Leichtathletik International
US-Meister Gay deklassiert die Konkurrenz

In Jahresweltbestzeit ist Tyson Gay bei den US-Leichtathletik-Meisterschaften zum 100-m-Titel gesprintet. Trotz 0,5m Gegenwind gewann der 24-Jährige in 9,84 Sekunden. Torri Edwards (11,02) holte den Sieg bei den Frauen.

Tyson Gay hat bei den US-Meisterschaften der Leichtathleten seine blendende Form eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In Indianapolis sorgte der 24-Jährige bei seinem Sieg über 100m für die Glanzleistung des zweiten Wettkampftages. Trotz 0,5m Gegenwind gewann Gay in Jahresweltbestzeit von 9,84 Sekunden und distanzierte die Konkurrenz um Newcomer Trindon Holliday (10,07) und den bisherigen Jahres-Weltbesten Walter Dix (10,09) um mehr als zwei Meter. Gay gilt auch als hoher Favorit für das 200-m-Finale am Sonntag.

"Ich hatte gehofft, den Weltrekord attackieren zu können"

"Ich hatte gehofft, unter anderen Bedingungen den Weltrekord attackieren zu können", meinte Gay. Bei optimalem Rückenwind (2,0m sind noch rekordreif) hätte er eine gute Chance gehabt, die bei 9,77 stehende Marke von Asafa Powell (Jamaika) und dem 2006 bei den US-Meisterschaften des Dopings überführten Olympiasieger Justin Gatlin (USA) zu unterbieten. So wurde es immerhin die beste Zeit eines US-Sprinters im eigenen Land und für den Titelverteidiger (nach Disqualifikation Gatlins) ein Rekord für US-Meisterschaften (bisher 9,90).

Bisher Schnellster bei 0,5m Gegenwind war Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika/9,77) in 9,86 als Sieger beim Berliner Istaf 2006. Noch schneller bei "Negativ-Wind" war in 9,82 nur Ex-Weltrekordler Maurice Greene (USA), doch dieser hatte 2001 als Weltmeister in Edmonton/Kanada nur 0,2m Gegenwind.

Gay scheint ein besonderes Problem mit dem Wind zu haben. Er hatte am 2. Juni in New York in 9,76 Sekunden eine 100-m-Zeit wie zuvor kein anderer erreicht - allerdings mit einem Minimum zu starken Rückenwindes (2,2 statt erlaubter 2,0m).

Ex-Weltmeisterin Torri Edwards holte sich bei 0,9m Gegenwind in ebenfalls guten 11,02 den 100-m-Titel bei den Frauen vor Weltmeisterin Lauryn Williams (11,16). Bei gleich starkem Negativ-Wind war die 2007 offenbar nicht mehr in Erscheinung tretende Marion Jones (USA) 1998 in Zürich allerdings schon in 10,77 gestoppt worden.

Zehnkämpfer Clay gibt auf - Sanya Richards nur Vierte

An zweiter Position liegend gab Weltmeister Bryan Clay im Zehnkampf nach vier Disziplinen auf. "Ich fühlte mich nicht so fit und wollte keine Verletzung riskieren", sagte der 27-Jährige, der als Titelverteidiger eine Wildcard für die Weltmeisterschaften in Osaka/Japan (25. August bis 2. September) hat. Ex-Weltmeister Tom Pappas liegt mit 4 394 Punkten in Front.

Die WM verpassten dagegen die Stabhochsprung-Olympiasieger Timothy Mack (2004) als Vierter mit 5,60m und Nick Hysong (2000) nach drei ungültigen Versuchen über die Anfangshöhe. Sieger wurde der Weltranglisten-Erste Brad Walker (5,70). Ebenso nicht in Japan an den Start gehen wird Sanya Richards über die 400m. Die "Welt-Leichtathletin 2006" brach auf der Zielgeraden ein und wurde in 50, 68 Sekunden nur Vierte. "Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe gar nicht mitbekommen, dass ich plötzlich nur noch Vierte war. Jetzt muss ich alles versuchen, um mich über die 200 Meter für die WM zu qualifizieren", sagte Richards, die in den Halbfinals mit 50,02 Sekunden noch eine Jahresweltbestzeit gelaufen war. Den Sieg holte sich Dee Dee Trotter in neuer Weltjahresbestzeit von 49,64, vor Natasha Hastings (49,84) und Mary Wineberg (50,24).

Phillips und Greer überzeugen

Im Weitsprung dominierte wie erwartet Weltmeister und Olympiasieger Dwight Phillips mit 8,36m. Als Vierter mit 8,24m verpasste Dreisprung-Weltmeister Walter Davis das WM-Ticket. Für das Highlight des ersten Tages sorgte Speerwerfer Breaux Greer mit einer Jahresweltbestleistung 91,29m (USA-Rekord). Für eine weitere Jahres-Bestmarke sorgte zu Beginn des zweiten Tages der WM-Zweite James Carter mit 47,72 Sekunden über 400-m-Hürden.

In Indianapolis kämpfen mehr als 60 Medaillengewinner von Olympia und Weltmeisterschaften um die WM-Tickets für Osaka. Die drei Erstplatzierten sind qualifiziert, falls sie die Norm schaffen.

© SID

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