Leichtathletik International
Lange Haftstrafe für US-Sprinter Montgomery

Der frühere 100-m-Weltrekordler Tim Montgomery muss wegen Scheckbetrugs und Geldwäsche für 46 Monate ins Gefängnis. Der Schaden soll fünf Mill. Dollar betragen haben.

Der Sprinter Tim Montgomery wird in den nächsten 46 Monaten keine Gelegenheit haben, seine sportlichen Fähigkeiten nennenswert auszubauen. Der US-Amerikaner muss wegen Scheckbetrugs und Geldwäsche drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.

Das Urteil fällte das gleiche Gericht in White Plains/New York, das am 11. Januar schon Montgomerys ehemalige Lebensgefährtin Jones zu einer sechsmonatigen Haftstrafe wegen Meineids und Beihilfe zum Scheckbetrug verdonnert hatte.

"Im Gefängnis verliere ich meinen Status"

"Ich war auf dem Gipfel des Berges und hörte den Applaus der Menschen", sagte Montgomery, Staffel-Olympiasieger von Sydney, vor Gericht und jammerte: "Im Gefängnis verliere ich meinen Status. Da bin ich nur ein Mensch wie jeder andere."

Doch Richter Karas urteilte eisenhart: "Ein Leichtathletik-Star zu sein, heißt nicht, dass man nicht auch nein sagen kann zu einem kriminellen Akt." Mit 46 Monaten schöpfte Karras das volle von Montgomerys Anwälten mit der Anklagebehörde vereinbarte Strafmaß (37 bis 46 Monate) aus. Durch das Vergehen des heute 33-Jährigen soll ein Schaden in Höhe von fünf Mill. Dollar entstanden sein.

Akute Fluchtgefahr

Montgomery, der seit dem 30. April wegen akuter Fluchtgefahr in Portsmouth/Virginia einsitzt, droht zudem am 9. Juli ein weiterer Prozess wegen des Verdachts auf Handels mit mehr als 100 Gramm Heroin.

Seine ehemalige Freundin Jones, mit der er den gemeinsamen Sohn Tim Jr. hat, verbüßt ihre Strafe seit Anfang März im texanischen Fort Worth. Sie ist wie ihr ehemaliger Partner ein Opfer der Gier nach Erfolg und Geld.

Auch Steve Riddick, Ex-Trainer des einstigen Sprint-Traumpaares, und Montgomerys ehemaliger Manager Charles Wells wurden schon für schuldig befunden. Riddick, 4x100-m-Olympiasieger von Montreal 1976, erhielt im Januar von Richter Karas eine Strafe über fünf Jahre und drei Monate. Wells bekam im Februar sechs Monate Hausarrest aufgebrummt.

Sportlich haben Jones und Montgomery, die nie positiv getestet wurden, schon vorher so gut wie alles verloren. Jones musste nach ihrem Doping-Geständnis im Herbst 2007 alle fünf Olympiamedaillen von Sydney (dreimal Gold, zweimal Bronze) zurückgeben, der Name Montgomerys wurde aus der Liste der ehemaligen 100-m-Weltrekordler getilgt.

In "Projekt Weltrekord" eingebunden

Unterlagen des Skandallabors Balco bewiesen, dass er seit 2000 in ein weitreichendes Doping-Programm namens "Projekt Weltrekord" eingebunden war. Im September 2002 lief er in Paris in 9,78 Sekunden dann die Bestmarke.

Seine Medaillen durfte er aber behalten, denn diese hatte er vor dem 31. März 2001 gewonnen. 1996 war der Sprinter Olympiazweiter über 4x100m, vier Jahre später auf dieser Strecke Olympiasieger, 1999 WM-Zweiter und 1997 WM-Dritter über 100m sowie 2001 Zweiter der Hallen-WM.

© SID

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