Leichtathletik International
Geschlechts-Debatte für Semenya "ein Witz"

Die 800-m-Weltmeisterin Caster Semenya hat sich erstmals zu den Zweifeln an ihrem Geschlecht geäußert. Die 18-jährige Südafrikanerin nannte die gesamte Situation einen "Witz".

Die südafrikanische 800-m-Weltmeisterin Caster Semenya hat ihr Schweigen gebrochen und erstmals zu den Diskussionen um ihr männliches Äußeres Stellung bezogen. "Für mich ist das alles ein Witz, aber es bringt mich nicht aus der Fassung", sagte die 18-Jährige dem südafrikanischen Magazin You. Über die an ihr vorgenommenen Sex-Tests wolle sie "nicht sprechen", ergänzte die Leichtathletin: "Ich denke nicht einmal über die Tests nach." Gott habe sie nun mal "gemacht wie ich bin", sagte Semenya weiter, "und mir das Lauf-Talent gegeben. Ich akzeptiere mich wie ich bin und bin stolz auf mich."

Semenya war vor ihrem WM-Triumph in Berlin in Südafrikas Hauptstadt Pretoria einer Untersuchung unterzogen worden, um ihr Geschlecht zu bestimmen. Laut der Schweizer Tageszeitung Blick soll der Test ergeben haben, dass Semenya nachweislich ein Zwitter mit der Chromosomen-Kombination XY - ein sogenannter Hermaphrodit - ist.

Fragen nach dem Geschlecht sind die Regel

Semanya ist es laut eigener Aussage gewohnt, für einen Jungen gehalten zu werden. Deshalb habe sie gegenüber einem Kommilitonen beim Einschreiben für ihr Sportwissenschaftsstudium in Pretoria auch betont: "Ich bin ein Mädchen." Damit wollte sie verhindern, auf die immer gleichen Fragen nach ihrem Geschlecht antworten zu müssen. Als Kind habe sie keine Probleme mit ihrem Äußeren gehabt, sagte Semenya. "Die Jungs haben mich immer überredet, in ihrer Mannschaft zu spielen, weil ich so gut war. Die haben mich nie geärgert, ich war einfach eine von ihnen. Auch die Mädchen haben mich nicht geärgert, weil ich ihnen dabei half, auch mit den Jungen spielen zu dürfen", sagte sie.

Foto-Shooting für Magazin

Semenya wurde von der Redaktion des Magazins, dem sie das Interview gab, auch zu einer Fotoserie überredet. Auf vier Seiten zeigt sie sich dort mit Designer-Kleidern, in engen Lederhosen und hochhackigen Schuhen. Zudem ist sie geschminkt und trägt Schmuck. "Ich würde mich gerne öfter zurechtmachen und will auch lernen, mich selbst zu schminken", sagte die Mittelstrecklerin.

© SID

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