Leichtathletik National
Breuer setzt Schadensersatz-Klage gegen Iaaf fort

Der Schadenersatz-Prozess der früheren 400-m-Sprinterin Grit Breuer geht vor dem Oberlandesgericht Stuttgart in die nächste Runde. Breuer verlangt rund 300 000 Euro vom Weltverband Iaaf für entgangene Preisgelder.

Vor dem 2. Zivilsenat des Oberlandesgerichtes Stuttgart geht der Kampf der früheren 400-m-Weltklasse-Sprinterin Grit Breuer um Schadensersatz vom Leichtathletik-Weltverband Iaaf am Donnerstag in die nächste Runde. Es geht laut Gerichtssprecherin Josefine Köblitz um 300 000 Euro für entgangene Preis- und Sponsorengelder. Prozessbeginn ist um 14 Uhr.

Das Stuttgarter Landgericht hatte die Klage Breuers Anfang April in einem ersten Verfahren abgewiesen. Die Sportlerin steht seit Mitte November unter Dopingverdacht, nachdem der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ein Sportgerichtsverfahren gegen sie eingeleitet hat. Sie sei "sehr bestürzt"über die Vorwürfe, weise diese entschieden zurück und vermute "Sippenhaft", ließ sie damals über ihren Anwalt Peter-Michael Diestel mitteilen.

Breuer-Lebensgefährte bereits verurteilt

Breuers Lebensgefährte Thomas Springstein war im Frühjahr wegen Dopings von Minderjährigen zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Sportgerichtsverfahren gegen Breuer basiert unter anderem aus den Erkenntnissen, die der DLV aus den Prozessakten gewann.

Die Schadenersatzforderung der mittlerweile in Warnemünde/Ostsee als Fitnesstrainerin tätigen ehemaligen Viertelmeilerin beläuft sich auf knapp die Hälfte der ihrer Ex-Kollegin Katrin Krabbe in einem früheren Verfahren zugesprochenen Summe. An die ehemalige Sprint-Weltmeisterin musste die Iaaf vor vier Jahren nach einem außergerichtlichen Vergleich im Anschluss an ein Urteil des Oberlandesgerichts München vom Juni 2001 umgerechnet rund 669 000 Euro Schadenersatz zahlen.

Krabbe und Breuer waren 1992 ebenso wie Manuela Derr vom DLV wegen Medikamentenmissbrauchs für rund ein Jahr gesperrt worden, die Iaaf hatte den Bann im August 1993 um zwei weitere Jahre verlängert. Diese Maßnahme war gerichtlich später als unrechtmäßig eingestuft worden. Im Gegensatz zu Krabbe hatte Breuer ihre Karriere neu gestartet und war im Dezember 2005 zurückgetreten.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%