Leichtathletik Meeting
Powell läuft in Gateshead 9,77 Sekunden

Asafa Powell (Jamaika) hat im britischen Gateshead erneut den 100m-Weltrekord egalisiert. Wie schon Justin Gatlin (USA) bestätigte Powell seine Zeit von 9,77 Sekunden.

Im Duell der schnellsten Männer der Welt ist Asafa Powell 2:1 in Führung gegangen. Der Sprintstar aus Jamaika lief am Sonntag beim Super-Grand-Prix der Leichtathleten im britischen Gateshead zum zweiten Mal seit dem 14. Juni 2005 in 9,77 Sekunden Weltrekord über 100m. Diese Marke hatte vor 30 Tagen Olympiasieger und Weltrekordler Justin Gatlin im Doha/Katar egalisiert. Mit großer Spannung wird nun das erste Saison-Duell beider am 28. Juli in London erwartet.

"Ich kam hierher, um zu zeigen, dass ich wieder zurück bin. Jetzt beginnt meine Saison erst so richtig", meinte der 23 Jahre alte Powell, der sich im vergangenen Jahr in gleicher Stelle eine Leistenverletzung zugezogen hatte und die WM in Helsinki versäumte. Diesmal war er topfit, startete explosiv, aber im Finish versäumte er es sehr zum Ärger des Trainers den Weltrekord allein in seinen Besitz zu bringen. "Er war sauer, weil ich mich nicht mit der Brust über die Ziellinie reckte. Ich muss daran arbeiten", meinte Powell.

Als Dritter überraschte der britische 200-m-Europameister Dwain Chambers im ersten Rennen nach der Dopingsperre mit 10,07 Sekunden.

Lobinger und Heidler mit starker Leistung

Aus deutscher Sicht waren der vierter deutsche Hammerwurf-Rekord binnen zwölf Tagen durch Betty Heidler und die 5,90m des neuen Weltranglisten-Zweiten Tim Lobinger im Stabhochsprung die Glanzpunkte. Mit 75,38m sorgte die 22 Jahre alte Olympiavierte aus Frankfurt/Main für das überragende Resultat beim Grand-Prix-Meeting im französischen Lille. 24 Stunden später scheiterte Lobinger beim EM-Test in Köln nach 5,90m erst an der deutschen Rekordhöhe von 6,01m.

Zwei Monate vor dem Auftakt der Europameisterschaften in Göteborg (6. bis 13. August) überzeugten weitere deutsche Athleten. Hinter Lobinger zeigte auch der EM-Zweite Lars Börgeling (Leverkusen) mit 5,80m gute Form. Nastja Ryshich (Ludwigshafen) erzielte als Zweite in Lille mit 4,50m eine neue Freiluft-Bestleistung, hinter ihr schaffte Carolin Hingst (Mainz) mit 4,40m EM-Norm. Ähnlich Kugelstoßer Andy Dittmar (Ohra-Hörsel) mit 20,41m in Erfurt.

Erfolgreiche Jagd auf die Jahres-Weltbestmarken

Jahres-Weltbestmarken purzelten an vielen Fronten - auch in Gateshead. Zum Auftakt steigerte sich US-Kugelstoßer Christian Cantwell auf 22,45m und die Kenianerin Janeth Jepkosgei auf 1:57,22 Minuten über 800m. In Lille lief Olympiasieger Ezekiel Kemboi (Kenia) die 3000m Hindernis in 8:14,70 und über 1000m Mehdi Baala (Frankreich) 2:14,99 Minuten. In Rabat wartete der erst 20-Jährige Mohammed Al Salhi (Saudi-Arabien) über 800m mit 1:44,40 Minuten auf. Bei den US-Studentenmeisterschaften in Sacramento/Kalifornien glänzte WM-Halbfinalistin Virginia Powell in 12,48 Sekunden über 100m Hürden, Aries Merritt lief 13,21 über 110m Hürden und Jesse Williams sprang 2,32m hoch.

In Sacramento gelang Xavier Carter ein seltenes Double. Der bisher noch nicht international gestartete 20-Jährige gewann die 100m in 10,09 und 400m in 44,53, dazu mit der 4x400-m-Staffel. Über 200m siegte Walter Dix in 20,30.

Riedel siegt in Lugano

Nach seiner Rückkehr aus Portugal und überstandener Erkältung gewann Diskus-Haudegen Lars Riedel in Lugano mit 62,74m. Der 38 Jahre alte Chemnitzer bezwang dabei Estlands Weltranglistenersten Aleksander Tammert (62,44). Das us-interne Kugelstoß-Duell gegen Weltmeister Adam Nelson (21,19) entschied Hallen-Weltmeister Reese Hoffa mit 21,70m klar für sich. Auf Rang drei in der Welt verbesserte sich mit 21,62m der niederländische Kugelstoßer Rutger Smith in Leiden.

Fünf Tage nach seinem 400-m-Saisondebüt in 46,69 Sekunden steigerte Europameister Ingo Schultz in Dormagen/Rheinland seine 100-m-Bestzeit von 10,57 auf 10,53 Sekunden. "Das ist eine gute Basis für weitere Verbesserungen über 400m", meinte Trainer Thomas Kremer. An gleicher Stelle verblüffte Platini Alex (Langenfeld), Sohn angolanischer Eltern, mit der Steigerung auf 10,39 Sekunden.

Auch im dritten 800-m-Rennen nach dreijähriger Verletzungspause hatte Sydney-Olympiasieger Nils Schumann noch deutliche Probleme auf der Zielgerade. Im belgischen Leeuwen wurde der 28-Jährige im Trikot der LG Frankfurt in 1:48,39 Minuten am Ende nur Fünfter. In Turin war er am Dienstag 1:48,02 gelaufen. In Saarbrücken scheiterte der zweimalige WM-Dritte Boris Henry mit 66,05m erneut an der DM-Norm von 70 Metern. Bei starkem Gegenwind von 1,8m erreichte Olympiafinalist Tobias Unger (Kornwestheim) im württembergischen Sulz nur 21,01 Sekunden über 200m.

© SID

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