Leichtathletik International
Gay knackt mit zu viel Wind die Weltrekordzeit

Beim Leichtathletik-Grand-Prix in New York hat Tyson Gay mit 9,76 Sekunden den Weltrekord über 100m gebrochen. Doch wegen des starken Rückenwindes bleibt die alte Bestmarke von Asafa Powell bestehen.

Die Athleten zeigten sich an diesem Wochenende in bestechender Form. Mit fünf Jahres-Weltbestmarken und weiteren Glanzleistungen sorgten Sprinter und Springer für die Höhepunkte. In New York erreichte der 200-m-WM-Vierte Tyson Gay (USA) in 9,76 Sekunden eine 100-m-Zeit, die zuvor kein anderer mit einem Minimum zu starken Rückenwindes (2,2 statt erlaubter 2,0m/s) gesprintet war. In Kalamata landete Griechenlands Hallen-Vize-Europameister Louis Tsatoumas mit 8,66m den weitesten Sprung in der Welt seit dem WM-Sieg des Kubaners Ivan Pedroso 1995 in Göteborg (8,70).

Aufsteiger Eike Onnen glänzte als Lokalmatador in Hannover erneut mit 2,30m und scheiterte daran, seine Jahresweltbestmarke um einen Zentimeter auf 2,35 zu steigern. Wie bei seinen 2,34m war dies kein Wettkampf mit Norm-Charakter im Hinblick auf die WM in Osaka (25.8.-2.9.).

Den vierten Sieg im fünften Saisonwettkampf feierte Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg) nach den 65,55m von Dessau am Sonntag mit 65,02 in Zeulenroda/Thüringen. In Glasgow verlor Speerwurf-Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen) überraschend den zweiten ihrer drei Saisonwettkämpfe mit 62,57m gegen die Britin Goldie Sagers (63,59).

Möllenbeck verpasst Norm

Voll die Norm erfüllt haben am Wochenende einige andere. Hallen-Weltmeister Tim Lobinger (Köln) ist nach 5,70m in Dessau und 5,81m in der Domstadt derzeit Europas Nummer eins. Der WM-Achte Mark Frank (Rostock) wurde mit 81,96 Dritter beim Speerwurf-Sieg des Olympiazweiten Vadims Vasilevskis (Lettland/87, 56) in Dessau. Im belgischen Dommelhof lief der Chemnitzer Europacupsieger Andre Pollmächer 27:55,66 Minuten über 10.000m. U23-Europameister Robert Harting (Berlin) hakte die Norm in Zeulenroda mit 64,54 voll ab.

Die zweite Norm (64,50) verfehlte hinter ihm der EM-Fünfte Michael Möllenbeck (Wattenscheid) mit 63,83m. Die erste Norm schaffte im Speerwerfen der Hannoveraner Stephan Steding (82,46). Ebenfalls der EM-Zweite Tomas Blaschek (Leipzig), der über 110m Hürden beim Saisondebüt in 13,33 seine persönliche Bestzeit (13,31) streifte, sowie hinter Lobinger mit 5,71m Björn Otto (Dormagen) und Lars Börgeling (Leverkusen).

Für die fünf Jahres-Weltbestmarken von New York sorgten Chinas 110-m-Hürden-Olympiasieger Liu Xiang, der in 12,92 Sekunden beim Sieg über den starken Amerikaner Terrence Trammell (12,95) seinen Weltrekord nur um 0,04 Sekunden verfehlte, die US-Hoffnungen Virginia Powell in 12,45 über 100m Hürden und Jennifer Stuczynski mit 4,88m im Stabhochsprung sowie über 5000m die Äthiopier Tariku Bekele in 13:04,05 und Tirunesh Dibaba in 14:35,67 Minuten.

Tyson Gay kratzt am 100m-Weltrekord

"Ich denke nicht daran, wie schnell ich ohne diesen Wind hätte sein können", meinte Tyson Gay, der zwei Wochen zuvor bei einem ebenfalls zu starken Schub von 2,5m/s bereits 9,79 gesprintet war. Noch schneller war nur Obadele Thompson (Barbados), der 1996 in El Paso/Texas fast von einem "Orkan" (über 5,0m/s) zu 9,69 getrieben wurde. Den Weltrekord halten Asafa Powell (Jamaika) und trotz des Dopingbanns noch immer offiziell Justin Gatlin (USA) in 9,77.

An Position zwei in der Welt setzten sich der im Vorjahr sogar auf 19,65 verbesserte Wallace Spearmon in 19,82 Sekunden beim 200-m-Sieg über den starken Usain Bolt (Jamaika/19,89) sowie in 12,95 hinter Liu Xiang der Amerikaner Terrence Trammell bei seinem ersten Hürdensprint unter 13 Sekunden.

Die neue amerikanische Stabhochsprung-Hoffnung Jennifer Stuczynski meisterte mit 4,88m eine Höhe, die bisher nur die erst am 16. Juni in Oslo in die Saison einsteigende russische Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa (5,01) übertroffen hat. Die 25-Jährige scheiterte noch deutlich am Versuch, die Bestmarke auf 5, 03m zu schrauben.

Zu starker Rückenwind verhinderte in Arles/Frankreich, dass die russische U20-Weltmeisterin Tatjana Tschernowa mit 6 768 Punkten Schwedens Olympiasiegerin Carolina Klüft (6 681 in Götzis) von Platz eins der Weltrangliste verdrängte.

© SID

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