Leichtathletik Marathon
Gebrselassie geht in Berlin auf Rekordjagd

Der 33. Berlin-Marathon wird zur One-Man-Show. Die Organisatoren des SC Charlottenburg hoffen auf einen Husarenlauf von Haile Gebrselassie. Der Äthiopier peilt den Weltrekord von 2:04:55 Stunden an.

Wenn am heutigen Sonntag (8.30 Uhr/live in der ARD) die Läufer beim 33. Berlin-Marathon an den Start gehen, sind alle Augen auf einen Mann gerichtet. Haile Gebrselassie ist der Topfavorit auf den Triumph des von der Abteilung Running des SC Charlottenburg ausgerichteten Wettkampfes in der Hauptstadt. Der Äthiopier nimmt den Weltrekord von 2:04:55 Stunden in Angriff, ist vor dem Rennen allerdings sehr angespannt. "Über den Rekord spricht man nicht, man läuft ihn", sagt Gebrselassie vor seinem Angriff auf die Bestmarke, die sein Freund Paul Tergat (Kenia) 2003 an gleicher Stelle erzielt hatte. Es war damals der fünfte auf dem Berliner Kurs erzielte Weltrekord.

40 000 Läufer am Start

Gebrselassie, zweimaliger Olympiasieger und viermaliger Weltmeister über 10.000m, ist der Bestbezahlte der rund 40 000, die die Gesamtstrecke am Sonntag laufend in Angriff nehmen und weiteren 8 000, die sie am Samstag skaten. Allein 250 000 Euro beträgt seine Antrittsgage, zusätzlich könnte er aus dem Vier-Millionen-Etat der Veranstaltung eine Siegprämie von 50 000 und die gleiche Summe als Weltrekord-Bonuszahlung kassieren.

21 Weltrekorde erzielte der 33-Jährige in seiner Karriere schon. Im Kenianer Sammy Korir (Kenia) hat er indes einen ernsthaften Konkurrenten. Denn der zweitschnellste Marathonläufer aller Zeiten, der 2003 in Berlin nur eine Sekunde hinter Tergat geblieben war, will selbst in den Bereich der Bestmarke kommen.

Ein Weltrekord, egal von wem, könnte vorübergehend auch die Negativ-Schlagzeilen wegfegen, die es in den Berliner Medien jüngst wegen der Auflösung des Aufsichtsrates der SCC-Running Events Gmbh gegeben hatte. Er sollte in einen Beirat umgewandelt werden.

"Man wollte uns loswerden"

Diese Entscheidung hatte das SCC-Präsidium getroffen und bei den Aufsichtsratsmitgliedern, darunter Marathon-Begründer Horst Milde, heftige Reaktionen ausgelöst. "Man wollte uns loswerden, wir waren unbequem", sagt der ehemalige Aufsichtsratschef und Rennarzt Willi Heepe, und befürchtet nun: "Die Laienspielschar, die da beim SCC am Werk ist, fährt das Ding jetzt gegen die Wand."

"Die Auflösung des Aufsichtsrates und die Überführung in einen Beirat war ein reiner formaljuristischer Schritt", entgegnet Rüdiger Otto, Geschäftsführer der Gmbh, deren alleiniger Gesellschafter der SCC ist. Zugleich versichert er: "Das waren bestimmte Egoismen, die da verfolgt worden sind. Auf die Veranstaltung hat das keinen Einfluss." Man stehe auf gesunden Beinen, mache jährlich einen Umsatz von rund acht Mill. Euro und einen Gewinn im sechsstelligen Bereich.

Zwar endet 2006 nach sieben Jahren der Vertrag mit dem Hauptsponsor (Real), doch "wir führen Gespräche, ob das Unternehmen weitermacht". Ansonsten gäbe es Alternativen.

Olympiasiegerin Noguchi muss passen

So wie im Frauen-Rennen, wo Olympiasiegerin Mizuki Noguchi ihren Start wegen Fußbeschwerden absagen musste. Top-Favoritinnen sind jetzt die 10 000-m-Olympia-Zweite und 5 000-m-Dritte von Sydney, Gete Wami (Äthiopien) und die frühere 10 000-m-Commonwealth-Siegerin Salina Kosgei (Kenia). Zudem gibt die Leverkusenerin Sonja Oberem nach ihrer Babypause ein Comeback. Die 33-Jährige ist Deutschlands viertbeste Marathonläuferin aller Zeiten.

© SID

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