Leichtathletik Marathon
Makau gewinnt - Mockenhaupt verpasst Podestplatz

Beim 37. Berlin-Marathon hat Sabrina Mockenhaupt einen Podestplatz um wenige Sekunden verpasst. Bei den Männern siegte der Kenianer Patrick Makau in 2:05:08 Stunden.

Mit bangen Blicken auf die Uhr absolvierte Sabrina Mockenhaupt die letzten Meter des 37. Berlin-Marathon. Doch als die persönliche Bestleistung feststand, fiel "Mocki" entkräftet, aber glücklich ihrem Freund Georg in die Arme. Um eine Sekunde verbesserte die EM-Sechste über 10 000 m trotz miserabler Wetterbedingungen auf Platz vier ihre Bestleistung auf 2:26:21 Stunden und bescherte sich damit selbst ein versöhnliches Ende des Rennens.

Denn auf die drittplatzierte Japanerin Tomo Morimoto und dem damit verbundenen Podestplatz fehlten der 29-Jährigen aus Köln gerade einmal elf Sekunden, den angestrebten Familienrekord von Vater Alfred (2:24:59) verpasste sie allerdings um über eine Minute.

"Diese Sekunde habe ich mir heute verdient. Das war ein Trostpflaster für den verpassten dritten Platz. Das Wetter war schon extrem", sagte Mockenhaupt nach dem Rennen, das Aberu Kebebe aus Äthiopien in 2:23:58 Stunden gewann.

Mit schweren Schritten und sichtlich gezeichnet quälte sie sich zur anschließenden Pressekonferenz. "Jetzt gehe ich vielleicht wie ein Rumpelstilzchen, aber das war heute ein großer Schritt in meiner Marathonkarriere. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass ich hinten raus noch kämpfen kann."

Makau verpasst Weltrekord

Bei den Männern siegte in Abwesenheit des Weltrekordlers und viermaligen Siegers Haile Gebrselassie aus Äthiopien der Kenianer Patrick Makau. In hervorragenden 2:05:08 Stunden verpasste der Jahres-Weltbeste und Sieger von Rotterdam bei nasskaltem Wetter in der Hauptstadt aber den angepeilten Weltrekord (2:03:59) Gebrselassies um mehr als eine Minute.

Der zweimalige 10 000-m-Olympiasieger Gebrselassie geht am 7. November erstmals beim New-York-Marathon an den Start. Zweiter in Berlin wurde nach einem spannenden Schlussspurt Makaus Landsmann Geoffrey Mutai (2:05:10).

Widrige Wetterbedingungen

Schon beim Start durch den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Schauspieler Till Schweiger regnete es in der Hauptstadt bei Temperaturen von lediglich elf Grad in Strömen.

Mockenhaupt ließ bereits zwischen Kilometer fünf und sechs den Kontakt zu den führenden Afrikanerinnen abreißen und entscheid sich dafür, ihr eigenes Rennen zu laufen. "Ich habe sie ganz bewusst ziehen lassen", erklärte sie.

Im weiteren Rennverlauf vergrößerte sich der Abstand zwar immer weiter, doch ließ sich die 29-Jährige bei ihrem ersten Start in Berlin nicht beeindrucken. "Wenn die Mädels da vorne das Tempo anziehen, wäre es Harakiri, mitzugehen", hatte sie ihre Taktik bereits vor dem Rennen beschrieben.

Zusammen mit der Japanerin bestritt sie den Großteil der restlichen Strecke und lief fast immer kontinuierlich eine Kilometerzeit von um die 3:25 Minuten. Erst kurz vor dem Ziel musste sie ihre Konkurrentin ziehen lassen. "Mein Vater hat mich am Ende sehr unterstützt und angefeuert", sagte "Mocki: "Er ist eine sehr wichtige Person für mich."

Hauchdünner Sieg

Von den Wetterverhältnissen ließen sich die Männer zu Beginn des Rennens nicht irritieren und absolvierten die ersten 15 km nur knapp über der von Gebrselassie 2008 in Berlin aufgestellten Bestzeit. Erst bei der Halbmarathon-Durchgangszeit 62:36 Minuten, die knapp 30 Sekunden hinter Gebrselassie lag, zeichnete sich ab, dass es in diesem Jahr keinen neuen Weltrekord geben würde.

Bei Kilometer 35 liefen Makau, Mutai und der drittplatzierte Äthiopier Bazu Worku Schulter noch an Schulter an der Spitze, ehe Makau knapp zwei Kilomter vor dem Ziel einen Zwischenspurt einlegte und wie beim Marathon in Rotterdam in diesem Jahr die beiden Kenianer auf den letzten Kilometer gingen. Und dort hatte wie schon im April Makau hauchdünn die Nase vorn.

© SID

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