Leichtathletik Golden League
Issinbajewa bricht erneut eigenen Weltrekord

Zum zwölften Mal hat die Russin Jelena Issinbajewa den Freiluft-Weltrekord im Stabhochsprung verbessert. Beim Golden-League-Meeting in Rom schaffte die Olympiasiegerin 5,03 Meter.

Genialer Konter auf eine verbale Entgleisung: Mit ihrem 22. Weltrekordsprung über 5,03m hat Jelena Issinbajewa beim Golden-League-Meeting in Rom auf hässliche Worte ihrer größten internationalen Gegenspielerin reagiert. "Ich hoffe, ich kann in Peking in einen russischen Hintern treten", hatte die amerikanische Stabhochspringerin Jennifer Stuczynski nach ihren 4,92m vor einer Woche bei den US-Trials in Eugene mit Blick auf das Olympia-Duell mit dem Leichtathletik-Weltstar gesagt.

"Fühlte mich wie die alte Jelena"

"Sie hat mich ärgerlich gemacht", meinte die 26 Jahre Olympiasiegerin und Weltmeisterin aus Wolgograd zur Reaktion der Amerikanerin, aber vor allem auch nervte sie, "dass jetzt alle sagen, Stuczynski wäre ein neuer Star. Das hat mich angespornt. Heute fühlte ich mich wie die alte Jelena. Dieser Weltrekord ist erst der Anfang. Bald kommt Olympia und danach werden noch weitere Rekorde folgen", meinte die 1,70m große 60-Kilo-Athletin, die ihre drei Jahre alte Bestmarke vom WM-Sieg 2005 in Helsinki gleich um zwei Zentimeter aufstockte, nach ihrem genialen Saisondebüt.

Taktisch sicher ein Fehler bei der Jagd nach der Bestmarke ihres Managers Sergej Bubka, der in zehn Jahren nicht weniger als 35 Stab-Weltrekorde aufgestellt hatte. Doch Jelena meinte: "Ich habe so oft vergeblich 5,02m versucht und fühlte mich heute so gut - da ließ ich die Latte gleich auf 5,03m legen." Und im zweiten Anlauf war sie dann endlich wieder im siebten Himmel. "Phantastisch", fand Silke Spiegelburg (Leverkusen), die sich als Dritte auf 4,70m steigerte.

Gewiss: Diesen Winter hatte Issinbajewa mit 4,95m beim zehnten Hallen-Weltrekord eine Höhe erzielt, die auch im Freien noch keine andere auf der Welt mit dem Stab überwandt. Doch irgendwie schien Issinbajewa nicht mehr der Himmelsstürmer von einst zu sein. Erstmals schien sie besiegbar vor Olympia. Das spürte auch Stuczynski, die mehrfach die 5,02m attackierte. Doch nun ist Issinbajewa in altem Glanz zurück.

Zufrieden vor dem nicht immer leichten TV-Studium

"Ich denke, ihr habt gesehen, dass ich hoch über der Latte war", machte die Überfliegerin nach dem Weltrekordsprung deutlich. "Heute war ich sehr zufrieden mit mir, ganz anders als so oft, wenn ich mich am Fernsehen über meine Technik ärgerte." Genau diese Technik hat sie nach dem Wechsel Ende 2005 zu Bubkas Ex-Trainer Witali Petrow umgestellt. Viele Details wurden verändert, die Summe der Optimierungen mündete nun in den 5,03m.

© SID

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