Leichtathletik Meeting
Schumann verbessert sich um fast zwei Sekunden

Nils Schumann hat sich in Turin in verbesserter Form gezeigt. Der Sydney-Olympiasieger lief die 800m in 1:48,02 und war damit fast zwei Sekunden schneller als in seinem ersten Lauf der Saison vor knapp einer Woche.

Sydney-Olympiasieger Nils Schumann zeigte in seinem zweiten 800-m-Rennen nach über dreijähriger Verletzungspause eine fast zweisekündige Verbesserung. Mit einer Zeit von 1:48,02 Minuten belegte der für die LG Eintracht Frankfurt laufende Thüringer den sechsten Platz beim Leichtathletik-Meeting in Turin. Erster wurde der Katari Al-Azimi Mohamed Mutlak mit einer Zeit von 1:45,62.

Um an die Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die Europameisterschaft in Göteburg (6. bis 13. August) heranzukommen, muss sich der Europameister von 1998 allerdings noch weiter auf 1:46,25 verbessern.

Beim "Comeback der drei Musketiere" hat Europameister Ingo Schultz (Leverkusen) unterdessen offenbar die besten Karten. "Ingo lief 350m so, als habe es die lange Pause nicht gegeben. So stark im Kopf sind wenig Weltklasseleute", schwärmte Trainer Thomas Kremer nach den 46,69 Sekunden am Montag in Rehlingen. Dagegen fürchtet Bundestrainer Jürgen Mallow im Falle von Speerwerfer Boris Henry (Saarbrücken) nach dessen Auftakt mit schwachen 67,58m: "Das Comeback kommt dieses Jahr wohl noch verfrüht."

Nils Schumanns Chance auf eine Rückkehr zur alten Form ist zweifellos gestiegen. "Das Rennen in Turin war letztlich nicht auf Nils zugeschnitten, es klaffte eine zu große Lücke zur Spitze", sagt Trainer Volker Beck über Rennen. Der 400-m-Hürden-Olympiasieger von Moskau 1980 hat seinen Schützling bereits für Regensburg (17. Juni) angemeldet, wo die deutsche Ausscheidung für den Europacup eine Woche später in Malaga stattfindet.

"Ich konnte mich noch nicht so richtig auspowern und sehe noch Reserven", sagt Nils Schumann mit Blick auf das nächste Rennen am Samstag im belgischen Leuwen. Im Vergleich zu Arnheim vier Tage zuvor (1:49,96) steigerte sich der 28 Jahre alte Thüringer im Trikot der LG Frankfurt um fast zwei Sekunden. Dabei hatte seine Karriere lange auf dem Spiel gestanden, als er nach dem Hallenstart im Februar 2003 mehrfach an der Achillessehne und am Fersenknochen operiert werden musste.

Auch Boris Henry bangte, nie mehr werfen zu können. Kein Wunder, dass er knapp zwei Jahre nach seiner schweren Schulterverletzung von Olympia 2004 in Athen noch erhebliche technische Probleme hat. Die in Rehlingen verpasste Norm für die deutschen Meisterschaften Mitte Juli in Ulm will er nun am Wochenende bei den saarländischen Titelkämpfen nachholen.

Gedanken an die EM-Norm für Göteborg (81,80) verbieten sich noch fast von selbst. Doch Henry nimmt es gelassen: "Bis zu den Olympischen Spielen in Peking sind es noch fast zwei Jahre."

Beim letzten Olympia war Henry vor dem Finale der Wurfarm aus dem Gelenk gesprungen. Wochen später wurden bei ihm in der Heidelberger Atos-Klinik die abgerisse Supraspinatus-Sehne rekonstruiert, die Infraspinatus-Sehne durch zwei im Schultergelenk befestigte Schrauben in die frühere Position zurückgeholt und aus dem Ellbogen zwei Gelenkkörper entfernt.

Ingo Schultz bestritt in Rehlingen das erste Einzelrennen seit dem 3. September 2004. Damals musste er wegen hartnäckiger Probleme an der Plantarsehne des linken Fußes die Waffen strecken, kam 2005 nicht auf die Beine. Doch nun ist Trainer Thomas Kremer voller Optimismus: "Ingo lief 300m mit zwei Weltklasseleuten mit. Sowas ganz durchzustehen, das geht am Anfang nicht. Auf der Zielgerade hat er dieser Tatsache Tribut gezollt."

Am kommenden Wochenende will Schultz aller Voraussicht nach in Dormagen einen Sprinttest absolvieren (100/200m) und sich dann am 17. Juni in Regensburg für das deutsche Team beim Europacup am 28./29. Juni qualifizieren. Kremer: "Gut zwei Wochen später sind schon die deutschen Meisterschaften, weitere drei Wochen danach die EM. Es muss noch viel trainiert werden."

© SID

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