Leichtathletik Golden League
Kein Dreikampf der schnellsten Männer der Welt

Beim Golden-League-Meeting in Brüssel kommt es heute leider nicht zu einem Dreikampf über 100m: Tyson Gay sagte verletzungsbedingt ab. Asafa Powell jagt Usain Bolt nun alleine.

20 Tage nach Usain Bolts Fabelzeit von 9,69 Sekunden beim Olympia-Gold von Peking wackelt der 100-m-Weltrekord heute in Brüssel. Vor dem wohl teuersten Rennen der Geschichte scheint Rivale Asafa Powell in der Form seines Lebens. Nach seinen 9,72 Sekunden beim zweitschnellsten Lauf aller Zeiten am Dienstag in Lausanne will er seinem jungen Landsmann Bolt Beine machen - und möglichst die Show stehlen.

"Ich will Usain nochmal ein starker Gegner sein", sagt der Ex-Weltrekordler, der bei Olympia aufgrund seiner Nervenschwäche in großen Rennen nur auf Rang fünf gelandet war. Und Bolt meint: "Asafas neue Bestzeit macht es interessant. Ich will die Saison siegreich beenden - und dann nach Wochen endlich mal wieder nach Hause."

Absage von Tyson Gay

Vor der letzten Golden League Station ließ am Donnerstagabend die Absage von Weltmeister Tyson Gay den ersten Dreikampf zwischen den schnellsten Männern platzen. Der US-Star erklärte, er habe das Training stoppen müssen, seine Oberschenkelprobleme seien nicht überwunden. Nun bereite er sich auf die Saison 2009 vor.

Gay wusste dessen ungeachtet, dass er im König-Baudouin-Stadion ähnlich chancenlos sein würde wie im bisher einzigen 100-m-Duell mit Bolt am 31. Mai in New York. Als der Mann aus Jamaika in seinem fünften ernsthaften Rennen auf dieser Distanz in 9,72 Sekunden sensationell Powells Weltrekord (9,74) brach, lag Gay in 9,85 eineinhalb Meter zurück.

Sprinter der Superlative

Bolt (3), Powell (6) und Gay (1) vereinen die zehn besten 100-m-Resultate aller Zeiten auf sich. Sie waren in jedem dieser Rennen schneller als der damals gedopte Ben Johnson (Kanada) 1988 beim später aberkannten Fabel-Weltrekord von Olympia in Seoul (9,79).

Bolt, der sich in der Vergangenheit stark auf die 200m konzentrierte und nach einigen Versuchen im Vorjahr 2008 erstmals ernsthaft die 100m bestritt, gewann zwei der bisher drei Rennen gegen Powell, allesamt im Olympiajahr. Er siegte am 28. Juni in Kingston in 9,85 zu 9,97 und in Peking in 9,69 zu 9,95. Dazwischen verlor er am 22. Juli in Stockholm knapp in 9,89 zu 9,88. Powell schlug Gay in sechs Duellen fünfmal und verlor nur im WM-Finale 2007 in Osaka.

Jelimo und Vlasic im Kampf um den Jackpot

Im Blickpunkt steht zudem die Entscheidung im Kampf um den eine Million Dollar schweren Jackpot der Golden League. Nur noch je ein Sieg fehlt 800-Meter-Entdeckung Pamela Jelimo (Kenia) und Kroatiens Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic, um die 693 000 Euro zu teilen.

Verliert eine von beiden, bekommt die andere den ganzen Topf. Unterliegen beide, verringert sich der Jackpot um die Hälfte, dann könnte auch noch 400-m-Weltmeister Jeremy Wariner (USA) mit einem fünften von sechs möglichen Saisonsiegen ins Preisgeld laufen.

Zu den sechs in der Startliste verzeichneten Deutschen gehört im Hochsprung auch die bei Olympia gescheiterte Frankfurter Weltranglisten-Dritte Ariane Friedrich.

© SID

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