleicht auch einer der jungen Zehnkämpfer um den früheren Uerdinger Junioren-Weltmeister Denis Leyckes (8 310 Punkte).

Bei den Frauen besitzt das Kugelstoß-Duo mit Europacupsiegerin Petra Lammert (Neubrandenburg/19,64) und der Olympiazweiten Nadine Kleinert (Magdeburg/19,15) Medaillenchancen, auch Hammerwerferin Betty Heidler (Frankfurt), wenn sie nach ihren weltrekordnahen 76,55m (Nummer fünf in Europa) wie Obergföll Unsicherheiten abstellt. Über 100m Hürden war 2006 nur Schwedens Favoritin Susanna Kallur schneller als die WM-Vierte Kirsten Bolm (Mannheim/12,65).

Eher Außenseiterchancen besitzen Stabhochspringerinnen, Geherinnen, Siebenkämpferinnen, die 4x100-m-Staffel sowie die Langstrecklerinnen um Irina Mikitenko (Wattenscheid), Sabrina Mockenhaupt (Köln) und Luminita Zaituc (Braunschweig), die mit dem Marathon-Team den Europacupsieg von München 2006 wiederholen will.

Internationale Stars sind im Wettstreit der rund 1 300 Athleten aus 48 Nationen um 47 Titel Russlands Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Isinbajewa, Litauenszweimaliger Diskus-Olympiasieger Virgilius Alekna sowie das Schweden-Quintett, das die Sportfans im Gastgeberland in Euphorie versetzt: Die Olympiasieger Carolina Klüft (Siebenkampf/6 719), Christian Olsson (17,62m Dreisprung) und Stefan Holm (2,34m), dessen Hochsprung-Kollegin Kajsa Bergqvist, mit 2,05m als Weltmeisterin ebenfalls Jahres-Weltbeste, sowie Kallur.

© SID

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