Leichtathletik Weltcup
Dreimal 30 000 Dollar für deutsche Werfer

Beim Weltcup in Athen haben die deutschen Werfer kräftig Kasse gemacht. Franka Dietzsch (Diskus), Ralf Bartels (Kugel) und Steffi Nerius (Speer) erhielten für ihre Siege jeweils 30 000 Dollar aus dem Preistopf.

Deutschlands Werfer-Stars haben beim Leichtathletik-Weltcup in Athen groß aufgetrumpft und abgesahnt. Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch sicherte sich in ihrer Disziplin ebenso den Sieg wie Kugelstoßer Ralf Bartels und Speerwurf-Europameisterin Steffi Nerius. Dafür erhielten sie jeweils 30 000 Dollar aus dem Prämientopf und holten insgesamt neun Punkte für die Europa-Mannschaft, in der sieben deutsche Athleten starten.

In die Serie der positiven deutschen Überaschungen reihte sich auch Stabhochspringerin Martina Strutz (Schwerin) ein, die sich als EM-Fünfte für das Europa-Team qualifiziert hatte, weil in Göteborg nur die mit eigenem Team vertretenen Russinnen und Polinnen vor ihr lagen. Mit 4,40 Metern staubte die nur 1,58m große deutsche Ranglisten-Sechste als Vierte 7 000 Dollar ab. Den gleichen Betrag kassierte 10.000m-Europameister Jan Fitschen (Wattenscheid) nach Rang vier in 13:45,28 über 5 000 Meter. Am Schlusstag gehen noch Sabrina Mockenhaupt über 5000m sowie der deutsche 400m-Meister Kamghe Gaba (Frankfurt) über 4x400m an den Start.

"Gestern hatte ich erhöhte Temperatur und Angst, dass ich heute krank sein könnte. Aber um so besser hat es heute geklappt", meinte Dietzsch, die sich über ihr viertbestes Saisonresultat (66,07) freute und erfolgreich Revanche nahm an Überraschungs-Europameisterin Darja Pischtschalnikowa (Russland), die mit schwachen 61,39 Metern nur Vierte wurde.

Bartels erneut Mann des letzten Versuchs

Ralf Bartels zeigte sich im Kugelstoßen erneut als Mann des letzten Versuches. Wie bei der EM Anfang August in Göteborg eroberte der WM-Dritte am Ende mit 20,67m noch den Sieg. Zuvor war der 28-Jährige mit 20,51m Zweiter gewesen hinter dem Amerikaner Reese Hoffa (20,60), der eine Woche zuvor beim Stuttgarter Weltfinale gewonnen hatte. "Es war ein glückliches Jahr. Bei der EM lag ich am Ende um sieben Zentimeter vorn. Ich glaube, Gott mag mich", schmunzelte Bartels nach dem Wettkampf.

Speerwerferin Nerius, die vor zwei Jahren bei Olympia an gleicher Stelle Silber gewonnen hatte, behielt Recht mit ihrer Prognose: "Über 63 Meter wirft wohl keine andere. Diesmal will ich in Athen gewinnen, nachdem es in Stuttgart nur Rang zwei geworden war." Die 34-Jährige lag am Ende deutlich vor der Kubanerin Sonja Bisset (61,74) und will nun wie Dietzsch zumindest Olympia 2008 anstreben, "vielleicht auch noch die WM 2009 in Berlin."

Für das überragende Resultat vor der unerwartet großen Kulisse von 40 117 zahlenden Zuschauern, die Iaaf-Vizepräsident Helmut Digels düstere Vorhersagen widerlegte, sorgte derweil Golden-League-Jackpotsiegerin Sanja Richards. In US-Rekordzeit von 48,70 Sekunden schaffte sie über 400m den Sprung an Position sieben der "ewigen" Bestenliste. Glänzende 9,88 Sekunden über 100m benötigte Tyson Gay (USA) in Abwesenheit von Jamaikas Weltrekordler Asafa Powell, der für das Amerika-Team nur über 4x100m startet. Gay hatte in der Vorwoche beim Stuttgarter Weltfinale schon über 200 m in 19,68 Sekunden aufgetrumpft. 100 000 Dollar Weltrekordprämie verfehlte wie am Neckar Russlands Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa, die mit ihrer Anfangshöhe von 4,60m siegte.

Team Europa führt bei den Männern

Bei dem alle vier Jahre stattfindenden Vergleich der fünf Kontinental-Auswahlen mit den drei stärksten Nationalmannschaften (sowie diesmal Griechenland als Gastgeber) führte bei den Männern nach 20 von 40 Disziplinen Europa mit 76 Punkten vor den USA (74) und Titelverteidiger Afrika (61). Bei den Frauen lag vor dem Schlusstag Seriensieger Russland gleichauf mit der Amerika-Auswahl (je 65), nur Dritter mit 60 Punkten war Europa nach dem Staffel-Debakel.

© SID

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