Leichtathletik International
Bergqvist stellt alles in den Schatten

Im kleinen Arnstadt machte Kajsa Bergqvist den großen Satz: Mit dem neuen Hallen-Weltrekord im Hochsprung sorgte die Schwedin für das Highlight am Wochenende der Leichtathletik-Meetings.

Mit dem Weltrekordsprung der Schwedin Kajsa Bergqvist über 2,08m stahl ein kleines Sportfest im thüringischen Arnstadt dem großen Stuttgarter Leichtathletik-Meeting die Show. "Ich gönne Kajsa Bergqvist diesen Weltrekord. Keine andere war in den letzten Jahren so beständig wie sie", kommentierte Heike Henkel als Augenzeugin des Höhenflugs ihre Entthronung. 14 Jahre hatte die Bestmarke der Leverkusenerin gehalten, die sechs Monate vor ihrem Barcelona-Olympiasieg 1992 in Karlsruhe 2,07m gesprungen war.

"Dass Heike hier als Zuschauerin war, hat mich stimuliert und sicher ein, zwei Zentimeter gebracht", meinte Kaysa Bergqvist, die 2004 Olympia wegen einer Achillessehnen-Operation verpasst hatte. Zu den Klängen der schwedischen Band Abba hatte Bergqvist zuvor 1,85, 1,93m, 1,96, 1,99m, 2,01 und 2,03m im ersten Anlauf gemeistert, nahm 2,05 im zweiten Versuch und dann die Weltrekordhöhe auf Anhieb. Höher als die 28-Jährige sprang nur die bulgarische Olympiasiegerin Stefka Kostadinowa, die 1987 beim WM-Titel in Rom mit 2,09m den noch gültigen Freiluft-Weltrekord aufgestellt hatte.

1 300 Zuschauer feierten die Schwedin

1 300 Zuschauer beim "Hochsprung mit Musik" feierten die mit 10 000 Euro Prämie bedachte Schwedin, die sich am Morgen gar nicht gut gefühlt hatte. "Aber ich bin gut in den Wettkampf reingekommen, und plötzlich lief es wie aus einem Guss", meinte Bergqvist, die ihre Freiluft-Bestmarke von 2,06m im Juli 2003 in Eberstadt bei Heilbronn erzielt hatte. Trotz glänzender Leistungen trat der Männer-Wettbewerb in den Hintergrund. Jahres-Weltbestleistung schafften Sieger Jaroslaw Rybakow und Ivan Uchow (beide Russland) jeweils mit 2,37m.

In Stuttgart verpasste Äthiopiens WM-Zweite Miseret Defar den erhofften Weltrekord und 25 000 Dollar Prämie in 8:30,72 Minuten über 3000m um 1,57 Sekunden. Sechs weitere Jahres-Weltbestmarken sorgten vor der Rekordkulisse von 8 000 Zuschauern für glänzende Stimmung.

Saisonbestmarken in der Schleyer-Halle

Bei den Männern gab es Saisonbestmarken in der Schleyer-Halle durch zwei Kenianer und zwei Sprinter aus Jamaika. Wilfred Bungei siegte in 1:45,60 über 800 und Daniel Komen in 3:34,20 Minuten über 1500m. Davian Clarke war in 46,52 Sekunden bester 400-m-Läufer und Maurice Wignall (Jamaika) in 7,54 Sekunden Schnellster über 60m Hürden. Für Weltbestleistungen 2006 bei den Frauen sorgten neben Defar auch Alesja Turowa (Weißrussland) in 4:08,05 Minuten über 1500m und Tatjana Kotowa (Russland) mit 6,9m im Weitsprung. Einziger deutscher Sieger war der Kornwestheimer Tobias Unger. Der Lokalmatador gewann den 200-m-Lauf in 20,99 Sekunden vor Christopher Williams (Jamaika/21,15), doch der Hallen-Europameister kam nicht an seine eine Woche zuvor in Karlsruhe gelaufene Zeit (20,71) heran. "Ich habe ein paar Fehler gemacht, aber bin nicht unzufrieden", meinte der Olympiafinalist, der zuvor in 6,73 im 60-m-Vorlauf ausgeschieden war.

Zweiter hinter dem Ukrainer Denis Jurtschenko wurde im Stabhochsprung der Weltranglistenerste Tim Lobinger (Leverkusen/5,70). Als Sechster über 3000m lief Jan Fitschen (Wattenscheid) in 7:47,53 die WM-Norm für Moskau. Mit der Jahres-Weltbestmarke von 21,65m im Kugelstoßen war Reese Hoffa der Star der Millrose Games im New Yorker Madison Square Garden. Als Verlierer verließ indes 5 000- und 10 000-m-Weltrekordler Kenenisa Bekele (Äthiopien) die Halle. Der achtmalige Crosslauf-Weltmeister, zugleich Titelträger über 10.000m, unterlag in schwachen 4:01,57 Minuten über die Meile dem nun für die USA startenden Ex-Kenianer Bernard Lagat (3:56,85).

© SID

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