Leichtathletik International
Liu sprintet mit Traumlauf zum Hürden-Weltrekord

Xiang Liu aus China hat in Lausanne mit 12,88 Sekunden den Weltrekord über 110m Hürden geknackt. Der US-Amerikaner Xavier Carter erzielte in 19,63 Sekunden über 200m die zweitschnellste jemals gelaufene Zeit.

Bislang musste sich Xiang Liu den Weltrekord über 110m Hürden mit Colin Jackson teilen, jetzt gehört ihm die Bestmarke alleine: Der Chinese schraubte beim Super-Grand-Prix der Leichtathleten in Lausanne die alte Zeit auf 12,88 Sekunden und verbesserte seine vor zwei Jahren beim Olympiasieg erzielte Bestleistung bei 1,1m Rückenwind um 0,03 Sekunden. Mitinhaber des Weltrekordes in 12,91 war der Brite Jackson seit der WM 1993 in Stuttgart. Als Zweiter blieb auch der Amerikaner Dominique Arnhold in 12,90 unter der alten Bestmarke.

"Ich hätte nie gelaubt, hier Weltrekord zu laufen. Ich bin jetzt glücklich und kaputt", meinte Liu, der im Ziel die Arme hochgerissen hatte, als 12,90 aufleuchteten.. Dann wurde die elektronische Zeit für den am Donnerstag 23 Jahre alt werdenden Chinesen korrigiert. Der Weltrekord kam ähnlich unerwartet wie der vor zwei Jahren beim Olympiafinale in Athen. Zu den Geschlagenen gehörte auch Frankreichs Weltmeister Ladji Doucoure.

Nur Johnson schneller als Carter

Fast genauso spektakulär war der Auftritt von Xavier Carter. Der US-Amerikaner legte über 200m in 19,63 Sekunden den zweitschnellsten Lauf aller Zeiten hin. Schneller war nur Michael Johnson bei seinem Jahrhundert-Weltrekord in Atlanta (19,32). Hinter Carter rannten auch Landsmann Tyson Gay in 19,70 (fünftschnellste je gelaufene Zeit), der Jamaikaner Usain Bolt in 19,88 und Wallace Spearmon (ebenfalls USA) in 19,90 Zeiten unter 20 Sekunden.

Vier Tage vor den deutschen Meisterschaften in Ulm präsentierten sich derweil auch zwei deutsche Hoffnungen in Lausanne in guter Form. Als Speerwurf-Zweite stieß die Leverkusenerin Steffi Nerius im zweiten Saisonwettkampf mit 64,67m auf Position vier der Weltrangliste vor, über 100m Hürden ist die WM-Vierte Kirsten Bolm (Mannheim) nach ihrer Steigerung auf 12,65 Sekunden jetzt Nummer fünf in der Welt.

Nerius mit Platz zwei zufrieden

"Ich hatte vier Monate keinen Speer in der Hand. Erst seit drei Wochen werfe ich wieder. Dafür ist das nicht schlecht", meinte die Olympiazweite Nerius, die nur geschlagen wurde von Barbora Spotakova (Tschechien/65,89). Nur Sechste wurde Kubas Weltrekordlerin Osleidys Menendez mit 61,69m, die 2005 in Helsinki Weltmeisterin war vor Christiana Obergföll, die mit 66,91m die aktuelle Weltrangliste anführt. Mit technischen Problemen kam die Offenburgerin nur auf 57,89 m und Rang neun.

Kristen Bolm steigerte sich erneut hinter der in 12,43 Jahres-Weltbstzeit laufenden Weltmeisterin Michelle Perry (USA). Vier Wochen vor der EM in Göteborg ist derzeit nur die Schwedin Susanne Kallur (12,62) in Europa schneller als die Mannheimerin.

Nur um vier Zentimeter verpasste Weitsprung-Olympiasiegerin Tatjana Lebedewa (Russland) mit 15,19m im Dreisprung die eigene Jahres-Weltbestmarke. Gute 47,77 Sekunden lief Weltmeister Bershawn Jackson (USA) über 400m Hürden.

© SID

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