Leichtathletik EM
Nerius feiert die Goldmedaille im Speerwerfen

Steffi Nerius hat die Speerwurf-Konkurrenz bei der EM in Göteborg gewonnen. Die Leverkusenerin gewann mit 65,82m, während sich Christina Obergföll mit Platz vier begnügen musste.

Die vierte Goldmedaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) ist in trockenen Tüchern. Ausgerechnet an der Stätte ihres größten Traumas hat sich Steffi Nerius ihren ersten großen Titel geholt und dem DLV einen goldenen EM-Abschluss in Göteborg beschert. Die 34 Jahre alte Leverkusenerin gewann den Speerwurf-Wettbewerb in 65,82m, konnte sich allerdings nicht mit Christina Obergföll über den erhofften Doppelsieg freuen.

Die Europarekordlerin, WM-Zweite und Weltjahrebeste verpasste mit 61,89m letztlich sogar um neun Zentimeter eine Medaille und musste sich mit Rang vier begnügen. Während die 24 Jahre alte Offenburgerin nach ihrem letzten Versuch frustriert die Hände vors Gesicht schlug, reckte Nerius nach dem misslungenen letzten Wurf der Tschechin Barbora Spotakova jubelnd die Arme in die Luft. Anschließend sprang sie sofort über die Bande und fiel Trainer Helge Zöllkau in die Arme.

Nerius bleibt eine Medaillengarant

Durch den Titel setzte Nerius auch ihre Erfolgsserie fort. Nachdem sie bei Olympia 2004 und der EM 2002 jeweils Silber und der WM 2003 und 2005 jeweils Bronze gewonnen hatte, ist sie die einzige deutsche Athletin, die bei den letzten fünf Großereignissen jeweils eine Medaille gewann. Die 20 Jahre alte U23-Europameisterin Annika Suthe (Leverkusen) belegte bei ihrem EM-Debüt einen achtbaren achten Platz. Bronze hinter Spotakova (65,64) holte die Spanierin Mercedes Chilla (61,98).

Nerius hatte den ersten Wurf der Konkurrenz und kam direkt auf 64,40m. Doch Spotakova legte gleich 65,64m nach und übernahm damit die Führung. Obergföll hatte große Schwierigkeiten, in den Wettbewerb zu finden, war stets zu steil im Abwurf. Nach einer schwachen Serie von 55,29, 59,59 und 59,60 Metern kam sie nur mit Mühe als Sechste in den Endkampf der besten Acht.

Nerius besiegt ihr Trauma

In der zweiten Hälfte nahm der Wettbewerb Fahrt auf. Nerius setzte sich mit ihrem vierten Versuch an die Spitze, Obergföll verbesserte sich mit 61,89m im fünften zunächst auf den Bronzerang, wurde aber direkt danach von Chilla um neun Zentimeter überboten und konnte nicht mehr kontern.

Bei der WM 1995, die ebenfalls im Göteborger Ullevi-Stadion stattgefunden hatte, war die neue Europameisterin Nerius als Weltjahresbeste angereist und scheiterte in der Qualifikation. "Was damals passiert ist, war ein richtiges Trauma", sagte sie schon vor dem Wettkampf: "Aber ich könnte ein paar Stadien aufzählen, wo ich erst schlecht und später gut geworfen habe." Doch in keinem hat sie sich so eindrucksvoll revanchieren können.

© SID

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