Leichtathletik Meeting
Schrader neue deutsche Zehnkampf-Hoffnung

Michael Schrader wurde beim Meeting in Götzis als neue Zehnkampf-Hoffnung gefeiert. Der Uerdinger schaffte mit 8 522 Punkten den Sprung an die Spitze der Weltrangliste 2009.

Zweieinhalb Monate vor der Heim-WM in Berlin (15. bis 23. August) feiern Deutschlands Leichtathleten eine neue Zehnkampf-Hoffnung. Beim Sprung an die Spitze der Weltrangliste 2009 triumphierte der Uerdinger Michael Schrader mit der Steigerung auf 8 522 Punkte im österreichischen "Mehrkampf-Mekka" Götzis als erster Deutscher seit Olympiasieger Christian Schenk (1990). Der 21 Jahre alte Schützling von Ex-Weltmeister Torsten Voss erzielte in sieben Disziplinen Bestleistungen und fing am Ende auch den Amerikaner Trey Hardee (8 518) noch ab.

"Ich wusste, was Michael drauf hat. Großartig, dass er sein Leistungsvermögen nach den Krämpfen im Hochsprung und 400-m-Lauf am Ende noch so toll umsetzen konnte", meinte Voss, dessen Schützling vor Beginn des zweiten Tages um den Start hatte bangen müssen. Doch die Muskulatur spielte wieder mit, statt mit drei Bestleistungen in Serie bot er am Sonntag sogar vier in Folge und schob sich auf Rang neun der vom einstigen Klubkameraden Jürgen Hingsen (8 832) angeführten "Top Ten" der deutschen Paradedisziplin.

Behrenbruch vor Tscheche Sebrle

Neben Schrader (bisher 8 248), dessen herausragende Einzelleistung beim vierten Achttausender der Karriere die 8,05m im Weitsprung waren, bot auch der Frankfurter EM-Fünfte Pascal Behrenbruch trotz schwacher 1,88m im Hochsprung bei seinem siebten Resultat über 8 000 mit 8 374 Punkten (bisher 8 242) eine neue Bestleistung und lag noch vor Tschechiens Weltrekordler Roman Sebrle, Vierter mit 8 248. Hausrekord schaffte als Sechster mit 8 272 auch Norman Müller (Halle/Saale) beim achten Achttausender (bisher 8 255). Nur neun Punkte fehlten Jacob Minah (Paderborn/7 991) an der 2007 einmal (8 099) überbotenen Grenze.

Schrader, Behrenbruch und Müller haben nun hervorragende WM-Aussichten auf den WM-Start in Berlin. Die drei Startplätze werden allerdings erst nach der entscheidenden WM-Qualifikation am 20./21. Juni im rheinischen Ratingen vergeben. Dort hoffen auch die angeschlagenen Andre Niklaus (Berlin) und Arthur Abele (Ulm) noch auf ihre Chance.

Schwarzkopf auf WM-Kurs

Auch bei den Frauen hat ein starkes deutsches Trio die WM-Tickets in Reichweite. Lilli Schwarzkopf (Paderborn) wurde Vierte mit 6 337 Punkten, direkt hinter ihr steigerte sich Julia Mächtig (Neubrandenburg) auf 6 320 und Jennifer Oeser (Leverkusen) wurde punktgleich Sechste. Vor Beginn des zweiten Tages hatte die nur knapp schwächere Leverkusenerin Christine Schulz wegen Rückenproblemen aufgegeben.

Den Ton gab jedoch ein ukrainisches Trio an. Olympiasiegerin Natalja Dobrynska verfehlte mit 6 558 Punkten die Jahres-Weltbestmarke der Britin Jennifer Ennis (6 587) nur knapp, dahinter platzierten sich Hanna Melnytschenko (6 445) und ebenfalls mit persönlicher Bestmarke Ludmilla Josypenko (6 361). Nur Siebte wurde die russische Vorjahressiegerin Tatjana Tschernowa (6 242).

Lilli Schwarzkopf, nach dem ersten Tag nur Elfte, spielte wie so oft ihre Stärke in den letzten Disziplinen aus und setzte sich mit einem 52,86-m-Speerwurf an die Spitze des deutschen Trios. Beim abschließenden 800-m-Lauf überzog sie in der Hoffnung auf Platz drei das Tempo und brach auf der Zielgerade ein. Julia Mächtig steigerte sich gegenüber Ratingen 2008 um 31 Punkte. Stark war sie vor allem im Kugelstoßen mit 15,49m und Weitsprung mit 6,48m. Jennifer Oeser erzielte mit 6,37m persönliche Bestleistung im Weitsprung.

In Ratingen wird es nun schwer für Sonja Kesselschläger (Neubrandenburg) und Schulz, das Götzis-Trio zu übertreffen.

© SID

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