Leichtathletik Verband
Hermens klagt gegen DLV-Präsident Prokop

Athleten-Manager Jos Hermens hat den DLV-Präsidenten Clemens Prokop wegen "des Verdachts der falschen Verdächtigung" verklagt. Der Niederländer reagiert damit auf die Dopingvorwürfe des Verbandes.

Der Streit zwischen Jos Hermens und dem Deutschen Leichtatheltik-Verband (DLV) geht in die nächste Runde. Der Athleten-Manager geht juristisch gegen den DLV-Präsidenten Clemens Prokop vor. "Wegen des Verdachts der falschen Verdächtigung bzw. der üblen Nachrede sowie aller in Betracht kommenden Delikte" erstattete der Niederländer bei der Staatsanwaltschaft Magdeburg Strafanzeige und stellte einen Strafantrag. Dies teilte der Anwalt von Jos Hermens, Reinhard Rauball, am Freitag in einer Presseerklärung mit.

Hermens reagierte damit auf eine DLV-Presseerklärung im Zusammenhang mit seinen unter Dopingverdacht stehenden Athleten Grit Breuer und Nils Schumann. Gegen beide leitete der DLV ein Sportgerichtsverfahren ein. Außerdem stellte der DLV beim Amtsgericht Magdeburg Strafanzeige gegen Hermens wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz.

Auslöser der Verfahren waren eigene DLV-Ermittlungen sowie die Unterlagen aus dem Prozess gegen Trainer Thomas Springstein, der im März in Magdeburg wegen Dopings von Minderjährigen zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden war. Der DLV hatte nach einer Dienstaufsichtsbeschwerde Akteneinsicht erhalten.

Prokop: "DLV praktiziert Null-Toleranz im Kampf gegen Doping"

Clemens Prokop hatte daraufhin erklärt: "Der DLV redet nicht nur von Null-Toleranz im Kampf gegen Doping, sondern praktiziert sie. Doping hat inzwischen einen Organisationsgrad erreicht, der nur in Zusammenarbeit von Sport und Staat bekämpft werden kann."

Wie Reinhard Rauball, Präsident des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, ausführte, habe der DLV "die Grundlage seiner Anzeige gegen Herrn Jos Hermens mit Anhaltspunkten "für mögliche Straftaten ... im Zusammenhang mit Inverkehrbringen und Handeln mit Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport" bezeichnet. Prokop unterstelle seinem Mandanten, "in erheblichem Umfang in das organisatorische Doping integriert zu sein".

Jos Hermens sei unschuldig. Der DLV und sein Präsident griffen in rechtswidriger Weise in das Persönlichkeitsrecht, die Integrität und in den eingerichteten und ausgübten Gewerbebetrieb seines Mandanten ein. Hierzu gebe es "objektiv keine Anhaltspunkte". "Manager einer Athletin/eines Athleten zu sein, der möglicherweise dopingauffällig geworden ist, bedeutet nicht, dass sich auch der Manager eines Vergehens gegen das Arzneimittelgesetz schuldig gemacht hat", schrieb Rauball.

Jos Hermens behält sich vor, gegen den DLV und Clemens Prokop Schadensersatz gelten zu machen. Es hätten bereits einige Athleten ihre Überlegungen geäußert, wegen der Strafanzeige die Zusammenarbeit mit Hermens zu beenden.

© SID

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