Leichtathletik Meeting
Deutsche Mehrkämpfer in Ratingen überragend

Bei der EM-Qualifikation im rheinländischen Ratingen haben die deutschen Mehrkämpfer teils herausragende Leistungen abgeleifert. Insgesamt erfüllten fünf Athleten dabei die EM-Norm, darunter auch Dennis Leyckes.

Für den deutschen Mehrkampf geht es steil nach oben: Nach einer Leistungsexplosion auf breiter Front holten bei der EM-Qualifikation in Ratingen neben dem verletzten Hallen-Weltmeister Andre Niklaus (Berlin) der Uerdinger Dennis Leyckes (8 310 Punkte), der Leverkusener Stefan Drews (8 233) ebenso mit neuen persönlichen Bestmarken die EM-Tickets für Göteborg wie im Siebenkampf die Paderbornerinnen Lilly Schwarzkopf (6 413), Claudia Tonn (6 373) sowie Jennifer Oeser (Leverkusen/6 251).

Alle fünf EM-Fahrer schafften auch den Sprung unter die Top zehn der Weltrangliste, in der bisher nur der verletzt zuschauende Hallen-Weltmeister Andre Niklaus (8 239/Sechster) und Schwarzkopf (nun Vierte) standen. Die Zehnkämpfer sind sogar Nummer 1, 2, und drei in Europa. Der frühere Junioren-Weltmeister Leyckes führt vor Niklaus und Drews.

"Einige Europäer werden an diesem Bild noch was ändern. Aber wie in den anderen Disziplinen gibt es auch im Mehrkampf einen deutlichen Aufschwung auf breiter Front. Dafür sprechen auch die Resultate im Jugendbereich", kommentierte der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow die positive Entwicklung. Mallow stellte schon kurz nach Zehnkampf-Ende klar: "Andre Niklaus steht natürlich im Team, wenn er sich bei einer Leistungsüberprüfung aller Zehnkämper als fit erweist. Der auf 8 199 Punkte verbesserte Pascal Behrenbruch ist Ersatzmann für die EM."

Der Frankfurter war ebenso Pechvogel der Meisterschaften wie bei den Frauen die als Vierte trotz guter 6 236 Punkte gescheiterte frühere Hallen-Europameisterin Karin Ertl (Regensburg) und die Olympia-Sechste Sonja Kesselschläger (Neubrandenburg), die wegen einer Leistenverletzung nicht starten konnte, und trotz erzielter Norm (6 101) am Ende nur die Nummer fünf im Siebenkampf war. "Nach außen bin ich gefasst, aber es schmerzt schon, dass ich hier meine Chance nicht ergreifen konnte", meinte die Neubrandenburgerin. Auch Schwarzkopf und Tonn konnten Gast-Starterin Ludmilla Blonska (Ukraine) nicht schlagen, die mit 6 427 Punkten knapp vorn lag. Die Hallen-Weltmeisterin gehört hinter Schwedens Olympiasiegerin Carolina Klüft zu den Medaillentipps in Göteborg.

Schwarzkopf mit Top-Leistung

Doch die deutsche Konkurrenz liegt dahinter in Lauerstellung. Bei den Männern lag Kasachstans Olympiadritter Dmitri Karpow mit 8 414 Punkten knapp vor Leyckes.

Lilli Schwarzkopf, Zweite der U23-EM im Vorjahr, erzielte in Ratingen nach vier Einzelbestmarken das die höchste Siebenkampf-Punktzahl einer Deutschen nach Sabine Braun und darüber hinaus seit dem Jahr 2000. Doch für die überragende Einzelleistung sorgte ihre Klubkameradin Claudia Tonn (25), die im Weitsprung mit 6,75m unter die ersten zehn der Weltrangliste sprang. "Der EM-Doppelstart ist ein Thema", bestätigte die Paderbornerin ihre Weitsprung-Ambitionen und hofft, die notwendige zweite Norm (6,60m) am Donnerstag beim Europacup in Malaga erfüllen zu können.

Der Heilungsprozess am verletzten Zeh von Andre Niklaus hat sich durch eine falsche Einlage verzögert. "Aber bis zur EM ist noch genug Zeit", meinte der WM-Vierte des Zehnkampfs 2005 in Helsinki als Zuschauer. Dr. Heinz Birnesser (Freiburg) war als medizinischer Chef des Zehnkampfteams nach der Untersuchung jedoch zuversichtlich: "Durch eine neue Einlage wird der Zeh nun hohl gelegt, kommende Woche kann Andre wieder trainieren. Auch die Reizung am rechten Ellbogen, hervorgerufen durch das verstärkte Krafttraining, dürfte schnell beseitigt sein. Göteborg ist noch nicht gefährdet."

© SID

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