Leichtathletik EM
Schwarzkopf holt bei Klüft-Sieg Bronze

Lilli Schwarzkopf hat sich bei der Leichtathletik-EM in Göteborg im Siebenkampf die Bronzemedaille hinter Carolina Klüft (Schweden) und Karin Ruckstuhl (Niederlande) gesichert. Jennifer Oeser landete auf Platz vier.

Sensationell hat Lilli Schwarzkopf aus Paderborn beim erwarteten Siebenkampf-Triumph der schwedischen Lokalmatadorin Carolina Klüft die Bronzemedaille geholt. Die 22-Jährige kam nach 2:11,85 Sekunden im abschließenden 800-m-Lauf auf die persönliche Bestleistung von 6 420 Punkten und lag damit nur drei Punkte hinter der zweitplatzierten Niederländerin Karin Ruckstuhl. Klüft siegte mit 317 Zählern Vorsprung (6 740), verpasste aber den angestrebten Europarekord der Russin Larissa Nikitina (7 007) aus dem Jahr 1989 deutlich.

Die frühere U23-Europameisterin Jennifer Oeser aus Leverkusen komplettierte als Vierte (6 376) mit persönlicher Bestmarke nach einem starken Wettkampf das hervorragende deutsche Ergebnis. Vor dem abschließenden 800-m-Lauf hatte Oeser noch Rang zwei belegt. Eine Medaille verfehlte sie letztlich um 44 Zähler.

Klüft unantastbar

Der Solo-Show von Carolina Klüft konnten sich beide aber nie in den Weg stellen. Nachdem Ex-Weltmeisterin Eunice Barber (Frankreich) nach der zweiten Disziplin wegen einer Oberschenkelverletzung in Führung liegend ausgestiegen war, kämpfte die Meisterin aller Klassen mit der frenetischen Unterstützung der 30 000 Fans im Ullevi-Stadion nur noch gegen ihren eigenen Körper. "Nach dem Ausscheiden von Eunice habe ich meinen eigenen Wettkampf gemacht", sagte die ebenfalls von einer Oberschenkelblessur gehandicapte 23-Jährige: "Aber vor diesen tollen Fans machte es trotzdem riesigen Spaß."

Lilli Schwarzkopf vollbrachte das Kunststück, ohne eine Disziplin-Bestleistung durch einen guten konstant guten Wettkampf einen persönlichen Gesamtrekord aufzustellen. "Nachdem ich zu Beginn des Kugelstoßens zwei grottige Versuche hatte, hat mein Trainer mir ins Gewissen geredet. Und von da an lief´s", sagte die Blondine, die zum Abschluss mit der größten Weite im Speerwurf (51,36) und der zweitbesten Zeit über 800m (2:11,85 Minuten) überzeugte.

Oeser-Coach muss als "Strafe" Bart scheren

Jennifers Oesers Coach Karl-Heinz Düe durfte sich neben der überraschend starken Gesamtausbeute auch über Disziplinbestleistungen über 100m Hürden (13,65 Sekunden), im Hoch- (1,86m) und Weitsprung (6,28m) sowie im Speerwurf (48,52m) freuen. Als Wetteinlösung muss sich der 56-Jährige den Schnurrbart scheren. Das hatte er seinem Schützling im Vorfeld bei einem Platz unter den ersten Sechs versprochen.

"Dafür werden mich die Mädels aus meiner Trainingsgruppe küssen", meinte Oeser schmunzelnd und praktizierte ein ungewöhnliches Jubel-Ritual. Schon nach dem Speerwurf fühlte sie sich zurecht als Gewinner, schnappte sich eine Deutschland-Flagge und band sie über den Rücken.

© SID

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