Leichtathletik Meeting
Ben Johnson als Trainer in Leipzig dabei

Der ehemalige kanadische Sprintstar Ben Johnson darf beim Leichtathletik-Meeting am 9. Februar in Leipzig einen kanadischen Nachwuchssprinter trainieren - jedoch nur auf Einladung des Veranstalters.

Einem Auftritt von Ben Johnson in Leipzig steht nichts mehr im Wege - rein rechtlich. Der als Wiederholungstäter lebenslang gesperrte frühere kanadische Sprintstar darf als Trainer beim Leichtathletik-Meeting am kommenden Freitag (9. Februar) dabei sein. "Wir haben keine Möglichkeit dagegen vorzugehen, wenn ein von uns unabhängiger Meeting-Veranstalter ihn einlädt", sagte Pierre Weiss, Generalsekretär des Leichtathletik-Weltverbandes Iaaf dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Coach eines Nachwuchssprinters

Der 45-jährige Johnson soll auf Einladung der Leipziger Organisatoren gegen ein Honorar von 1 000 Euro plus Reisekosten den 20 Jahre alten Nachwuchssprinter Brandt Fralick (Kanada) betreuen, der eine international unbedeutende 100m-Bestzeit von 10,94 Sekunden vorweist. "Ben Johnson ist nicht mehr Mitglied des kanadischen Leichtathletik-Verbandes", so Weiss: "Deshalb sind wir machtlos." Eine Akkreditierung für eine Iaaf-Veranstaltung bekäme er allerdings nie.

"Entscheidung noch einmal überdenken"

DLV-Generalsekretär Frank Hensel appellierte wie Weiss an die Leipziger Veranstalter, das als PR-Maßnahme gedachte Engagement von Johnson noch einmal zu überdenken: "Wenn man die Diskussion über Doping in den letzten Monaten Revue passieren lässt, dann passt so etwas wohl nicht in die Landschaft."

Die Leipziger Organisatoren hatten sich um den Kanadier bemüht, weil "wir denken, Ben Johnson hat als Sportler seine Strafe bekommen und eine neue Chance als Trainer verdient", sagt Alexander Richter, Sprecher der Veranstaltung.

Enthüllungsbuch angekündigt

Unterdessen kündigte Johnson die Veröffentlichung eines Enthüllungsbuches an. Das Werk des kanadischen Ex-Sprinters hat den Titel "Soul to Seoul", soll im Mai erscheinen und sich auch mit dem Thema Doping befassen.

"Es gibt neue Dokumente, ich habe Informationen, wer wann was gemacht hat", sagte der inzwischen 45-Jährige der Bild-Zeitung. Johnson erklärte, dass damals 30 Prozent der Läufer etwas genommen hätten: "Wenn die alle Gedopten rausgenommen hätten, wäre kaum einer mehr für die Rennen da gewesen."

© SID

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