Leichtathletik National
Ex-Hochsprung-Weltmeister Buß tritt ab

Der ehemalige Hochsprung-Weltmeister Martin Buß hat seine Karriere beendet. "Für mich ist Feierabend", bestätigte der 30-Jährige seinen Entschluss. Buß hatte schon seit längerem Probleme mit den Knien.

Der ehemalige Hochsprung-Weltmeister Martin Buß hat heimlich, still und leise seinen Rücktritt vom Hochleistungssport verkündet. "Für mich ist Feierabend", sagte der 30-Jährige, dem nach seinem sensationellen Gold bei der WM 2001 in Edmonton mit übersprungenen 2,36m das Pech an den Hacken zu kleben schien: "Dieser Sieg war das Glanzstück in meiner Karriere, auch wenn es danach nicht mehr so recht laufen wollte."

Eine langwierige Knieverletzung mit drei Operationen hatten den fünfmaligen deutschen Meister nie wieder eine ähnliche Sternstunde erleben lassen. "Ich habe zwar um ein Comeback gekämpft, aber Aufwand und Nutzen standen nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis", erklärte der Berliner. Bei seinem letzten Versuch in der diesjährigen Hallensaison standen für Buß, der zuletzt für den Barmer TV Wuppertal an den Start ging, indiskutable 2,21m zu Buche.

Buß spürt keine Wehmut

Wehmut überkommt den 1,95-m-Schlaks wegen des Rücktritts nicht: "Ich hatte ja vier Jahre Zeit, mich auf diesen Schritt vorzubereiten." Die endgültige Entscheidung sei im Oktober gefallen, als der Bronzemedaillen-Gewinner der WM 1999 die Möglichkeit zur Ausbildung im gehobenen Dienst bei der Polizei erhielt. "Damit hätte die Zeit für Profisport nicht mehr gereicht", sagte Buß, der für seine neue berufliche Chance dankbar ist: "Ich hätte sonst überhaupt nicht gewusst, was ich machen sollte."

Er habe von Anfang an alles auf die Karte Leistungssport gesetzt und wenig an das Leben danach gedacht: "Mit dem WM-Titel hat sich das rückblickend gelohnt." Der Nachwuchs des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) sei da mehr auf Zukunftssicherung bedacht. "Die meisten studieren nebenbei oder machen eine Ausbildung, was sicherlich sinnvoll ist. Aber wenn man den ganz großen Erfolg will, darf man nichts nebenbei machen", sagte Buß.

"Ich war Sportler, kein Schauspieler"

Trotz der eigenen Erfolge tritt der Silbermedaillen-Gewinner der Hallen-EM 2000 genauso unspektakulär und geräuschlos ab, wie der 30-Jährige während seiner Karriere in der Öffentlichkeit aufgetreten war. "Ich habe mich nie künstlich ins Rampenlicht gestellt. Ich war Sportler, kein Schauspieler", so Buß, der seine Karriere 1993 als 17-Jähriger bei den Neuköllner Sportfreunden in Berlin begann.

Obwohl er weniger als extrovertiertere Kollegen verdient habe, zieht Buß ein positives Fazit seiner Zeit als Profisportler: "Ich bin Weltmeister geworden, um die Welt gereist, habe tolle Leute kennengelernt - ich hatte Riesenglück." Nur der Traum von einer Olympia-Teilnahme wurde wegen diverser Verletzungen nie wahr.

Jetzt freut er sich auf mehr Zeit mit seiner Familie. Bereits während seiner Karriere wurde der zweifache Vater oft in Fußball-Mannschaftsstärke von seinen Angehörigen zu Wettkämpfen begleitet.

© SID

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