Leichtathletik National
Harald Schmid feiert heute seinen 50. Geburtstag

Der ehemalige Weltklasse-Athlet Harald Schmid begeht heute seinen 50. Geburtstag. Der in Hanau geborene Schmid war in seiner Karriere dreimal Europameister über 400m-Hürden und gewann auch bei Olympia eine Medaille.

Als sein großer Rivale Edwin Moses vor zwei Jahren 50 wurde, gab Harald Schmid kein Statement ab zum Olympiasieger, der ihm zehn Jahre lang vor der Sonne stand. Es war nicht die Reaktion des schlechten Verlierers, der Moses 1977 ein einziges Mal schlagen konnte, aber Kommentar genug durch jenen Mann, der wie kein anderer im Ruf steht, mehr als ein Jahrzehnt Weltklasse verkörpert zu haben. Seine Bestzeit hätte vor vier Wochen gereicht, um Weltmeister über 400m-Hürden zu werden. Schmid lief die 47,48 Sekunden vor 25 Jahren. Heute feiert er seinen 50. Geburtstag.

"Diese Zahl ist etwas rein Nummerisches, es beschäftigt mich nicht. Ich halte mich fit durch Joggen, Krafttraining, Dehnen und feiere ganz entspannt", sagt Harald Schmid. Etwas grau ist er geworden, aber nach dem Frankreich-Urlaub wirkt er ähnlich sonnengebräunt und fast so drahtig wie in alten Zeiten.

Damals, als er dreimal Europameister war (1978/82/86), Vize-Weltmeister 1983 in Helsinki, Olympiadritter 1984 in Los Angeles, WM-Dritter 1987 in Rom. Zwölfmal deutscher Meister über 400m Hürden, einmal über 400m. Hier lief er 1979 in 44,92 eine ähnlich hochkarätige Bestzeit wie 1987 über 800m mit 1:44,83 Minuten.

"Natürlich sind auch heute noch Weltklasseleistungen ohne Doping möglich. Ich weiß durch Gespräche mit heutigen Athleten, dass ich da nicht alleine bin, und das freut mich", sagt der zweimalige Sportler des Jahres (1979 und 1987), dessen Leistung nie darunter litt, dass er bei der Konkurrenz Manipulation vermutete. Er machte sich frei von solchen Gedanken und klagt auch niemanden an, zumal es keine Beweise gibt.

Schmid: Doping könnte längst stark eingedämmt sein

"Das Thema Doping könnte längst stark eingedämmt sein", sagt Harald Schmid, der Verbänden und Anti-Doping-Organisationen vorwirft, oft weltfremd zu agieren. Statt tausender Kontrollen zur falschen Zeit würden jährlich zwei objektive unangemeldete Trainingstests pro Athlet weltweit reichen, um für weniger Geld ein hohes Maß an Sauberkeit zu erreichen. Schmid: "Nur wer zwei negative Tests vorzeigen kann, dürfte bei internationalen Meisterschaften starten."

Das Thema Doping war schon 1990 ein Dauerbrenner, als er seine Schuhe an den berühmten Nagel hängte, weil er spürte, dass ihm vom Niveau her eine Sekunde fehlen würde, um erneut Europameister zu werden. Nach der Ausbildung zum Verwaltungsinspektor in seiner Heimatstadt Gelnhausen und dem Diplom-Sportstudium ging er damals fürs hessische Kultusministerium auf Talentsuche in die Schulen.

"Ich hätte das gern weitergemacht. Aber es gab dann eine neue Aufgabe, und beides ging nicht", sagt Harald Schmid, der 1997 in Mainz mit dem Thema "Technik des Weitsprungs in der griechischen Antike" zum Doktor der Sportwissenschaften promovierte.

"Kinder stark machen", eine bundesweite Kampagne zur Suchtprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, über die von 1995 bis 2006 in 530 Seminaren fast 12 400 Übungsleiter und Trainer ausgebildet wurden, forderte den ganzen Mann. Die Aktion ist eine Art Lebensaufgabe für Harald Schmid. Die drei Worte bedeuten für ihn: Das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl von Heranwachsenden zu stärken, ihre Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit zu fördern.

Verheiratet, zwei Kinder

"Aus einer starken selbstsicheren Position heraus sollen Kinder und Jugendliche Nein zu Suchtmitteln aller Art sagen können", sagt Harald Schmid, der diese Werte auch seinen eigenen Kindern vermittelte, die er mit der früheren polnischen Weltklasse-Hürdlerin Elzbieta Rabsztyn hat. Sohn Alexander studiert Sportmanagement in Heidelberg, Tochter Bianca nach Jura nun Sport und Psychologie.

Harald Schmid, der in seiner Heimatstadt Gelnhausen ("Der geografische Mittelpunkt Europas") eine Agentur betreibt und für Firmen Motivationstraining veranstaltet, hat 2006 zusammen mit einem Arzt ein Gesundheits-Zentrum gegründet: "Es ist ein ganz besonderes Konzept, über das wir Sportler beraten und Interessenten hinsichtlich aller Risikofaktoren medizinisch checken."

© SID

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