Leichtathletik International
Lagat und Iaaf einigen sich

Vor dem Kölner Landgericht haben sich Leichtathlet Bernard Lagat und der Weltverband Iaaf auf einen Vergleich auf Widerruf verständigt. Der Olympiazweite über 1500m hatte zuvor 500 000 Euro Schadensersatz gefordert.

Der Olympiazweite über 1500m, Bernard Lagat, und der Leichtathletik-Weltverband Iaaf haben am Mittwoch vor dem Kölner Landgericht einem Vergleich auf Widerruf zugestimmt. Wegen falscher Blutdoping-Anschuldigungen hatte der 30-Jährige einen Schadensersatz in Höhe von 500 000 Euro gefordert. Lagat, der wie erwartet nicht vor Gericht erschienen war, muss der Übereinkunft noch zustimmen. Die Einigung kann bis 30. November widerrufen werden.

Gerichtskosten werden geteilt

Die Lagat-Seite verzichtet auf Schadensersatzforderungen, sobald der Vergleich in Kraft tritt. Beide Seiten verständigten sich darauf, die Gerichtskosten zu teilen. Wesentliche Bestandteile der Vereinbarung sind eine Erklärung, wonach Lagat auf Grund des Untersuchungsergebnisses nicht des Dopings schuldig ist und die Iaaf die Veröffentlichung der Ergebnisse bedauert. Der Heidelberger Anwalt Michael Lehner hatte für seinen Mandanten Schadensersatz geltend gemacht, weil dieser 2003 fälschlicherweise des Blutdopings verdächtigt worden war.

Bevor sie den Vergleich vorschlug, ging Richterin Margarete Reske auf die grundsätzliche Frage der Zuständigkeit ihrer Kammer für den Fall ein und stellte klar, dass diese aus ihrer Sicht gegeben sei.

EPO-Verdacht nicht bestätigt

Der in Kenia geborene Lagat, der mittlerweile für die USA startet, hatte wegen des Doping-Verdachts vor zwei Jahren nicht an den Weltmeisterschaften in Paris und mehreren internationalen Sportfesten teilnehmen können. In der A-Probe einer Trainingskontrolle vom August 2003 hatte das Kölner Antidoping-Labor das Blutdopingmittel Erythropoietin (EPO) nachgewiesen. Der Verdacht bestätigte sich in der B-Probe jedoch nicht.

"Mein Mandant ist damit rehabilitiert", sagte Lagat-Anwalt Lehner, der sich jeweils zwei Rechtsanwälten von Iaaf und Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), je einem Justiziar der beiden Organisationen sowie einem Anwalt und einem Justiziar der Deutschen Sporthochschule Köln gegenüber sah. Er müsse jedoch noch mit Lagat besprechen, ob dieser bereit sei, auf den Vergleich einzugehen.

Die Iaaf sah auf ihrer Seite keine Schuld an den Einnahmeausfällen von Lagat. Ein Arzt des kenianischen Leichtathletik-Verbandes hatte von dem Dopingverdacht auf EPO noch vor Öffnung der B-Probe berichtet, nachdem Lagats WM-Absage erst mit gesundheitlichen Problemen begründet worden war.

© SID

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