Leichtathletik National
Leichtathletin Elbe für Mut ausgezeichnet

Sprinterin Anne-Kathrin Elbe ist für ihr Wirken gegen Doping mit der Heidi-Krieger-Medaille ausgezeichnet worden. Die heute 20-Jährige hatte zur Verurteilung des Sprinttrainers Thomas Springstein beigetragen.

Große Ehre für Anne-Kathrin Elbe: Die Leichtathletin ist am Freitag in Berlin mit der Heidi-Krieger-Medaille, dem europaweit einzigen Preis für engagiertes Wirken gegen Doping im Spitzensport, ausgezeichnet worden. Die 20 Jahre alte Sprinterin von Bayer Leverkusen ist die erste noch aktive Sportlerin, die die Ehrung des Vereins Dopingopferhilfe (DOH) erhielt.

In der Begründung hieß es, Elbe werde "für die bewiesene Charakterstärke und ihren Mut" geehrt. Sie habe "als mündige Athletin ein Zeichen gesetzt - und das zu einer Zeit, als Aufklärung noch nicht medial vermarktet wurde und "Nestbeschmutzer" erheblichen Anfeindungen ausgesetzt waren".

Keine Einzelkämpferin

Elbe selbst war gerührt: "Der Preis bedeutet mir sehr viel. Denn er ist die Resonanz dafür, dass ich das Richtige getan habe. Für mich war dies eine Selbstverständlichkeit." Die Athletin sieht sich keineswegs als Einzelkämpferin: "Noch gelte ich als Einzelfall, doch es gibt bestimmt noch ähnliche Fälle, die nicht an die Öffentlichkeit dringen, weil sich die Vereine meistens hinter ihre Trainer stellen."

Um den Kampf gegen Doping erfolgreich fortzusetzen, appellierte Elbe an andere Athleten: "Ich kann nur jedem jungen Sportler raten, sich bei Verdacht von Doping-Gebrauch sofort an eine Person seines Vertrauens oder an den Bundestrainer zu wenden."

Bach: "Zivilcourage verlangt mir Respekt ab"

Präsident Thomas Bach vom Deutschen Olympischen Sport-Bund (Dosb) lobte die Sportlerin: "Die Zivilcourage von Anne-Kathrin Elbe verlangt mir Respekt ab. Leider sind ihrem Beispiel noch nicht so viele andere Athleten gefolgt." Bach machte den Vorschlag, Dopingopfer in Zukunft nach den Maßstäben des deutschen Opferentschädigungsgesetzes zu betrachten. "Das Bundesjustizministerium steht der Sache positiv gegenüber. In Kürze gibt es erste Gespräche", so Bach.

Die Aussagen von Elbe führten im vergangenen Jahr zur Verurteilung des Magdeburger Sprinttrainers Thomas Springstein wegen Minderjährigendopings. Der Trainer, der bereits Anfang der 90er Jahre mit den Sprinterinnen Katrin Krabbe und Grit Breuer in Affären wegen Medikamentenmissbrauchs verwickelt war, hatte 2003 der damals 16-jährigen Elbe das Doping-Anabolikum Andriol zur Einnahme gegeben und behauptet, es handele sich um Vitamine.

© SID

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