Leichtathletik Europacup
Damen dank Obergföll in München noch im Rennen

Durch ihren Europarekord im Speerwurf hat Christina Obergföll die deutschen Frauen beim Europacup in München im Rennen um Platz zwei gehalten. Die Männer stehen nach dem ersten Tag sogar auf Platz eins.

Die deutschen Frauen können sich dank Christina Obergföll beim Europacup in München weiter Hoffnungen auf den zweiten Platz hinter Seriensieger Russland machen. Die Speerwerferin stellte ihren zweiten Europarekord auf und steigerte ihre Marke vom WM-Silber von Helsinki um 17 Zentimeter auf 70,20m. Ihrem Frauenteam verschaffte die Offenburgerin damit vor dem Schlusstag wertvolle Punkte im Kampf um Platz zwei. Deutschlands Männer gehen gar als Führende der Gesamtwertung in den zweiten Tag und können ein Jahr nach dem Fiasko mit Rang acht in Malaga vom siebten Cupsieg seit 1994 träumen.

"Es war ähnlich wie bei der WM in Helsinki. Ich habe gemerkt, dass was geht, habe im zweiten Versuch richtig Gas gegeben - und schon ist es passiert. Nun glaube ich auch, dass ich sauber Weltrekord werfen kann", meinte Christina Obergföll, die als Weltranglistenerste und hohe Favoritin angereist war. Gleich im zweiten Versuch segelte ihr Speer wie bei der WM über die 70-m-Marke. Weiter warf bisher nur die kubanische Olympiasiegerin Osleidys Menendez, die mit den 71,70m vom WM-Sieg über die Offenburgerin den Weltrekord hält.

Nach zehn von 20 Wettbewerben führt Deutschland mit 64 Punkten vor Titelverteidiger Frankreich (59 Punkte) und Polen (55). Bei den Frauen liegt Russland nach elf Wettbewerben auf dem Weg zum 11. Cupsieg in Serie mit 71 Zählern vor Frankreich (54), Deutschland (53,5) und Polen (53).

Auch Dietzsch, Onnen und Sack feiern Einzelsiege

Deutsche Einzelsiege feierten bei den Frauen auch Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg), der mit 63,60m die knappe EM-Revanche gegen die Russin Darja Pischtschaltnikowa (63,57) gelang, sowie zwei Männer. Der Weltranglisten-Erste Eike Onnen (Hannover/2,34m), der im Hochsprung seinen Aufstieg mit komplett erfüllter WM-Norm (erneut 2, 30m) dokumentierte und Kugelstoßer Peter Sack (Leipzig/20,28m), der nach seiner Steigerung auf 21,00m vor dem Cup Europameister Ralf Bartels (Neubrandenburg) vorgezogen worden war.

"Es war ein bisschen Kampf, mir fehlte nach vielen Wettkämpfen die Frische", meinte Franka Dietzsch, die nun zwei weitere Saisonziele anstrebt: "Zum 10. Mal deutsche Meisterin werden und in Osaka eine WM-Medaille gewinnen. Jetzt bin ich auf einem guten Weg."

Eike Onnen, der am Ende vor dem höhengleichen Russen Andrej Tereschin lag, weil dieser zuvor 2,27m erst im dritten Anlauf gemeistert hatte, meinte: "Ich habe vor dem Wettkampf gezittert wie nie. Aber dann war ich ganz relaxt. Meine Steigerung in diesem Jahr schlägt sich auch im Marketing erfolgreich nieder. Und 2008 will ich dann neue Höhen angehen."

Peter Sack, der Bartels zuletzt zweimal geschlagen hatte, war in München der einzige 20-m-Stoßer und setzte sich gegen den britischen Weltklassemann Carl Myerscough (19,96) durch. "Das war von der Leistung her kein Quantensprung, aber ein wichtiger Sieg. Ich hoffe, dass ich jetzt nicht wieder den Faden verliere."

Erfolgreicher Protest gegen Gabius Disqualifikation

In Gefahr geriet der möglich scheinende deutsche Sieg, weil 5 000-m-Läufer Arne Gabius (Tübingen) nach seinem beachtlichen zweiten Platz disqualifiziert wurde. Die Jury sah es als erwiesen an, dass der Tübinger den zum Sieger erklärten Belgier Monder Rizki bei einer Rempelei auf den Rasen abgedrängt hatte. Das DLV-Team legte erfolgreich Protest ein und konnte die sieben Punkte retten.

"Ich wäre fast gestürzt. Das war ganz schön aggressiv vom Belgier", verteidigte Gabius seine "Notwehr" und meinte: "Es ist lange her, dass ein Deutscher beim Europacup einen zweiten Platz auf dieser Strecke geschafft hat."

Jahres-Weltbestleistungen erzielten neben Obergföll die russische 400-m-Hürden-Weltrekordlerin Julia Petschonkina in 54,04 Sekunden sowie die britische Männerstaffel über 4x100m (38,30).

© SID

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