Leichtathletik National
Mehrkämpfer auf dem Weg zu alter Stärke

Die Stimmung im Lager der deutschen Mehrkämpfer ist angesichts der Plätze 1, 2, drei und fünf in der europäischen Rangliste gut. "Wir sind im Mehrkampf auf dem Weg zurück zu alter Größe", so Zehnkämpfer Frank Busemann .

Optimismus versprühen die deutschen Mehrkämpfer nach einem schwachen Jahr 2005. Vor den diesjährigen Europameisterschaften in Göteborg (7. bis 13. August) stimmen neun Top-Ten-Platzierungen deutscher Athleten in der europäischen Jahreswertung positiv. Auch die starken Leistungen des Mehrkampf-Nachwuchses lassen auf erfolgreichere Zeiten hoffen.

"Wir sind im Mehrkampf auf dem Weg zurück zu alter Größe", sagt Frank Busemann, nach dem Olympia-Silber von 1996 lange Jahre Held des deutschen Zehnkampfs, angesichts der Plätze 1, 2, 3, und fünf in der kontinentalen Rangliste durch den früheren Junioren-Weltmeister Dennis Leyckes (Uerdingen/8 310), den Berliner Hallen-Weltmeister Andre Niklaus (8 239/noch verletzt), den Leverkusener Stefan Drews (8 233) und den kometenhaft nach vorn gekommenen Frankfurter EM-Ersatzmann Pascal Behrenbruch (8 199).

Auch die zweimalige Siebenkampf-Weltmeisterin Sabine Braun sieht plötzlich wieder eine gute Zukunft für ihre Disziplin: "Offenbar wird gut gearbeitet und es läuft jetzt Vieles in die richtige Richtung", sagt die Wattenscheiderin, nachdem Lilly Schwarzkopf (Paderborn/6 413) die höchste Punktzahl einer Deutschen seit Brauns Karrierenende 2002 erzielte. Sie ist damit Nummer vier in Europa, und auf den Rängen 6, acht und zehn folgen Klubkameradin Claudia Tonn (6 373), die Leverkusenerin Jennifer Oeser (6 251) und EM-Ersatzfrau Karin Ertl (Regensburg/6 236), die im Vorjahr in Ratingen noch mit 6 136 Zählern gesiegt hatte.

"Es sieht gut aus, auch beim Nachwuchs"

Auch Siebenkampf-Bundestrainer Klaus Baarck sieht seine Disziplin wieder im Licht: "Es sieht gut aus, auch beim Nachwuchs", sagt der Neubrandenburger und lobt sein Talent Julia Mächtig, die mit 20 Jahren erstmals die 6 000 Punkte übertraf (6 066). "Sie hat alles, was man auf dem Weg in die Weltklasse haben muss", schwärmt Baarck. "Selbst Athletinnen wie Karin Ertl und Sonja Kesselschläger, die zuletzt die Szene bestimmten, wurden auf die Zuschauerplätze verwiesen", sagt der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow. Für ihn hat der Aufschwung seine Ursache "in sehr individueller Arbeit im DLV und im Zehnkampf-Team". Mallow: "Die jungen Wilden lernen von den alten. Bald sind wir dauerhaft gut aufgestellt."

So erhielten Dennis Leyckes, lange Jahre ein "Problemfall", und Claudia Tonn durch den Trainerwechsel zu Jörn Elberding bzw. Uwe Florczak entscheidende Anstöße. Der zuvor von Ex-Weltmeister Torsten Voss betreute Leyckes hat sich unter den Fittichen des Stabhochsprung-Bundestrainers nicht nur auf 5,45 m verbessert, sondern durch Elberdings gutes Feeling für den extrovertierten Athleten auf breiter Front stabilisiert. Tonn, die früher auch bei Reinhold Schwarzkopf trainierte, Vater der Klubkameradin, machte unter Florczak einen Qualitätssprung von gut 200 Punkten.

Auch Stefan Drews, der mit Leyckes in einer WG wohnt, hat unter Axel Berndt, Ex-Coach des heutigen Zehnkampf-Team-Präsidenten Paul Meier, große Fortschritte erzielt. Und Pascal Behrenbruch, ein Talent wie Busemann oder Niklaus, scheint nach chaotischen Jahren auf dem richtigen Gleis.

© SID

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