Leichtathletik Golden League
Powell und Co. gehen in Berlin auf Rekordjagd

Zum Golden-League-Abschluss trifft sich die Leichtathletik-Elite heute in Berlin. Neben 16 Europameistern von Göteborg wird auch der 100m-Weltrekordler Asafa Powell starten, der mit einem Sieg den Jackpot knacken würde.

Beim Golden-League-Finale der Leichtathleten beim Istaf im Berliner Olympiastadion (ab zwölf Uhr, live bei ARD und Premiere) erwartet die Zuschauer ein hochkarätiges Starterfeld. Vor allem der Auftritt des Super-Sprinters Asafa Powell (Jamaika) verspricht Spannung. Seine Weltrekorde produziert der Jamaikaner stets ohne Ansage und auch diesmal hält sich Powell mit Kampfansagen zurück, ist jedoch zum schnellen Laufen verdammt. Denn als einer von vier Anwärtern auf einen zweiten Anteil am millionenschweren Gold-Jackpot braucht der 23-Jährige noch einen Sieg, um mindestens 196 000 Dollar mit in die Karibik nehmen zu können.

Powell: "Mir ist das Siegen wichtig"

"Der Jackpot interessiert mich nicht. Mir ist das Siegen wichtig", sagt Powell, der seit Mai dieses Jahres nicht mehr langsam machte. Zweimal stellte er seitdem seinen im Juni 2005 in Athen erzielten Weltrekord von 9,77 Sekunden ein, zuletzt vor zwei Wochen in Zürich. Noch kein 100m-Rennen hat er in diesem Jahr verloren. Am vergangenen Freitag in Brüssel blieb er zum zehnten Mal in einer Saison bei regulären Bedingungen unter zehn Sekunden und überbot damit Sydney-Olympiasieger Maurice Greene (USA), der 1999 zu neun Neuner-Zeiten gesprintet war.

Auch die Istaf-Macher wollen ihn zu einer Top-Zeit treiben: "Portugals Europameister Francis Obikwelu soll Asafa Powell Beine machen. Er ist der beste Jäger, den wir finden konnten", sagt Gerhard Janetzky, geschäftsführender Istaf-Gesellschafter.

Neben Powell sind auch die beiden US-amerikanischen 400m-Stars Jeremy Wariner und Sanya Richards sowie 5000m-Weltmeisterin Tirunesh Dibaba (Äthiopien) bei den bisherigen fünf Meetings der "Königsklasse" in Oslo, Paris, Rom, Zürich und Brüssel unbesiegt geblieben und haben damit ihren Anteil an der ersten Hälfte des Geldes gesichert. Sie kämpfen nun um die zweiten 500 000.

An der Jackpot-Hälfte für fünf Erfolge könnten bei einem Sieg in Berlin zudem noch 10.000m-Olympiasieger Kenenisa Bekele (Äthiopien) über 5000m und Weitspringer Irving Saladino (Panama) partizipieren.

"Der in diesem Jahr eingeführte Doppel-Jackpot beschert uns eines der spannendsten und hochkarätigsten Meetings der Geschichte", sagt Janetzky. Denn auch Sprinterin Sherone Simpson kann im Erfolgsfall noch auf fünf Erfolge hoffen. Zusätzlich müsste aber die dreifache Sydney-Olympiasiegerin Marion Jones nachträglich wegen EPO-Dopings disqualifiziert werden. Dann bekäme Simpson den Sieg in Paris zugesprochen. In der A-Probe ist Jones schon positiv getestet, die B-Probe soll noch in dieser Woche geöffnet werden.

16 Europameister von Göteborg am Start

Im Istaf-Starterfeld stehen insgesamt 16 Europameister von Göteborg, darunter die deutschen Titelträger Jan Fitschen (Wattenscheid/3000m), Ralf Bartels (Neubrandenburg/Kugel) und Steffi Nerius (Leverkusen/Speer). Der Wattenscheider tritt dabei unter anderem gegen Finnlands Hindernis-Europameister Jukka Keskisalo und sagt: "Es ist ein gutes Feld. Ich will natürlich gewinnen."

Mit 2,2 Mill. Euro hat das Istaf zusammen mit Oslo einen der kleinsten Etats der Golden League, erwartet mit 50 000 Zuschauern aber die größte Publikumsresonanz nach Paris (70 000). Als neuer Hauptsponsor ist erstmals die Deutsche Kreditbank (DKB) an Bord, nachdem die Deutsche Bahn ihren Ausstieg verkündet hatte, um sich ganz Fußball-Bundesligist Hertha BSC widmen zu können.

© SID

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