Leichtathletik National
Nerius wirft sich in Wattenscheid in Medaillenform

Zwei Wochen vor der Leichtathletik-WM in Osaka nähren die Leistungen der Athleten die Medaillenhoffnungen. Neben Speerwurf-Favoritin Christina Obergföll überzeugte bei den letzten Tests auch ihre Rivalin Steffi Nerius.

Mit einem knappen Dutzend Medaillenhoffnungsträgern fliegt das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zum Saisonhöhepunkt nach Osaka (25.8.-2.9.). Die größten Chancen auf eine Goldmedaille hat dabei Speerwerferin Christina Obergföll. Bei den letzten WM-Tests kehrte Europameisterin Steffi Nerius mit 65,72m am Freitag in Leverkusen und 64,48m am Sonntag in Wattenscheid jeweils als Zweite hinter Obergföll in den Kreis der Medaillenkandidaten zurück. Ins Blickfeld schob sich Björn Otto (Dormagen) als Weltranglistenvierter mit dem Stab (5,90).

Zwei Wochen vor Osaka schließt DLV-Cheftrainer Jürgen Mallow nicht aus, dass das WM-Team von zuletzt 66 noch unter 60 Athleten schrumpft. "10 000-m-Europacupsieger Andre Pollmächer fällt wegen Kniebeschwerden aus. Wir müssen die Nominierung der 4x400-m-Staffel der Frauen überprüfen. Es könnte sein, dass Tobias Unger auf 200m und Staffel verzichtet und Kugelstoß-Europameister Ralf Bartels am Dienstag nach dem Wettkampf in Eberswalde absagt", erklärte Mallow und ließ durchblicken, dass auch die Nominierung einiger Werfer (Speer Männer, Hammer Frauen) noch revidiert werden könnte.

200-m-Rekordler Tobias Unger, nur viertbester Deutscher in 20, 71, trug das Staffelholz in 38,71 Sekunden ins Ziel und bleibt wohl dann im 4x100-m-Quartett, wenn der deutsche Ranglisten-Erste Christian Blum (Fürth) nach der im Wattenscheider 100-m-Vorlauf erlittenen Zerrung ausfällt. Ergänzt wurden die WM-Staffeln am Sonntag vor 12 000 Zuschauern im Lohrheide-Stadion über 4x400m durch Janin Lindenberg (LG Berlin) und Jana Neubert (LAC Chemnitz) sowie über 4x100m durch Johanna Kedzierski (Mannheim), die mit dem Quartett in 43,08 Sekunden auf Rang drei in der Welt lief.

Absage von 10 000-m-Läufer Pollmächer

Star der beiden letzten WM-Tests war Europarekordlerin Christina Obergföll. Am Freitag hatte sie vor 3 000 Zuschauern in Leverkusen die 65,72m der wiedererstarkten Europameisterin Steffi Nerius mit 67,04m gekontert und stand mit sieben Saisonresultaten vor der zweitbesten Rivalin in der Welt. Am Sonntag war sie mit 65, 42m zufrieden und meinte: "Ich kann Gold gewinnen und ich will diese Medaille."

Zu den größten DLV-Hoffnungen in Osaka zählen weiter Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg), die in Wattenscheid wegen Achillessehnenproblemen fehlte, ihre Klubkameradin Petra Lammert, die als Weltranglisten-Zweite im Kugelstoßen mit 18,81m der wiedererstarkten Olympiazweiten Nadine Kleinert (Magdeburg/19,38)unterlag, die in Leverkusen souverän siegenden Hammerwerfer Betty Heidler (Frankfurt/73,94) und Markus Esser (Leverkusen/80,68) sowie zumindest einer aus dem Stab-Trio.

Diskus- und Hammerwerferinnen in Medaillen-Laune

Björn Otto ließ dem Höhenflug am Sonntag schwache 5,51m folgen. Dafür überzeugte Hallen-Europameister Danny Ecker (Leverkusen) mit 5,81m und Tim Lobinger (Köln) hat nach 5,71m ebenfalls seine Chance in Osaka. Eher vage Medaillentipps sind dort neben Hochspringer Eike Onnen, der nach seinen 2,26m wieder 2, 30-m-Sprünge für Japan versprach, die Kugelstoßer um den noch verletzten Europameister Ralf Bartels (Neubrandenburg) und den zweimal an 20m gescheiterten Europacupsieger Peter Sack (Leipzig) sowie die Mehrkämpfer um Hallen-Weltmeister Andre Niklaus (Berlin) und die EM-Dritte Lilli Schwarzkopf (Paderborn).

Stark präsentierten sich auch die allerdings nicht zum Kreis der WM-Medaillenhoffnungen zählenden Stab-Frauen. Ebenso wie Carolin Hingst (USC Mainz), die 2007 schon 4,61m gesprungen war, meisterten Julia Hütter (Bruchköbel) beim geteilten Sieg und Silke Spiegelburg (Leverkusen) als Dritte 4,57m.

Für eine deutsche Saisonbestmarken sorgten in Wattenscheid Lokalmatador Jan Fitschen beim 3 000-m-Sieg in 7:46,94 Minuten sowie Rene Herms (Pirna) in 1:45,89 Minuten im Duell mit U20-Europameister Robin Schembera (1:46,07). Beide fehlen, wenn die deutschen Athleten ab 16. August zur zeitlichen und klimatischen Anpassung ins nordjapanische WM-Trainingslager Shibetsu fliegen. Von dort aus reisen die Mitglieder des DLV-Teams jeweils einige Tage vor ihren Wettkämpfen nach Osaka.

© SID

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