Leichtathletik National
Olympia-Queen Heide Ecker-Rosendahl wird 60

Wohl kaum eine Sportlerin hat Olympia 1972 den Stempel derart aufgedrückt wie Heide Rosendahl: Heute feiert die erfolgreiche Unternehmerin ihren 60. Geburtstag und ist immer noch mitten drin im Leichtathletik-Geschehen.

Fünf Tage lang hatte Gastgeber Deutschland bei Olympia 1972 vergeblich auf das erste Gold gewartet, dann sorgte Heide Rosendahl mit im ersten Versuch erzielten 6,78m im Weitsprung für die Erlösung. Zum Star der Spiele wurde die Leverkusenerin dann in der Weltrekordzeit von 42,81 Sekunden durch das zweite Gold im legendären deutsch-deutschen 4x100-m-Duell gegen 100-m-Olympiasiegerin Renate Stecher (Jena). Einen dritten Olympiasieg verpasste sie im Fünfkampf gegen die Britin Mary Peters nur um zehn Punkte.

Dann der Schock für ihre Fans: Mit 26 hing die junge Frau aus dem oberbergischen Radevormwald im folgenden Jahr ihre Spikes an den Nagel. "Sie hat ihr Potenzial nicht ausgeschöpft. Heide hätte als Erste über sieben Meter springen und den Fünfkampf-Weltrekord enorm steigern können", glaubt ihr Trainer Gerd Osenberg. Doch Heide Rosendahl war nach dem psychischen Stress der Spiele im eigenen Land satt. "Mir fehlte die Motivation", sagt die am heutigen Mittwoch 60 Jahre alt werdende deutsche Sport-Ikone.

Empfang in Leverkusen

"Für mich sind die 60 nur eine Zahl, sie haben keine große Bedeutung. Als Kinder haben wir früher Leute in dieser Lebensphase als weitaus älter empfunden", glaubt die heute noch agil und fit wirkende Unternehmerin. Den Geburtstag feiert sie zu Hause in Leverkusen mit Familie und Freunden. Zuvor gibt ihr Verein Bayer Leverkusen, dessen berühmteste Tochter sie ist, einen Empfang.

Ihre Familie gründete die Diplom-Sportlehrerin, Tochter des früheren deutschen Diskusmeisters Heinz Rosendahl (1948/52), im Jahr nach dem Rücktritt. Ihr amerikanischer Ehemann John Ecker spielte einst Basketball in der Leverkusener Bundesligamannschaft. Heute ist er Lehrer für Englisch, Politik und Sport. Sohn David (31/2 Kinder), von Beruf Informatiker, machte die Olympiasiegerin vor drei Jahren zur Oma. Und Danny (29), der an der Fern-Uni Hagen BWL studiert und als 6-m-Stabhochspringer seit Jahren Weltklasse ist, wurde vor zwei Monaten Vater eines Töchterchens.

"Ich möchte mehr Zeit haben"

"Ich möchte mehr Zeit haben, um für die Enkel zu nähen und zu stricken", sagt Heide Ecker-Rosendahl, in dieser Hinsicht ganz Großmutter. Doch das Fitness-Center in St. Augustin bei Bonn und die "Heide Rosendahl Academy" für Ernährungsberatung und Sport in Leverkusen lassen ihr zu wenig Zeit, auch für Golf und Skifahren.

Hinzu kommen die ehrenamtlichen Tätigkeiten der einstigen Vize-Präsidentin (1997-2001) des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) als 2. Vorsitzende der Leichtathletik-Abteilung von Bayer Leverkusen und der Sportstiftung Nordrhein-Westfalen. "Die liegt mir sehr am Herzen. Wir finanzieren hier mit drei bis vier Mill. Euro jährlich fast 100 Trainer- und Erzieherstellen. Eine ganz wichtige Sache", sagt das einstige Multitalent.

1966 gewann Heide Rosendahl bereits mit 19 EM-Silber im Fünfkampf, 1968 brachte sie eine Muskelverletzung um ihre Chance bei Olympia in Mexiko City. 1969 folgte dann mit 5 155 Punkten im Fünfkampf der erste Weltrekord und 1970 bei der Universiade in Turin mit 6,84 m im Weitsprung der zweite. EM-Gold im Fünfkampf war 1971 der erste große Sieg. Dann folgten die Krönung von München und der Rücktritt.

© SID

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