Leichtathletik Weltcup
Dietzsch gewinnt beim Weltfinale in Stuttgart

Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch erreichte beim Leichtathletik-Weltfinale in Stuttgart den einzigen deutschen Weltfinalsieg mit 62,58m. Sprint-Weltrekordler Asafa Powell gewann die 100m in 9,83 Sekunden.

Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch hat beim Weltfinale in Stuttgart den einzigen deutschen Weltfinalsieg errungen, Sprint-Weltrekordler Asafa Powell verhalf der Leichtathletik beim möglichen Abschied aus Stuttgart zu einem Glanzlicht. Der Jamaikaner gewann die 100m in 9,83 Sekunden - so schnell lief noch keiner vor ihm auf deutschem Boden. Zwei Wochen nach seinem Weltrekordwettkampf im italienischen Rieti (9,74) krönte der 24-Jährige damit die mit 3,02 Mill. Dollar dotierte Veranstaltung auf der Bahn des WM-Stadions von 1993.

Dietzsch gewann die an jeden der 36 Disziplinsieger ausgeschütteten 30 000 Dollar mit 62,58m. "Was für ein tolles Publikum. Ich hoffe, die Stuttgarter sprechen jetzt mit ihrem Oberbürgermeister, damit wir nächstes Jahr noch einmal hier sind", sagte die 39-Jährige nach ihrem 14. Sieg im 18. Saisonwettkampf vor insgesamt 51 000 Zuschauern (5 000 weniger als 2006).

Bei traumhaften Spätsommerwetter waren vor der letzten Entscheidung von den 23 aktiven Einzel-Weltmeistern 15 erfolgreich, darunter Stab-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa (Russland), die mit 4,87m ihr Weltrekord-Versprechen (5,01) jedoch nicht einlöste. Ihr war wie vielen anderen die Müdigkeit nach einer langen WM-Saison anzumerken.

Kenianer Edwin Soi gewinnt über 3000m und 5000m

Nicht so 400-m-Staffel-Weltmeisterin Sanya Richards (USA), die in 49,27 Sekunden ihre Jahres-Weltbestzeit vom DKB-Istaf vor einer Woche einstellte, als sie die Golden-League-Mill. zusammen mit Issinbajewa gewann. Ebenso egalisierte der Kubaner Dayron Robles in 12,92 über 110-m-Hürden die Jahres-Bestleistung von Chinas Olympiasieger Liu Xiang.

Auch Stab-Weltmeister Brad Walker (USA/5,91) war noch fit und kratze mit drei Versuchen über 6,16 am Thron des anwesenden Weltrekordlers Sergej Bubka (Ukraine/6,14), scheiterte jedoch klar. Doppelsieger wurde Edwin Soi (Kenia), der die 3000m (7:48,81) und die 5000m (13:38,16) für sich entschied und das meiste Geld aller Starter einstrich.

Aufs Podest schafften es neben Dietzsch vier weitere Deutsche. Als Zweite der Stab-WM-Fünfte Björn Otto (Dormagen) mit guten 5,86m und Speer-Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen/64,90) sowie als Dritte die grippegeschwächte Speer-Europarekordlerin Christina Obergföll (Offenburg/62,47) und wie bei der WM Nadine Kleinert (Magdeburg) mit 19,36 im Kugelstoßen. Den erträumten deutschen Speerwurfsieg verhinderte Weltmeisterin Barbora Spotakova (Tschechien), die mit 67,12m aus dem ersten Versuch die Konkurrenz schockte. Insgesamt kassierten die deutschen Teilnehmer 146 000 Dollar, 19 000 weniger als im Vorjahr (165 000). Enttäuscht war vor allem Tim Lobinger. "Der letzte Sprung war bezeichnend für dieses Scheißjahr mit Verletzungen und Pech. Jetzt hab ich erst mal die Schnauze voll", schimpfte der EM-Zweite nach Rang sieben im Stabhochsprung.

Powell ist beeindrukt von seiner "großartigen Zeit"

Weitere internationale Top-Leistungen zeigten Janeth Jepkosgei (Kenia) in 1:57,87 Minuten über 800m, Iwan Tichon (Weißrussland) mit 82,05m im Hammerwurf, Kugel-Vize-Weltmeisterin Nadeschda Ostaptschuk (Weißrussland/20,45) und Norwegens 200-m-Sprinter Jaysuma Saidy Ndure (19,89).

"Ich bin beeindruckt von dieser großartigen Zeit. Die Fehlstarts vorher haben mich nicht in meiner Konzentration gestört", meinte Powell nach seinem Sieg bei leichtem Gegenwind (0,3 m/s). Der Pfarrerssohn erwies sich vier Wochen nach seiner bronzenen WM-Enttäuschung wieder einmal als Riese im Kampf gegen die Uhr und feierte im zehnten 100-m-Wettkampf des Jahres den neunten Sieg. Allerdings fehlte in Dreifach-Sprintweltmeister Tyson Gay auch der große Herausforderer, der ihm in Osaka die einzige Niederlage beigebracht hatte.

Das Weltfinale 2007 war wahrscheinlich die Abschiedsvorstellung der Leichtathletik im Gottlieb-Daimler-Stadion, das nach dem Willen des deutschen Meisters VfB Stuttgart 2009 in eine reine Fußball-Arena umgebaut werden soll. Oberbürgermeister Wolfgang Schuster betonte am Sonntag, man wolle den Ausrichtervetrag bis 2008 nur erfüllen, wenn die Iaaf der Stadt finanziell entgegen käme. 2006 stand ein Minus von rund 700 000 Euro zu Buche, 2007 werden 400 000 erwartet.

© SID

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