Leichtathletik Hallen-DM: Unger verpasst WM-Qualifikation

Leichtathletik Hallen-DM
Unger verpasst WM-Qualifikation

Tobias Unger verpasste bei den deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften über 60m die Qualifikation für die Hallen-WM. Dagegen lösten Ruwen Faller (400m) und Stabhochspringer Tim Lobinger das Ticket für Moskau.

Deutschlands Leichtathlet des Jahres Tobias Unger hat bei den 53. Deutschen Hallen-Meisterschaften die Qualifikation für die Hallen-WM in Moskau (10. bis 12. März) endgültig verpasst. Dagegen meldeten Kugelstoßer Ralf Bartels und Stabhochspringer Tim Lobinger Titelambitionen an. In Karlsruhe lieferten die beiden die mit Abstand besten Leistungen ab und belegen derzeit jeweils Platz zwei in der Weltrangliste.

Der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow sprach nach den zwei Tagen in Baden von "vielen sehr guten Leistungen" und kündigte ein mindestens 16-köpfiges Team für Moskau an. In den 400-m-Läufern Ruwen Faller (Magdeburg/46,53 Sekunden) und Claudia Hoffmann (Potsdam/52,02) erfüllten bei den nationalen Titelkämpfen nur zwei Athleten die zuvor verfehlte Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Damit haben 20 DLV-Athleten die internen Vorgaben erfüllt.

Jan Fitschen (Wattenscheid/3000m), Stefan Eberhardt (Erfurt/1500m) und Claudia Marx (Erfurt/400m) verzichten jedoch freiwillig auf einen Start in der russischen Metropole, Kugelstoßer Detlef Bock (Wolfsburg) und die Stabhochspringer Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) und Lars Börgeling (Leverkusen) fallen der Regel zum Opfer, dass der DLV pro Disziplin nur zwei Athleten melden darf.

Damit blieben nur 14 Athleten übrig. Mallow kündigte jedoch an, dass im Aufgebot am Montagmorgen aller Wahrscheinlichkeit nach auch Silke Spiegelburg (Leverkusen), U20-Europameisterin und -Weltrekordlerin im Stabhochsprung, sowie Hürden-Sprinter Mike Fenner (Wattenscheid) stehen werden. "Ich werde beide vorschlagen", versprach der Leitende Bundestrainer: "Fenner hat die Norm nur um eine Hunderstel verpasst. Silke Spiegelburg ist derzeit die Nummer zehn in der Weltrangliste und eine junge, hoffnungsvolle Athletin."

Unger über 60m außer Tritt

Auf keinen Fall in Russland dabei sein wird dagegen Tobias Unger. Deutschlands Leichtathlet der vergangenen beide Jahre verfehlte im Vorlauf über 60m in 6,75 Sekunden die Norm (6,60) erneut und trat zum Finale freiwillig nicht mehr an. "Ich bin über die 60m dieses Jahr einfach nicht reingekommen. In Moskau hätte ich ohnehin keine Chance auf den Endlauf", sagte der Kornwestheimer frustriert und tröstete sich anschließend mit dem Titel über seine Spezialdisziplin 200m (20,79 sec). Diese war nach seinem Erfolg bei der Hallen-EM 2005 in Madrid allerdings aus dem Programm von Welt- und Europameisterschaften in der Halle gestrichen worden.

Die Medaillenprognose für Moskau, so Mallow, "liegt so zwischen 0 und 3. Wobei auch 0 möglich ist." Zumindest Bartels und Lobinger schürten jedoch Hoffnungen. Der WM-Dritte Bartels schob sich mit europäischer Jahresbestleistung von 21,43 auf Platz zwei der Weltrangliste. Lobinger, der dort schon stand, gewann den Vierkampf um zwei Tickets mit 5,80m vor Fabian Schulze (Kornwestheim/Ludwigsburg/5,75 m).

Sechs-Meter-Springer Lobinger scheiterte nur knapp an 5,91m. "Bartels ist sicher nicht der Favorit, aber er kann eine Medaille holen", meinte Mallow: "Und die Stabhochspringer können in dieser Form auch darum kämpfen." Zudem fliegen die Hürden-Sprinter Kirsten Bolm (Mannheim) und Thomas Blaschek (Leipzig) sowie Kugelstoßerin Petra Lammert (Neubrandenburg) mit Chancen nach Moskau.

Wattenscheider Staffel mit deutschem Rekord

Weitere starke Leistungen unter insgesamt elf Jahresbestleistungen boten in Karlsruhe die 4x200-m-Staffel des TV Wattenscheid, die in 1:23,98 Minuten den mehr als 21 Jahre alten deutschen Rekord von Bayer Leverkusen (1:24,17) knackte, und die Olympia-Fünfte Melanie Seeger mit einer Weltjahresbestzeit über 3000m Gehen (11:59,64). Die in der Halle äußerst seltene Disziplin wird in Moskau allerdings nicht vertreten sein.

© SID

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