Leichtathletik Marathon
Mikitenko heiß auf den Sieg beim Berlin-Marathon

Irina Mikitenko will beim Berlin-Marathon ihrer Olympiaenttäuschung davonlaufen und peilt den Sieg an: "Ich will mit einem guten Rennen und einer guten Zeit beeindrucken."

Mit Ehemann Alexander als Bremsklotz will Irina Mikitenko am Sonntag beim 35. Berlin-Marathon (9 Uhr/live im RBB-Fernsehen) ihrer Olympiaenttäuschung davonlaufen. Acht Wochen nach dem verletzungsbedingten Verzicht auf einen Start in Peking ist die einstige Goldkandidatin heiß auf den zweiten Sieg im dritten Marathon ihrer Karriere.

"Ich will mit einem guten Rennen und einer guten Zeit beeindrucken", sagt die 36 Jahre alte Läuferin vom TV Wattenscheid: "Olympia ist abgehakt. Ich darf nicht mehr nach hinten schauen, sonst verliere ich Energie und Zeit."

Nach der glänzenden 42,195-km-Premiere im Vorjahr in Berlin (Rang zwei), dem London-Sieg am 13. April in der deutschen Rekordzeit von 2:24:14 Stunden und dem deutschen 10-km-Rekord von vor zwei Wochen (30:57) in Karlsruhe geht Mikitenko als Favoritin ins Rennen. Dabei ist sie im Vergleich zur äthiopischen Konkurrentin Askale Tafa Magarsa (zehn Marathons, Bestzeit 2:23:23) noch eine Anfängerin.

Ehemann als Bremsklotz

Noch immer ist Mikitenko nämlich in Training und Wettkampf auf die Hilfe von Ehemann und Trainer Alexander angewiesen, der sie stets zurückhalten muss. Auch in Berlin ist er auf dem Begleitfahrrad als "Mikis" Bremsklotz dabei: "Er hat mir schon gesagt, dass ich erst ab Kilometer 30 aufs Tempo drücken darf." Bis dahin wird streng auf die Marschtabelle geachtet.

Die ist auf eine Zeit unter 2:24 ausgerichtet. "Ich bin so gut in Form wie nie zuvor", meint die frühere Eiskunstläuferin, die 1996 als Spätaussiedlerin aus Kasachstan nach Deutschland kam. Der Beckenschiefstand, der vor Olympia in Peking zu Rückenproblemen führte, die letztlich in den Fuß ausstrahlten, ist gerichtet.

Führung in der WMM in Reichweite

Mit einem Sieg in Berlin könnte Mikitenko zugleich einer halben Million Dollar ein bedeutendes Stück näher kommen. In der Punktwertung der World Marathon Majors (WMM), der zweijährigen Serie mit den fünf größten Läufen der Welt (neben London und Berlin noch New York, Chicago und Boston) sowie den internationalen Meisterschaften, würde sie mit der Äthiopiern Gete Wami gleichziehen. Doch das interessiert die zweifache Mutter (Alexander jr. ist 14, Tochter Vanessa 3) vorerst noch nicht: "Erst muss ich gewinnen. Über alles andere können wir danach nochmal quatschen."

Obwohl sie sich mit dem Gedanken ans große Geld noch nicht beschäftigen will, plant Mikitenko zumindest schon die Zukunft. Der WM-Marathon 2009 in Berlin sowie die Olympischen Spiele 2012 in London sind große Ziele: "Ich bin jetzt im richtigen Marathonalter. Eine Olympiamedaille ist das größte und mit nichts zu vergleichen. Davon träumt jeder Sportler." Mit Platz fünf in Sydney 2000 und Rang sieben in Athen (2004) jeweils über 5000m war sie schon zweimal nah an Bronze dran.

© SID

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