Leichtathletik Golden League
Powell egalisiert Weltrekord in Zürich

Mit seinen 9,77 Sekunden über die 100m hat Weltrekordler Asafa Powell das Highlight beim Golden League in Zürich gesetzt. Es war gleichzeitig die letzte Veranstaltung im altehrwürdigen Letzigrund.

Asafa Powell hat Zürich zum Abschied vom alten Letzigrund den 24. Weltrekord seiner Geschichte geschenkt. In 9,77 Sekunden stellte der 23 Jahre alte Jamaikaner beim Golden League Meeting der Leichtathleten auf der "magischen Piste" bereits zum zweiten Mal die eigene Bestmarke ein. Er hatte sie als erster Sprinter am 14. Juni 2005 in Athen erzielt und stellte sie am 11. Juni 2006 im britischen Gateshead erstmals ein. Im Ziel lag Powell klar vor dem Amerikaner Tyson Gay (9,84), dessen Landsmann Justin Gatlin als Weltrekord-Mitinhaber vor einer Doping-Sperre steht.

Für den ersten Weltrekord in Zürich hatte am 7. Juli 1959 Martin Lauer in 13,2 Sekunden über 110m Hürden gesorgt, ein Jahr später war Armin Hary als erster Mensch die 100m in glatten zehn Sekunden gesprintet. Beide waren am Freitag Ehrengäste im Letzigrund. Die alte Arena wird in wenigen Wochen abgerissen, ein 32 000 Menschen fassendes neues Station am 7. September 2007 wenige Tage nach der WM von Osaka/Japan beim nächsten Zürich-Meeting eingeweiht.

Nächstes Jahr im neuem Stadion

"60 Prozent aller Athleten sind gedopt", hatte Powell am Vortag gesagt und für mächtig Unruhe gesorgt. Sein Manager korrigierte am Abend, Powell habe gemeint, 60 Prozent aller 100m-Weltrekordler. Am Freitag wollte Powell nach dem mit insgesamt 67 000 Euro belohnten Weltrekord (50 000 Dollar, 1 Kilo Gold, 16 000 für den Sieg) von diesem Thema nichts mehr wissen: "Das war ein sensationelles Rennen, die Pause hat mir gut getan. Ich hätte mir nichts schöneres wünschen können, als vor dieser Kulisse so stark zu laufen", meinte Powell.

Kein Weltrekord über 3000m Hindernis

Ein erwarteter Weltrekord fiel dagegen 15 Minuten später nicht, denn Hindernis-Weltmeister Saif Saaeed Shaheen (Katar) scheiterte in 7:56,54 um 3,1 Sekunden an seiner zwei Jahre alten Marke. Jahres-Weltbestzeit lief Äthiopiens Star Kenenisa Bekele über 5000m beim Sieg in 12:48,25 nur 0,41 Sekunden vor dem Kenianer Isaac Songok.

Ihre Chance auf den insgesamt eine Million Dollar schweren Jackpot der Golden League wahrten durch den vierten Golden-League-Sieg neben Asafa Powell auch Äthiopiens Weltmeisterin Tirunesh Dibaba beim 5000m-Sieg in 14:45,75 Minuten sowie die amerikanischen 400m-Asse Sanya Richards in 50,18 beim Sieg über Bulgariens Europameisterin Wanja Stambolowa (50,42) und Jeremy Wariner in 44,21 Sekunden. Im Rennen von Dibaba gab die EM-Sechste Sabrina Mockenhaupt (Köln) auf.

Quartett mit Chancen auf den Jackpot

Die EM-Revanche gelang Kirsten Bolm (Mannheim), die nach dem Silber von Göteborg über 100m Hürden diesmal als Vierte in 12,85 Sekunden vor Schwedens Europameisterin Susanna Kallur (12,86) lag. In 12,65 siegte Weltmeisterin Michelle Perry (USA). Der Leipziger Vize-Europameister Thomas Blaschek wurde im B-Lauf über 110m Hürden in 13,54 Sekunden Dritter. Über 400m Hürden schlug Griechenlands Europameister Periklis Iakovakis in 47,92 Sekunden die Amerikaner um Weltmeister Bershawn Jackson (48,49/Dritter).

Drei Deutsche sprangen 5,75m mit dem Stab, doch Fabian Schulze (Kornwestheim/4.), der EM-Zweite Tim Lobinger (Köln/6.) und Danny Ecker (Leverkusen/7.) mussten den Sieg Brad Walker (USA/5,85) überlassen.

Der fünfmalige Diskus-Weltmeister Lars Riedel hatte auch sechs Tage nach seinem achten EM-Rang von Göteborg erneut keine Siegchance. Der 39 Jahre alte Chemnitzer wurde mit 64,30m Fünfter. Nur knapp triumphierte Litauens zweimaliger Olympiasieger Virgilijus Alekna mit 68,51m vor dem Esten Gerd Kanter, der im letzten Versuch mit 68,41m noch gefährlich aufkam, doch am Ende wie bei WM und EM Zweiter hinter Alekna wurde. Auf Rang neun landete mit schwachen 59,81m der Wattenscheider EM-Fünfte Michael Möllenbeck.

© SID

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