Leichtathletik International
Sechs Jahres-Bestmarken bei den US-Meisterschaften

Mit zwei Weltjahresbestzeiten war Tyson Gay der überragende Athlet der US-Meisterschaften. Auch Tiffany Williams, James Taylor (jeweils 400m Hürden), Deedee Trotter (400m) und Breaux Green (Speer) setzten Rekorde.

Durch Anleitungen aus dem Gefängnis ist Tyson Gay zum überragenden Sprinter der Leichtathletik gereift. Am Finaltag der US-Meisterschaften in Indianapolis lief der 24-Jährige auf regennasser Bahn bei leichtem Gegenwind in 19,62 Sekunden die beste 200-m-Zeit nach dem Weltrekord von Landsmann Michael Johnson (19,32). Den 100-m-Titel hatte der Schützling des wegen Veruntreuung inhaftierten Trainers Lance Brauman zwei Tage zuvor ebenfalls in Jahres-Weltbestzeit gewonnen, war in 9,84 so schnell wie kein anderer zuvor bei 0,5m Gegenwind.

"Ich dachte an nichts. Ich wollte nur weg von Wallace Spearmon", meinte der WM-Vierte von 2005 in Anspielung auf seinen Trainingskameraden, der in 19,89 Zweiter wurde. Keine Frage: Zwei Monate vor den Weltmeisterschaften in Osaka/Japan (25.8. bis 2.9.) ist der Aufsteiger des letzten Jahres (9,84 und 19,68) über beide Sprintstrecken WM-Favorit - zumal Jamaikas Weltrekordler Asafa Powell (in diesem Jahr 9,94) erneut verletzt ist. Als Star der 4x100-m-Staffel könnte Gay ein drittes WM-Gold gewinnen.

Gay verlor in beiden Rennen seine größten Rivalen: Über 100m war der als Weltranglisten-Erster in 9,93 nach Indianapolis gereiste Walter Dix verletzt ausgeschieden, im 200-m-Halbfinale sprang Xavier Carter, in 19,63 bisher Zweitschnellster aller Zeiten, die Kniescheibe heraus.

Trainer Lance Brauman (37) konnte den Lauf von Tyson Gay im Gefängnis von Texarkana nur am Fernsehen verfolgen. Er hatte Gay noch Trainingspläne gegeben, bevor er im Oktober 2006 seine Haftstrafe (bis September 2007) antrat. Laut FAZ hat er Gelder von Bildungseinrichtungen veruntreut und Unterschriften gefälscht. Seit Gay am 2. Juni in New York in 9,76 Sekunden mit einem Hauch zu viel Rückenwind schneller war als Asafa Powell (Jamaika) beim Weltrekord ist sich Brauman sicher, dass der 24-Jährige die 9,77 Sekunden des Jamaikaners bald knacken kann. Dies ließ er Gay über seine Frau Kim aus dem Gefängnis ausrichten.

Die sechste Jahres-Weltbestmarke von Indianapolis setzte am Finaltag Tiffany Williams in 53,28 Sekunden beim 400-m-Hürdensieg über Sheena Johnson (53,29). Weitere Saisonbestmarken hatten zuvor auf der gleichen Strecke James Carter in 47,72, Deedee Trotter über 400 m in 49,64 und Speerwerfer Breaux Greer mit 91,29m gesetzt.

Welt-Leichtathletin Sanya Richards sicherte sich in 22,43 als 200-m-Zweite hinter Allyson Felix (22,34) noch einen WM-Startplatz. Über 400m hatte Richards als Vierte noch das WM-Einzel-Ticket verfehlt, steht jedoch in der 4x400-m-Staffel.

Nach Indianapolis stehen US-Athleten in 13 Disziplinen an der Spitze der Weltrangliste. Neunmal bei den Männern (über 400m Hürden sogar mit sechs Athleten) und viermal bei den Frauen (über 400m mit fünf). Sie sind in mindestens zwölf der 47 WM-Wettbewerbe Favoriten und in ähnlich vielen Mitfavoriten. Allein zehn US-Stars haben nach den 14 WM-Goldmedaillen von Helsinki 2005 über eine Wildcard Startrecht in Osaka, darunter auch der in Indianapolis verletzt ausgestiegene Zehnkämpfer Bryan Clay.

© SID

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