Leichtathletik National
Schwarzkopf und Abele präsentieren sich in WM-Form

Bei der WM-Qualifikation in Ratingen hat Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf ihre Medaillen-Ambitionen für die WM in Osaka unterstrichen. Im Zehnkampf sorgte Arthur Abele mit seinem Sieg für eine Überraschung.

Lilli Schwarzkopf hat sich bei der WM-Qualifikation in Ratingen in WM-Form gezeigt. Mit dem Sprung auf Platz fünf der Weltrangliste weckte die Paderbornerin zudem Hoffnungen auf eine deutsche Siebenkampf-Medaille bei der Leichtathletik-WM in Osaka (25. August bis 2. September). Die EM-Dritte von Göteborg 2006 erreichte mit 6 343 Zählern fast ihre Bestmarke (6 420) und kassierte für den Sieg über die Leverkusener Favoritin Jennifer Oeser (6 250) 5 000 Euro Prämie. Als Dritte qualifizierte sich bei ihrem Comeback Sonja Kesselschläger (Neubrandenburg/6 184) für den Saisonhöhepunkt in Japan.

Ebenfalls 5 000 Euro Siegprämie kassierte im Zehnkampf der um 257 auf 8 269 Punkte verbesserte Ulmer Überraschungsmann Arthur Abele (20), hinter dem Norman Müller (Halle/Saale/8 244) ebenfalls das WM-Ticket löste. Größte deutsche Osaka-Hoffnung bleibt Hallen-Weltmeister Andre Niklaus (Berlin/8 340).

Großer Verlierer war am Ende der hochtalentierte Pascal Behrenbruch (Frankfurt/Main), der nach seinen 8 199 Punkten von Götzis am Ende nur vierter Mann war (7 750). Im Vorjahr, als Niklaus am Ende verletzt ausfiel, konnte Ersatzmann Behrenbruch in Göteborg noch EM-Fünfter werden. Doch Niklaus sagt diesmal: "Die Adduktorenzerrung ist nicht so schlimm wie die Fußverletzung. Ich bin optmistisch, dass ich in Osaka dabei bin und mein Ziel ist dort, meine Bestleistung von 8 340 Punkten zu übertreffen."

Arthur Abele, ein angehender Elektroniker, war die große Überraschung. Während Norman Müller in Götzis mit der Steigerung auf 8 255 Punkte sein Talent schon stärker denn je deutlich gemacht hatte, verbesserte sich der Ulmer (bisher 8 012) extrem. Er war dabei über 100m in 10,84, im Hochsprung mit 2,04m sowie am zweiten Tag über 110m Hürden (13,93), Stabhochsprung (4,60) und 1 500-m-Lauf (4:18,00) stärker denn je. Seine ersten 8 000 Punkte verfehlte als Dritter der Göttinger Jacob Minah (bisher 7 776) hauchdünn.

"Vor ein paar Jahren schien es keine Talente mehr zu geben. Jetzt sind wir wieder gut aufgestellt. Abele ist erst 20, auch viele andere sehr jung. Und wegen Verletzung fehlten ja noch Denis Leyckes mit seiner Bestleistung von 8 310 Punkten und Stefan Drews, der vergangenes Jahr 8 233 erzielte", sagte Zehnkampf-Teammanager Claus Marek.

"Lilli schafft mit einem guten Hochsprung auch 6 500 Punkte", sagte Siebenkampf-Bundestrainer Klaus Baarck und blickte nach deren Bestleistungen über 100-m-Hürden (13,56), im Weitsprung (6,34m) und Speerwerfen (52,87) voraus zur WM. Dort traut er auch Jennifer Oeser, die ihre klare Führung durch einen schwachen zweiten Tag verlor, eine Steigerung auf über 6 400 zu. Baarck: "Beide können in Osaka um Bronze mitmischen, wenn es gut läuft und die Konkurrenz nicht über sich hinauswächst."

Als Heimtrainer stellte Baarck in Ratingen ein überraschend starkes Neubrandenburger Trio. Neben Sonja Kesselschläger, die nach jahrelangen Problemen mit dem Sitzbein überraschend stark zurückkam, wurde die 21 Jahre alte Julia Mächtig mit der Steigerung von 6 077 auf 6 162 Punkte Vierte und Maren Schwerdtner ebenfalls mit neuer Bestleistung (6 096) Fünfte.

Ertl und Tonn enttäuschen in Ratingen

Verliererinnen von Ratingen waren die frühere Hallen-Europameisterin Karin Ertl (Regensburg), die jedoch schon vor ihren drei ungültigen Versuchen im Weitsprung keine Chance auf ein WM-Ticket hatte, und Claudia Tonn. Die Paderbornerin war drei Wochen zuvor in Götzis drittbeste Deutsche gewesen (6 108), blieb nun aber völlig hinter ihren Trainingsleistungen zurück und wurde nur Siebte mit schwachen 5 980 Punkten.

Lilli Schwarzkopf, vor zwei Jahren Zweite der U23-Europameisterschaft, wuchs unter den Anfeuerungsrufen ihres Fanklubs über sich hinaus und verwandelte gegenüber dem Vortag einen Rückstand von 229 Punkten auf Jennifer Oeser in 93 Zähler Vorsprung. Die Leverkusenerin, die ihre Bestmarke vom vierten EM-Rang (6 376) als Götzis-Dritte mit 6 366 gestreift hatte, vergab ihre Siegchance nach 6,11m im Weitsprung vor allem durch schwache 40,98m (Bestleistung 48,52m) im Speerwurf.

© SID

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