Leichtathletik Hallen-EM: Deutsche Stabhochspringer greifen nach Edelmetall

Leichtathletik Hallen-EM
Deutsche Stabhochspringer greifen nach Edelmetall

Die deutschen Stabhochspringer gehen mit großen Medaillen-Chancen in die heute beginnenden Hallen-Europameisterschaften der Leichtathleten in Birmingham. Gleich vier Athleten greifen nach Gold.

Mindestens eine Medaille sollte den deutschen Stabhochspringern bei den heute beginnenden Hallen-Europameisterschaften in Birmingham sicher sein. Fünf der besten sieben europäischen Athleten kommen aus Deutschland. Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) liegt mit 5,90m an der Spitze vor Fabian Schulze (Kornwestheim/5,83) und Danny Ecker (5,82). Lars Börgeling und Tim Lobinger (alle Leverkusen/beide 5,75m) komplettieren den Kreis. Alles andere als ein Platz unter den ersten Drei wäre eine Riesen-Enttäuschung.

"Bei uns hat eine Entwicklung stattgefunden"

"Bei uns hat in den letzten zwei Jahren noch einmal eine Entwicklung stattgefunden", sagt Jörn Elberding, der für die männlichen Springer zuständige Bundestrainer. Ein Ruck sei durch die Jungs gegangen, "und inzwischen reichen 5,70m nicht mehr, um sich national im Kampf um ein EM- oder WM-Ticket durchzusetzen", sagt der Heimtrainer von Björn Otto.

Selbst 5,83m reichten Fabian Schulze, der schon im letzten Sommer als Europas Nummer zwei die EM von Göteborg verpasste, nicht zum Birmingham-Ticket. Altmeister Tim Lobinger (34), der seit der Wende als einziger deutscher Stabhochspringer Gold gewann, nämlich einmal bei der Hallen-WM (2003 in Birmingham) und zweimal bei der Hallen-EM (1998 und 2002), hatte bei der Leipziger DM bei gleicher Höhe die Nase letztlich entscheidend vor Schulze.

Dieser muckte öffentlich gegen den Deutschen Leichtathletik-Verband auf ("Für mich ist das eine Fehlentscheidung und unfair") und unterstellte diesem bei seiner Nominierung: "Ich befürchte, dass Tims Bekanntheit nicht ganz unbedeutend war. Er ist eine Persönlichkeit, die man ungern vor den Kopf stößt, weil man weiß, dass es dann öffentlichen Knatsch geben kann."

Doch im Grunde hat er kein Problem mit Lobinger, will mit diesem sogar nach Saisonende in Skiurlaub fahren. Wirkliche Probleme mit dem Vorzeigespringer hat nur der neue Platzhirsch Björn Otto, seit er Lobinger im September 2006 durch seinen Sieg in Elstal bei Berlin den 25 000-Euro-Jackpot verdarb und der Kölner sich als schlechter Verlierer präsentierte.

Öffentlich hatte sich Lobinger darüber beklagt, Otto hätte ihm Sieg und Geld überlassen müssen. Doch dieser konterte ganz trocken: "Für das, was er da von mir verlangt hat, sind italienische Fußballvereine in die zweite Liga zurückgestuft worden."

Elberding träumt von Dreifach-Triumph

Für Otto war der damalige Sieg über Lobinger vor allem deshalb wichtig, weil er nach dem Kahnbeinbruch sein Comeback feierte. "Inzwischen ist seine Physis stark verbessert, er kann den Stab höher greifen und hat jetzt die nötige Kraft in den Beinen", sagt Elberding. Er traut nicht nur Otto, Ecker und Lobinger in Birmingham den Sieg zu, sondern träumt von einem ähnlichen Husarenstück wie 1998 in Den Haag, als Lobinger, Michael Stolle und Ecker die ersten drei Plätze belegten.

Seitdem stehen in der Bilanz der Hallen-EM sechs deutsche Stabhochsprung-Medaillen (je zweimal Gold, Silber und Bronze) und fünf bei der Hallen-WM (1/2/2). Auch bei Europameisterschaften unter freiem Himmel (dreimal Silber, einmal Bronze) kann sich die Bilanz sehen lassen, doch bei Olympia und der Freiluft-WM gab es trotz oft guter Aussichten seit der Wende nicht mal Bronze.

"Ich will jetzt für die WM im Sommer in Osaka keine Medaille voraussagen. Aber genau hier wird unser Anspruch neu formuliert", sagt Björn Elberding.

© SID

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