Leichtathletik National
Prokop trotz Bedenken pro Fusion von NOK und DSB

Clemens Prokop, der Vorsitzende des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, hat trotz Bedenken seine Zustimmung zu einer Fusion von NOK und DSB geäußert. Am 10. Dezember soll der Zusammenschluss perfekt gemacht werden.

Wenn am 10. Dezember in Köln der Zusammenschluss von Nationalem Olympischen Komitee (NOK) und Deutschem Sportbund (DSB) perfekt gemacht werden soll, können sich die Beteiligten der Unterstützung seitens des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) sicher sein. Das erklärte DLV-Präsident Clemens Prokop vor der NOK-Versammlung am Samstag in Frankfurt/Main gegenüber dem sid.

"Für den deutschen Sport wäre ein Scheitern der Fusion ein riesiger Ansehensverlust. Diese Konsequenz muss Vorrang vor den Bedenken haben", sagte Prokop, der auch NOK-Vize ist. In einem Schreiben an alle olympischen Fachverbände hatte der DLV-Chef mehrere Punkte der Satzung für die geplante Dachorganisation kritisiert.

Kritische Fragen

Prokop hinterfragt unter anderem die künftige Verantwortung für den Leistungssport und zweifelt die Kompetenz des Präsidiums für diesen Bereich an. Zudem sei nicht erkennbar, dass sich die Zahl der Gremien verringern würde, die sich mit dem gleichen Thema befassen sollten. "Die Fusion wurde angestrebt, um die Effizienz zu erhöhen. Bisher erschließt sich uns nicht, wo sich diese Effekte einstellen sollen", heißt es in dem DLV-Schreiben.

Darüberhinaus stellte der Jurist die brisante Frage in den Raum, ob für die Fusion nicht sogar ein einstimmiges NOK-Votum am 10. Dezember nötig sei. Bislang war von einer Zweidrittel-Mehrheit die Rede. Prokop argumentiert, es komme im neuen Dachverband "zu einer Ausweitung der Kompetenzen der NOK-Mitglieder auf den nicht-olympischen Bereich und damit zu einer Zweckänderung".

Offiziell eine Arbeitssitzung

Man habe das Deutsche Notar-Institut um Stellungnahme gebeten und hoffe auf eine Antwort bis zur NOK-Tagung am Samstag, sagte NOK-Generalsekretär Bernhard Schwank. Geladen sind alle Mitglieder des NOK. Offiziell handelt es sich aber aus Gründen des Statuts nur um eine Arbeitssitzung, nicht um die von Prokop geforderte Außerordentliche Versammlung.

Ihm gehe es nicht um Formalien, sagte dazu der DLV-Präsident. "Entscheidend ist, dass wir im Vorfeld die strittigen Bereiche klären. Es macht keinen Sinn, alles blind zu akzeptieren. Sonst droht nachher der Katzenjammer."

© SID

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