Leichtathletik Golden League
Letztes Leichtathletik-Fest im Züricher Letzigrund

Zum letzten Mal treffen sich heute (20.00 Uhr/live in Premiere) die Leichtathletik-Stars aus aller Welt zum Golden-League-Meeting im Züricher Letzigrund. Die altehrwürdige Arena wird in wenigen Wochen abgerissen.

Eine Ära geht zu Ende: Als sich zwei deutsche Sport-Legenden als Ehrengäste auf den Weg zum weltgrößten Leichtathletik-Meeting (heute, ab 20.00 Uhr/live in Premiere) im Züricher Letzigrund machten, war schon eine gehörige Portion Wehmut dabei. Denn die altehrwürdige Arena, in der Martin Lauer am 7. Juli 1959 in handgestoppten 13,2 Sekunden über 110m Hürden für den ersten der bislang 23 Weltrekorde sorgte, und Armin Hary am 21. Juni des folgenden Jahres ebenfalls auf Asche die 100m in zuvor von niemanden erreichten 10,0 Sekunden durcheilte, fällt in wenigen Wochen der Spitzhacke zum Opfer.

Doch wie im Falle des Wankdorf-Stadions, in dem sich 1954 beim deutschen 3:2-Triumph gegen Ungarn im Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft das "Wunder von Bern" vollzog, weicht die inzwischen veraltete Arena einem Neubau. In Bern ist vier Jahre nach dem Abriss bereits 2005 ein neues Stadion eingeweiht worden. In Zürich beginnen die Abbrucharbeiten in wenigen Wochen. Doch bereits am 7. September 2007, wenige Tage nach der Leichtathletik-WM von Osaka/Japan, soll im neuen Oval die große WM-Revanche folgen. Dies ist nur möglich, weil auf dem Gelände nebenan längst mit dem Neubau begonnen wurde. Statt bisher 23 000 sollen künftig 32 000 Zuschauer dabei sein können, allein 30 000 auf Sitzplätzen.

Teuerste Leichtathletik-Veranstaltung der Welt

"Europa gegen den Rest der Welt" lautet fünf Tage nach den Europameisterschaften von Göteborg das Motto von "Weltklasse in Zürich", dem bedeutendsten und mit gut drei Mill. Euro Etat auch teuersten Leichtathletik-Meeting der Welt. In 18 der 19 Disziplinen sind die Jahres-Weltbesten am Start, insgesamt 15 Olympiasieger, 14 Weltmeister von Helsinki 2005. Und 18 der neuen Europameister - aber darunter keiner der vier deutschen Sieger.

Denn die Disziplinen von Jan Fitschen (10.000m), Ralf Bartels (Kugel), Ulrike Maisch (Marathon) und Steffi Nerius (Speer) stehen nicht im Programm. Unter den elf Deutschen sind die drei EM-Zweiten Tim Lobinger (Stab), Kirsten Bolm und Thomas Blaschek (beide Hürden) sowie der fünfmalige Diskus-Weltmeister Lars Riedel.

Powell und Shaheen im Blickpunkt

Doch im Blickpunkt stehen andere. 46 Jahre nach Harys bahnbrechenden 10,0 erneut die 100m mit Jamaikas Weltrekordler Asafa Powell (9,77) sowie die 3000m Hindernis mit dem in Kenia geborenen Katari Saif Saaeed Shaheen, der nach Höhentraining seine eigene Weltrekordmarke von 7:53,63 Minuten angreifen will. Und natürlich der Jackpot.

Neben Powell können sich auch die 400-m-Stars Jeremy Wariner und Sanya Richards (beide USA) sowie Äthiopiens Doppel-Weltmeisterin Tirunesh Dibaba (5000m) Hoffnungen auf das große Geld machen. Die Sieger von fünf Golden-League-Meetings partizipieren an 500 000 Dollar. Die Gewinner von sämtlichen sechs Veranstaltungen - nach Oslo, Paris, Rom folgt eine Woche nach Zürich erst Brüssel und dann das Berliner Istaf - teilen weitere 500 000 Dollar. Zudem ist die Teilnahme am Welt-Leichtathletik-Finale am 9./10. September in Stuttgart Pflicht.

Powell und Wariner scheinen Dank ihrer Überlegenheit die besten Karten im Kampf um das große Geld zu haben. Richards hat in Zürich harte Konkurrenz in Weltmeisterin Tonique Williams-Darling (Bahamas) und Bulgariens Europameisterin Wanja Stambolowa, Dibaba in Teamkameradin Meseret Defar, Olympiasiegerin und Weltrekordlerin.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%