Leichtathletik Meeting
Powell auch beim Weltfinale nicht zu schlagen

Beim Leichtathletik-Weltfinale in Stuttgart ist der Jamaikaner Asafa Powell in 9,83 Sekunden die drittschnellste Zeit des Jahres über 100m gelaufen. Schneller als der 24-Jährige war noch niemand auf deutschem Boden.

Erneut eine Klasse für sich war der Jamaikaner Asafa Powell beim Leichtathletik-Weltfinale in Stuttgart. Der Jamaikaner gewann die 100m in 9,83 Sekunden, der drittbesten Zeit des Jahres nach seinem Weltrekord-Wettkampf vor zwei Wochen in Rieti (9,74 und 9,78) und krönte damit den Auftakt der womöglich letzten großen Leichtathletik-Veranstaltung im Gottlieb-Daimler-Stadion. So schnell wie der mit 30 000 Dollar-Siegprämie honorierte 24-Jährige aus der Karibik war noch niemand auf deutschem Boden.

Die im Vorfeld gar als Weltrekord-Kandidatinnen gehandelten Jelena Issinbajewa im Stabhochsprung und Blanka Vlasic im Hochsprung waren vor 20 000 Besuchern in der WM-Arena von 1993 nicht so nah an neuen Bestmarken wie Powell. Die Russin Issinbajewa siegte erst im Stechen mit 4,87m gegen die Polin Monika Pyrek (4, 82), die Kroatin Vlasic setzte sich unangefochten allerdings nur mit 2,00m durch.

Deutsche Speerwerferinnen geschlagen

Den erträumten deutschen Speerwurfsieg beim Kampf um insgesamt 3,02 Mill. Dollar Preisgeld in 36 Disziplinen verhinderte Weltmeisterin Barbora Spotakova (Tschechien), die mit 67,12m aus dem ersten Versuch die Konkurrenz schockte. Der grippegeschwächten Europarekordlerin Christina Obergföll (Offenburg) blieb mit 62,47m gar nur Rang drei, weil sich die WM-Dritte Steffi Nerius (Leverkusen/64,90) noch dazwischen schob, erstmals in dieser Saison vor der Konkurrentin lag und die 20 000 Dollar für Rang zwei einstrich, Obergföll blieben 12 000.

Europameisterin Nerius war damit die Beste von acht deutschen Startern am Auftakttag, die insgesamt 55 000 Dollar Preisgeld einsammelten. Vierter wurde Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting (Berlin) mit 65,25m beim Erfolg von Weltmeister Gerd Kanter (Estland/66,54), Sechste die Weitsprung-WM-Fünfte Bianca Kappler (Rehlingen/6,42) und Hammerwerferin Kathrin Klaas (Frankfurt/69, 00), Siebte mit Bestleistung die deutsche Stabhochsprung-Meisterin Silke Spiegelburg (4,60) und Kugel-Europameister Ralf Bartels (Neubrandenburg/19,49), Achte die deutsche U23-Rekordlerin Linda Stahl (beide Leverkusen) mit 55,67 im Speerwurf.

Weitere neun deutsche Athleten mit Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg) an der Spitze können am Sonntag noch groß Kasse machen. Acht der zum Auftakt aktiven elf Einzel-Weltmeister siegten. 13 können am Sonntag die Quote noch aufbessern.

Powell begeistert von der eigenen Leistung

"Ich bin beeindruckt von dieser großartigen Zeit. Die Fehlstarts vorher haben mich nicht in meiner Konzentration gestört", meinte Powell nach seinem Sieg bei leichtem Gegenwind (0,3 m/s). Der Pfarrerssohn erwies sich vier Wochen nach seiner bronzenen WM-Enttäuschung wieder einmal als Riese im Kampf gegen die Uhr. Allerdings fehlte in Dreifach-Sprintweltmeister Tyson Gay auch der große Herausforderer. Powell plant nun nur noch einen Saisonstart am 28. September beim Meeting in Schanghai.

"Mehr ging nicht. Ich fühlte mich total müde und habe die ganze Woche über nicht gewusst, ob ich überhaupt starten soll", sagte Obergföll, die die großen Wettkämpfe in dieser Saison stets gegen Spotakova verlor.

© SID

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