Leichtathletik Grand Prix
Gatlin im indirekten Duell schneller als Powell

Das Fernduell zwischen den beiden schnellsten Männern der Welt hat Justin Gatlin am Wochenende für sich entschieden. In Eugene lief der Sprinter die 100m in 9,88 Sekunden, während Asafa Powell kurz darauf 9,93 benötigte.

Den inoffiziellen Titel des derzeit schnellsten Mannes des Welt hat Doppel-Weltmeister Justin Gatlin gegen Asafa Powell verteidigt - wenn auch nicht im direkten Duell. Der US-Amerikaner brachte 16 Tage nach der Egalisierung des 100-m-Weltrekordes (9,77 Sekunden) eine 9,88 auf die Bahn in Eugene (Oregon). Beim Grand-Prix-Meeting der Leichtathleten kam Jamaikas Star Asafa Powell, der sich seit Gatlins Traumlauf von Doha/Katar die Bestmarke mit diesem teilen muss, Minuten später in einem zweiten Rennen trotz starken Rückenwindes von 2,5m pro Sekunde nur auf 9,93.

"Lauf der Giganten" verschoben

Die Manager der beiden lassen das schnelle Duo wohl erst am 28. Juli in London aufeinander los. "Die Welt will uns im Duell sehen, aber ich sage, sie muss sich gedulden", meinte Gatlin, auf dessen Management nach der am Sonntag erfolgten Absage des für 11. Juni im britischen Gateshead geplanten Duells wohl eine Menge Ärger zukommt. Gatlins Agent Renaldo Nehemiah, früherer Weltrekordler über 110m Hürden, will den "Lauf der Giganten" anderswo entscheidend besser vermarkten. Doch zugleich sieht der sich mit Schadenersatzforderungen aus Gateshead konfrontiert.

In Eugene hatte Gatlin wie am 12. Mai in Doha erneut den Weltrekord im Visier. "Ich hätte ihn gefährdet. Aber ich stolperte am Anfang zu sehr ins Rennen und touchierte während des Laufes drei Mal mit den Armen von Leonard Scott", meinte der Olympiasieger, der von 1,0m Rückenwind begleitet wurde.

Powell: "Wollte nur die anderen in Schach halten"

Trotz deutlich stärkerer Windunterstützung konnte Asafa Powell die Zeit des Amerikaners nicht gefährden. "Aber das hat keinen Aussagewert. Ich wollte nur die anderen in Schach halten", meinte Powell, der in 9,93 vor 200-m-Weltmeister Shawn Crawford (10,04) lag. Der Jamaikaner weiter: "Wir haben hier bewiesen, dass uns kein anderer schlagen kann. Aber ich sehe keine Eile, dass wir im gleichen Rennen gegeneinander antreten."

Mit Jahres-Weltbestmarken endeten vier andere Wettbewerbe. Im Kugelstoßen übertraf Christian Cantwell mit 22,17m erneut die 22-m-Marke und schlug Weltmeister Adam Nelson (ebenfalls USA), der mit 21,44m nun Nummer zwei der Weltrangliste 2006 ist. Über 110m Hürden wies Chinas Olympiasieger Xiang Liu in 13,21 Sekunden Frankreichs Weltmeister Ladji Coucoure (13,33) in die Schranken. Über 1500m setzte sich die Russin Tatjana Tomaschowa in 4:01,81 Minuten an die Spitze der Rangliste, und über 100m Hürden egalisierte Michelle Perry (USA) in 12,63 die Saisonbestmarke.

Für weitere überragende Leistungen sorgten Diskus-Olympiasieger Virgilius Alekna (Litauen) mit 67,97m und die Russin Tatjana Lebedewa mit 7,00m im Weitsprung.

© SID

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