Leichtathletik EM
Viel Licht und wenig Schatten auf DLV-Seiten

Die Medaillen-Hoffnungen Kirsten Bolm und Lars Riedel sowie alle drei Stabhochspringer haben sich bei der EM in Göteborg für den Endkampf qualifiziert. Dagegen lief Rene Herms über 800m weit am Finale vorbei.

Bis auf den enttäuschenden Rene Herms mit seinem Aus im 800m-Vorlauf hat der vierte Wettkampftag bei der EM in Göteborg bislang die Hoffnungen auf weitere deutsche Medaillen genährt. Während Hürden-Hoffnung Kirsten Bolm, die Stabhochspringer Tim Lobinger und Lars Börgeling sowie Diskus-Altmeister Lars Riedel in Runde eins ihre Medaillenchance wahrten, ging Außenseiter Yohan Diniz bei Blitz und Donner in 3:41:39 Stunden über 50km zu Frankreichs drittem EM-Gold. Silber holte der Spanier Jesus Angel Garcia in 3:42:48, Bronze in 3:43:26 der Russe Juri Andronow, ein deutscher Geher war nicht am Start.

Bolm gewinnt ihren Vorlauf

Mit Tunnelblick und voller Konzentration nahm Kirsten Bolm die erste Hürde bei ihrer "Operation Gold" und meinte: "Ich habe nicht auf die anderen geschaut und mein Ding sauber durchgezogen." Die WM-Vierte erzielte beim Vorlaufsieg in 12,83 Sekunden hinter Schwedens Favoritin Susanna Kallur (12,70), die 2006 als Einzige in Europa schneller war, die zweitbeste Zeit aller. Bolm hatte schon vorher gesagt: "Susanne ist die Favoritin, aber ich will ihr am Freitag im Finale die Suppe versalzen. Jeder erwartet von mir, die erste DLV-Sprintmedaille zu holen."

Gleich zwei deutsche Trümpfe gibt es im Stabhochsprung-Finale, für das Italiens Ex-Weltmeister und Olympiadritter Giuseppe Gibilisco nachträglich noch einen Startplatz zugesichert bekam. "Tim Lobinger ist Favorit zusammen mit Alhaji Jeng, der für Schweden schon bei der Hallen-WM-Silber holte, Lars Börgeling springt nach dem Silber von München 2002 wieder um eine Medaille und Richard Spiegelburg ist der Joker", analysierte Stab-Bundestrainer Jörn Elberding die Lage. Lobinger nahm in der Qualifikation 5,55m, Börgeling 5,60m und Spiegelburg reichten 5,45m, weil das Kampfgericht wegen der durch Regen verzerrten Bedingungen 20 statt zwölf Springer für das Finale am Samstag zuließ.

Der fünfmalige Weltmeister Lars Riedel packte nach 63,36m im ersten Versuch gleich seine Sachen. "Ich habe gesehen, dass es reicht", sagte der 39 Jahre alt Atlanta-Olympiasieger und mutmaßte: "Für eine Medaille braucht man 66 Meter. Ich hoffe, ich kann zwei der vier, die 2006 noch weiter warfen als ich, raushängen." Das Finale erreichte auch der Wattenscheider WM-Dritte Michael Möllenbeck, der ähnlich wie der bis zum letzten Augenblick wankende zweimalige Olympiasieger Virgilijus Alekna (Litauen/64,53m) eine Zitterpartie lieferte und mit 60,62m wider eigenes Erwarten noch als Neunter der zwölf Qualifizierten in den Endkampf am Freitag kam.

Herms ratlos

Die Zahl der im Vorkampf gescheiterten Deutschen erhöhte sich durch U23-Europameister Robert Harting (Berlin/59,87m Diskus) und Rene Herms auf elf. Der erneut überschätzte EM-Siebte von München 2002 brach nach langer Führung auf der Zielgerade ein und scheiterte als Letzter in 1:48,67. "Ich habe versucht, das Rennen offensiv zu gestalten, aber hatte hinten raus einfach kein Stehvermögen", sagte der frühere U23-Europameister.

Das deutsche Zehnkampf-Trio verzeichnete einen ordentlichen Auftakt. Junioren-Meister Pascal Behrenbruch (Frankfurt/Main), für den verletzten Hallen-Weltmeister Andre Niklaus nachgerückt, steigerte seine Bestzeit über 100 m um 0,08 auf 10,90 Sekunden und lag damit auf Rang drei unter 28 Startern direkt vor Stefan Drews. Der Leverkusener blieb in 10,91 allerdings fast drei Zehntel über seiner Bestmarke. Um 0,09 Sekunden verfehlte Ex-Junioren-Weltmeister Dennis Leyckes (Uerdingen) in 11,02 seine Bestzeit.

© SID

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