Leichtathletik WM
Campbell neue Sprint-Queen, Hattrick für Bekele

Bei der Leichtathletik-WM in Osaka hat sich Veronica Campbell den Titel im 100m-Sprint gesichert. Kenenisa Bekele über 10.000m und Hammerwerfer Iwan Tichon feierten bei ihren Triumphen jeweils einen Titel-Hattrick.

Die Konkurrenz war zu stark: Markus Esser musste seinen Medaillentraum am zweiten Tag der Leichtathletik-WM von Osaka begraben. "Das war das beste Hammerwurf-Finale aller Zeiten - und ich bin froh, dabei gewesen zu sein", meinte der 27 Jahre alte Leverkusener, der WM-Bronze zwei Jahre zuvor nur um einen Platz verpasst hatte. "Ich hatte meiner kleinen Tochter eine Medaille versprochen. Jetzt muss sie noch ein Jahr warten", verlagerte er seine Hoffnungen auf Olympia 2008 in Peking. Auch 40 000 Japaner im Nagai-Stadion waren traurig, weil ihr Olympiasieger Koji Murofushi mit 80,46m nur Sechster wurde.

Gold für Campbell im Fotofinish

Am Tag nach dem Triumph von Tyson Gay über Weltrekordler Asafa Powell gab es doch noch 100-m-Gold für Jamaika. Im spannendsten Finish der WM-Geschichte siegte nach vier Ergebnis-Korrekturen Veronica Campbell in 11,01 Sekunden zeitgleich vor Titelverteidigerin Lauryn Williams (USA). Erinnerungen wurden wach an die glanzvolle WM 1993 in Stuttgart, als nach langen Beratungen Gail Devers (USA) in 10,82 vor der zeitgleichen Merlene Ottey (Jamaika) Gold zufiel.

Hattrick für Bekele und Tichon

Osaka entwickelt sich immer mehr zur WM der großen Seriensieger. In elf Entscheidungen gewannen bereits vier Athleten den dritten Titel in Folge in der gleichen Disziplin. Im Hammerwurf war dies der Weißrusse Iwan Tichon, der nach zwei ungültigen Versuchen zum Auftakt vor dem Aus gestanden hatte, dann aber die Jahresweltbestmarke auf 83,63m verankerte und Primoz Kozmus (82, 29), der Sloweniens zweite WM-Medaille der Geschichte gewann, aus goldenen Träumen riss. Über 10.000m lief Äthiopiens wiedererstarkter Star Kenenisa Bekele die Konkurrenz in 27:05,90 im Endspurt in Grund und Boden.

Bisher größter Überraschungssieger war der Portugiese Nelson Evora, der mit einer Steigerung um 23 Zentimeter auf 17,74m den baumlangen Brasilianer Jadel Gregorio (17,59) und den amerikanischen Titelverteidiger Walter Davis (17,33) in die Schranken wies. Einen russischen Doppelsieg gab es zwei Jahre nach der WM-Premiere des 3 000-m-Hindernislaufs der Frauen durch Jekaterina Wolkowa in 9:06,57 und Tatjana Petrowa.

Dietzsch schon in der "Quali" nicht zu stoppen

Drei DLV-Hoffnungen trumpften in der Qualifikation groß auf. Titelverteidigerin Franka Dietzsch (Neubrandenburg) deutete mit der besten Qualifikationsweite (65,17m) an, dass sie als Rekord-Weltmeisterin (neun Teilnahmen) am Mittwoch mit dem dritten Titel seit 1999 auch Rekord-Siegerin im Diskusring werden kann.

Zumindest auf eine Medaille darf Eike Onnen (Hannover/2,29m) am gleichen Tag im Hochsprung hoffen. Bianca Kappler (Rehlingen) deutete mit einem 6,85-m-Weitsprung an, dass sie am Dienstag im Weitsprung-Finale in die Nähe des Edelmetalls kommen will.

"Ich will Franka in der Qualifikation nicht nervös machen durch meine Art, auf sie einzuwirken. Bei der WM 2003 und Olympia 2004 ist sie rausgeflogen, als ich dabei war. Und wenn ich fehlte, hat es zuletzt immer bei ihr geklappt", erklärte Trainer Dieter Kollark sein Fernbleiben von der Qualifikation. Er ist nun überzeugt: "Franka macht jetzt ihr Ding. Wenn sie 67 Meter wirft, ist sie wohl kaum zu schlagen."

Von drei anderen kam nur die deutsche Vizemeisterin Tina Kron (Saarbrücken) weiter, die über 400m Hürden als Vorlaufvierte in 57, 28 Sekunden das Halbfinale am Dienstag erreichte. Dagegen blieb die deutsche Meisterin Ulrike Urbansky (Erfurt) in 56,76 als Siebte auf der Strecke. Im Diskuswerfen scheiterte Nadine Müller (Halle/Saale) mit schwachen 55,98m.

© SID

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