Leichtathletik Europacup
Sack überzeugt, Obergföll enttäuscht

Kugelstoßer Peter Sack hat beim 29. Europacup der Leichtathleten in Annecy einen deutschen Auftakt ohne Sieg verhindert. Speer-Vizeweltmeisterin Christina Obergföll enttäuschte.

Beim 29. Europacup der Leichtathleten im französischen Annecy hat Kugelstoßer Peter Sack für den einzigen deutschen Sieg gesorgt, während die hochfavorisierte Speer-Vizeweltmeisterin Christina Obergföll eine herbe Schlappe hinnehmen musste. Mit indiskutablen 57,07m wurde die Offenburgerin ein Jahr nach ihrem Europarekordwurf von München (70,20) lediglich Fünfte. Die deutschen Frauen sind nach dem katastrophalen ersten Tag Letzte, Russland steht vor dem zwölften Erfolg in Serie.

Der Leipziger Sack ließ die Kugel bei 20,41m einschlagen und wiederholte seinen Vorjahreserfolg, obwohl er wegen einer leichten Oberschenkelzerrung nach zwei von vier Versuchen die Kugel aus Sicherheitsgründen beiseite legte. "Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Sonst hätte es sicher noch weiter gehen können", sagte der 28-Jährige.

Deutsche Staffel disqualifiziert

Trotzdem gehen die deutschen Männer nur von Platz fünf aus in den Sonntag, weil die ebenfalls als Erste ins Ziel gekommene deutsche 4x100-m-Staffel (38,30 Sekunden) disqualifiziert wurde. Der Wattenscheider Alexander Kosenkow hatte die Bahn verlassen. Damit ist die ersehnte Titelverteidigung und der neunten Sieg seit 1994 in weite Ferne gerückt. Der Europacup findet zum letzten Mal statt, ehe er 2009 von der Team-EM abgelöst wird.

Zweiter deutscher Lichtblick neben Sack war der Leverkusener Weitspringer Nils Winter, der als Dritter mit 8,05m die doppelt geforderte Olympianorm zum zweiten Mal erfüllte. "Die Staffel hat läuferisch überzeugt. Ich werte die Disqualifikation mal als missglückte Olympia-Generalprobe", sagte Cheftrainer Jürgen Mallow.

Insgesamt erwischte das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) vor 10 168 Zuschauern im Parc des Sports einen schwachen Auftakt. Sieben Wochen vor dem Olympiastart in Peking war am Tag der dritten Plätze (sechs) vieles nicht mal Mittelmaß.

Tobias Unger (Kornwestheim/Ludwigsburg) in 10,37 Sekunden bei starkem Gegenwind, 1 500-m-Läufer Carsten Schlangen (Berlin) in 3:41,75 Minuten, der Hammerwurf-WM-Achte Markus Esser mit allerdings schwachen 75,07m, Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (beide Leverkusen/4,59m) sowie Jonna Tillgner (Bremen) über 400m Hürden (56,15 Sekunden) kamen jeweils auf die niedrigste Stufe des Treppchens.

Unger hat mit Gegenwind zu kämpfen

"Ich habe in der vergangenen Nacht nur zweieinhalb Stunden geschlafen. Auf den letzten Metern war dann die Müdigkeit zu spüren. Aber bei dem Wind war die Leistung o.k", meinte Unger, der in 10,17 Sekunden in dieser Saison die Olympianorm für Peking bereits einmal erfüllt hat. Der 100-m-Olympiasiebte von Athen will sich wegen seiner schmerzenden Achillessehnen 2008 ganz auf die halbe Strecke konzentrieren.

Im Speerwurf siegte mit 63,24 die Weißrussin Natallia Schimchuk. Deren Weite hatte die 26-jährige Obergföll in allen ihren bisherigen vier Saisonwettkämpfen übertroffen, ihr Jahresbestwert steht bei 67,72. "Ich bin mit dem Anlauf überhaupt nicht klar gekommen und immer weggerutscht", erklärte die WM-Zweite.

International die wertvollste Leistung zeigte Russlands Julia Golubtschikowa mit der Europäischen Jahres-Bestleistung von 4,73m im Stabhochsprung. Sydney-Olympiasieger Szymon Ziolkowski gewann zum fünften Mal in Serie und zum sechsten Mal seit 2001 insgesamt (79,26). 100-m-Olympiasiegerin Julia Nesterenko (Weißrussland) steigerte ihre Saisonbestzeit beim Sieg auf 11,17 Sekunden.

© SID

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