Leichtathletik International
Gatlin sprintet in Doha zum 100-m-Weltrekord

Der US-amerikanische Weltmeister und Olympiasieger Justin Gatlin hat in Doha einen neuen Weltrekord über 100m aufgestellt. Der 24-Jährige unterbot in 9, 76 Sekunden die bisherige Bestmarke um eine Hundertstel.

Der US-Sprinter Justin Gatlin hat dem Jamaikaner Asafa Powell den Weltrekord über 100m abgeluchst. Der Weltmeister und Olympiasieger verbesserte die bisherige Bestmarke um eine Hundertstelsekunde und schraubte die Weltrekordzeit damit auf 9,76 Sekunden. Der 24 Jahre alte Gatlin hatte den Rekord zu Beginn der Woche angekündigt.

Durch den Rekordlauf holte Gatlin das begehrte "Triple" aus Olympiasieg (2004), Weltmeister-Titel (2005) und Weltrekord in seinem Besitz. Zuletzt gelang dieses Kunststück seinem Landsmann Maurice Green.

"Nun bin ich der Beste der Besten"

"Nun bin ich der Beste der Besten", sagte der strahlende Superstar ausgelassen: "Und ich hatte es irgendwie im Gefühl." Den Rekordlauf hatte Gatlin schon zu Beginn der Woche angekündigt: "Ich habe mir gedacht, dass ich es schaffen kann, und ich habe Wort gehalten." Der Trick, sich selbst unter Druck zu setzen, funktionierte also. "Ich bin ein Mann, der Herausforderungen liebt", meinte Gatlin und geriet dann ins Schwärmen: "Und mein Lauf war einfach phänomenal."

Obwohl der US-Boy seine für dieses Jahr angekündigte Marke von 9,75 Sekunden knapp verfehlte, verbesserte er die nur elf Monate währende Bestmarke von Asafa Powell um eine Hunderstelsekunde. Der Jamaikaner war am 14. Juni 2005 in Athen 9,77 Sekunden gelaufen.

Gatlin hatte seinen großspurigen Ankündigen für sein erst zweites Sportfest in diesem Jahr also frühzeitig Taten folgen lassen. Schon im Halbfinale hatte er in 9,85 Sekunden eine Weltjahresbestzeit hingelegt. Welche Sonderprämie der im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborene Doppel-Weltmeister für den Rekord-Lauf im Scheichtum Katar erhält, wurde im Vorfeld nicht bekannt.

Star der WM 2005

Bei den Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki war Gatlin bereits der große Star. Als erster Sprinter nach Maurice Greene 1999 gewann er das Gold-Double über 100 und 200m. Der Traum vom dritten Gold endete ohne sein Verschulden, als die 4x100-m-Staffel nach einem Wechselfehler von Mardy Scales zu Leonard Scott ausschied.

Gleich nach seinen Gala-Auftritten in Finnland hatte der Star schon für die nahe Zukunft weitere Heldentaten angekündigt. "Im Sprint muss man sich seine Erfolge so schnell wie möglich holen. Ich werde schon alt. Da kommen 17-, 18-Jährige nach, die verdammt schnell sind. Ich muss mir jetzt einen Namen machen", betonte er und versicherte zu Beginn der neuen Saison, dass er seine größte Motivation aus der Jagd nach dem Weltrekord zieht.

"2006 gibt es keine große Meisterschaft, also ist es mein großes Ziel in diesem Jahr, meinen Namen vor den Weltrekord zu setzen", hatte er getönt. Dass dieser bis dahin im Besitz von Powell war, störte Gatlin empfindlich. Nun setzte er dem großen Rivalen schon vor dem ersten Aufeinandertreffen des Jahres am 11. Juni beim Grand-Prix-Meeting in Gateshead/Großbritannien den Rekord vor.

Deutsche Athleten mit mäßigen Leistungen

Im Schatten des 100-m-Weltrekords von Justin Gatlin (9,76 Sekunden) hat das deutsche Quartett beim Leichtathletik-Sportfest in Doha nur mäßige Leistungen gezeigt. Der Wattenscheider Sebastian Ernst wurde über 200m in 20,82 Sekunden Fünfter, Daniel Schnelting (Rhede) belegte beim Sieg von Jaysuma Saidy (Gambia/20,59) in 21,01 Sekunden Rang acht.

Ebenfalls Fünfter wurde der Stuttgarter Stefan Wenk, der mit 79,99m im Speerwurf die 80-m-Marke nur minimal verpasste. Stabhochspringerin Nastja Ryshich (Ludwigshafen) blieb als einzige Athletin ohne gültigen Versuch.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%