Leichtathletik Marathon
Mikitenko peilt in London den zweiten Coup an

Irina Mikitenko will heute den London-Marathon zum zweiten Mal gewinnen. Die für Wattenscheid startende Läuferin hat sich im Höhentrainingslager in Kirgisistan vorbereitet.

Im königlichen St. James's Park kurz hinter dem Big Ben will sich "Little Irina" heute erneut zur Siegerin des London-Marathons (9.45 Uhr/live in Eurosport) krönen lassen. "Ich will gewinnen und werde dafür hart kämpfen", sagt Irina Mikitenko vor ihrem Auftritt in der britischen Hauptstadt. Dort hatte die für Wattenscheid startende 1,58m große und 48kg leichte Läuferin im Vorjahr den Durchbruch in die Weltelite geschafft.

Bei ihrem erneuten Start auf englischem Pflaster hat sie nun die Lauf-Million vor Augen und den WM-Titel im Hinterkopf. Durch einen zweiten Sieg könnte sie der Konkurrenz im Kampf um den Jackpot der World Marathon Majors (WMM) fast uneinholbar enteilen und zugleich ihre Goldambitionen für die Heim-WM in Berlin (15. bis 23. August) untermauern.

Im Rennen gibt es keine Freunde

"Im Rennen gibt es für mich keine Freunde und keine Zurückhaltung", sagt die 36-Jährige: "Die Erwartung ist sicherlich größer als vor einem Jahr. Aber ich lasse mich nicht unter Druck setzen."

Überraschte "Miki" mit ihrem Erfolg im Vorjahr noch die Fachwelt, ist sie dieses Mal trotz der Konkurrenz des Siegertrios der Sommerspiele von Peking die Favoritin. Olympiasiegerin Constantina Tomescu-Dita (Rumänien), Ex-Weltmeisterin Catherine Ndereba (Kenia) und die ehemalige London-Siegerin Zhou Chunxiu müssen auf eine Schwäche von Mikitenko hoffen, die im September beim Berlin-Marathon in 2:19:19 Stunden zur viertschnellsten 42,195-km-Läuferin der Geschichte geworden war.

Starkes Frauen-Teilnehmerfeld

"Das Frauen-Elitefeld ist sicher eines der besten, das es je bei einem City-Marathon gab", meint die im hessischen Freigericht lebende gebürtige Kasachin. Möglich machen es die hohen Antrittsgagen, die an der Themse gezahlt werden. Dafür winken "nur" 55 000 Dollar Siegprämie.

Doch der zweifachen Mutter, deren Kinder Vanessa (4) und Alexander (14) daheim geblieben sind, winkt zusätzlich der Gesamtsieg in der WMM-Serie 2008/09, der Champions League des Marathons. Nachdem sie bereits im Vorjahr 500 000 Dollar kassiert hatte, ist die zweite Hälfte in der aktuellen Serie zum Greifen nahe. "Wenn ich gut laufe, kommen die Punkte von alleine." Zumal Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) wegen eins Zehenbruchs fehlt.

Höhentrainingslager in Kirgisistan

Im Höhentrainingslager in Kirgisistan nahe der alten Heimat Kasachstan, aus der sie 1996 nach Deutschland gekommen war, lief sie im Trainingslager bis zu 220 Kilometer. "Ich habe den Umfang im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gesteigert", erzählt sie. Das soll sich nun auszahlen - erst in London und am 23. August in Berlin. Am Tag ihres 37. Geburtstages will die ehemalige Eiskunstläuferin Mikitenko ihre beeindruckende Laufkarriere mit dem WM-Titel krönen. "Berlin ist meine Glücksstadt. Ich bin hier 5 000-m-Rekord gelaufen, habe meinen Marathondebüt hier gegeben und meinen zweiten Marathonsieg errungen. Und nun kommt die WM. Für mich ist das schon was Besonderes."

Auch das Londoner Männer-Feld ist erstklassig besetzt. Olympiasieger Sammy Wanjiru aus Kenia strebt den im vergangenen September von Haile Gebrselassie in Berlin aufgestellten Weltrekord von 2:03:59 Stunden an. Er steht Weltmeister Luke Kibet, dem leicht angeschlagenen dreimaligen London-Sieger Martin Lel (alle Kenia), der zum vierten Mal insgesamt und zum dritten Mal in Serie gewinnen will, sowie dem zweimaligen Marathon-Weltmeister Jaouad Gharib (Marokko) gegenüber.

© SID

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